Zum Erfolg von David Petermann
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet die Bestätigung, eine gute Arbeit geleistet zu haben. In weiterer Folge schlägt sich diese Bestätigung auch finanziell nieder.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Trotz fallweiser Zweifel würde ich diese Frage durchaus bejahen. Man darf sich aber nicht darauf ausruhen und sollte immer versuchen, noch besser zu werden.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Viel zu arbeiten kann zwar helfen, ist aber mehr ein notwendiges Beiwerk, weniger eine Erfolgsformel. Entscheidend ist, daß einem die Arbeit Freude macht, erst in zweiter Linie darf man dabei auch an den finanziellen Erfolg denken. Wenn man vorrangig ans Geld denkt, ist es unwahrscheinlich, Erfolg zu haben.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Ab dem Zeitpunkt, als es uns gelang, unsere Arbeit auch mit einem gewissen Wert zu verknüpfen, empfanden wir uns als erfolgreich. Das ist nicht selbstverständlich, sondern kristallisierte sich erst ab dem Jahr 2000 langsam heraus.
Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein?
In dieser Branche ist es entscheidend, einen Unterschied zur Konkurrenz zu bieten. Eine gewisse technische Grundausstattung ist wohl überall gleich, darüber hinaus muß man besonders im Umgang mit den Musikern einen eigenständigen und einfühlsamen Weg gehen.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Als Vorbilder dienen mir vor allem US-Tontechniker wie Bruce Svedian, die in der Lage sind, das Wesentliche in einem Künstler zu erkennen und entsprechend herauszuarbeiten.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Alle, die in der Musikproduktionsbranche tätig sind, leiden derzeit am Vertriebsproblem der Tonträger. Die Internet-Downloads (Napster, Kazaa, etc.) haben der gesamten Industrie einen schweren Schlag versetzt. Da nicht zeitgerecht reagiert wurde, stecken heute alle - von den großen Konzernen bis hin zum einzelnen Musiker - in einer Krise. Das ist nicht nur ein technisches Problem, sondern vor allem eine Strukturfrage. Die großen Labels, die diese Strukturen geschaffen haben, sind entsprechend schwerfällig, und bisher hat noch niemand ein Rezept gefunden, wie man hier wieder herausfinden kann.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Das geht bei mir Hand in Hand, da sich aus dem Beruf heraus auch viele private Freundschaften ergeben. Man muß aber auch fallweise ausbrechen, um über den Tellerrand zu sehen.
Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung?
In dieser Branche sind die Fortbildungsmöglichkeiten in Seminaren und Kursen relativ gering. Da man sich durch die Arbeit selbst in einem ständigen Entwicklungsprozeß befindet, ist die Nachfrage auch nicht sehr groß. Man ist bei jedem Projekt bemüht, es besser zu machen, und ein Ende der Fahnenstange ist nie erreicht.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Die Zukunft der Branche ist sehr ungewiß, und der nötige Umbruch hat noch nicht einmal begonnen. Wer in dieser Branche beginnen will, dem rate ich dazu, fundierte wirtschaftliche Kenntnisse zu erwerben und sein Augenmerk weniger auf den althergebrachten Begriff eines Tonmeisters zu richten, sondern auf Innovationen und neue technische Möglichkeiten zu achten.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Neben dem Wunsch nach wirtschaftlichem Erfolg wünsche ich mir vor allem, mich etwas mehr aus der Nische, in der ich mich befinde, hinauszubewegen und meinen Horizont zu erweitern. Ich sehe meine Zukunft auch etwas stärker im Bereich des Kulturmanagements als in der reinen Tontechnik.