Zum Erfolg von Elfriede Stelzhammer
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Nach dem Weggang meines Sohnes, der einige Zeit als Geschäftsführer fungierte und in der Zwischenzeit selbst ein Lokal in Kitzbühel betreibt, und nach meiner Scheidung konnte ich die Kraft aufbringen, die Führung und Verantwortung über den Betrieb alleine zu übernehmen. Dies geschafft zu haben, erfüllt mich mit großem Stolz.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Von außen wird mir bestätigt, daß der Betrieb zu aller Zufriedenheit läuft. Die immer wiederkehrenden Gäste bestätigen dies ebenfalls.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Die Lage des Gasthauses an einer Durchzugsstraße, unser Bekanntheitsgrad und unsere gute, traditionelle Küche sind für meinen Erfolg von Bedeutung.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Ich lasse die Aufgaben an mich herankommen. Deren Bewältigung ist mir noch immer gelungen und ich habe mir abgewöhnt, zu sehr in die Zukunft zu denken und zu planen.
Ist es für Sie als Frau in der Wirtschaft schwieriger, erfolgreich zu sein?
In meiner Branche sehe ich die Chancen von Männern und Frauen gleich.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Seit zwei Jahren bin ich völlig auf mich alleine gestellt, und es gelingt mir ganz gut, den Betrieb gemeinsam mit meinen Mitarbeitern erfolgreich zu führen.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Der eben abgeschlossene Umbau ist mir ausgezeichnet gelungen, darauf bin ich stolz.
Ist Originalität oder Imitation besser um erfolgreich zu sein?
Unsere Spezialität sind verschiedenste Variationen von Knödeln, die sehr gut ankommen. Außerdem ist meine Mutter mit 82 Jahren immer noch mit dabei, als Original ist sie in ganz Oberösterreich bekannt. Sie kann sehr gut auf die Leute zugehen.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Beide Elternteile haben mich natürlich geprägt, indem sie mir große Vorbilder waren. Sie haben mir unter anderem vermittelt, daß der Verzicht auf das Privatleben im Gastgewerbe unausweichlich ist. Nachdem ich selbst in diesen Prozeß eingebunden war, verstand ich besser, was auf mich zukommt, und es fiel mir nicht so schwer, damit umzugehen.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Meine zahlreichen Stammgäste vermitteln mir das notwendige Lob.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Besonders leide ich unter der Bürokratie, die viel Zeit und Kraft in Anspruch nimmt. Die ständigen Kontrollen, auch EU-bedingt, nehmen einem Freiheit und Kreativität.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Ich meine, daß dabei die Meinungen auseinandergehen, aber so genau weiß ich das eigentlich nicht. Ich denke aber schon, daß viele sagen, ich mache meine Sache gut.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Ich kann mich auf ein langjähriges Team stützen, und jeder Einzelne spielt eine große Rolle im Betrieb.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Ehrlichkeit und Freundlichkeit den Gästen gegenüber sind mir am wichtigsten.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Mit viel Lob, ab und zu einem Geschenk oder einer Prämie und notwendigen, netten Gesprächen.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Meine Innviertler Hausmannskost spricht für sich, und die Gäste kommen oft extra deswegen zu uns. Sie schätzen die gemütliche Atmosphäre.Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Mit den Kollegen in der Umgebung gibt es ein nettes Nebeneinander, teilweise arbeiten wir sogar zusammen. Wir sprechen auch unsere freien Tage untereinander ab.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Meine Ruhetage sind Samstag und Sonntag, sodaß ich mich die restlichen Tage voll auf meinen Betrieb konzentrieren kann.
Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung?
Meine Weiterbildung besteht im Moment aus dem Studium einschlägiger Fachliteratur.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Eine gute Ausbildung bildet das Fundament für das ganze berufliche Leben.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Leider wird mein Lokal in den nächsten Jahren von der Hauptdurchzugsstraße abgeschnitten, da eine Umfahrung gebaut wird. Daher wird es mein Ziel sein, den Betrieb gut zu bewerben und die Qualität noch zu verbessern, sodaß die Gäste weiterhin den kleinen Umweg in Kauf nehmen.
Ihr Lebensmotto?
Ehrlich währt am längsten.