Zum Erfolg von Gerhard Kaufmann
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich, wenn ich meine mir selbst gesteckten Ziele erreiche, sowohl beruflich als auch familiär, wobei das eine nicht zu Lasten des anderen gehen soll. Erfolg bedeutet für mich, mich bei meiner Arbeit wohlzufühlen, zu merken, daß unsere Mitarbeiter Freude am Beruf haben und natürlich, daß unsere Gäste zufrieden waren und bald wiederkommen.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Die Ziele, die wir uns bis jetzt gesteckt haben, haben wir erreicht, und in diesem Sinne können wir uns durchaus als erfolgreich sehen. Allerdings sind wir noch lange nicht am Ende des Weges angelangt, weil es immer noch viel Potential gibt.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Vor allem der Umstand, daß meine Frau Monika und ich an einem Strang ziehen, weil wir dasselbe Ziel haben, den gleichen Geschmack und dieselben Visionen.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Ich liebe Herausforderungen, weil dann die Befriedigung größer ist, wenn man sie bewältigen konnte. Unsere größte Herausforderung ist, unsere Gäste nicht nur zufriedenzustellen, sondern sie zu begeistern.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Wir sind noch lange nicht am Ziel.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Eine Schlüsselentscheidung war der Entschluß, den elterlichen Betrieb meiner Frau zu übernehmen, um hier unsere Visionen zu verwirklichen. Dazu waren beträchtliche finanzielle Mittel notwendig, und daher bestand ein gewisses Risiko. Rückblickend war es sicher eine sehr erfolgreiche Entscheidung.
Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein?
Beides. Sich an Vorbildern zu orientieren, halte ich für klug. Selbstverständlich muß man seine eigene Situation berücksichtigen und auch eine persönliche Note hineinbringen.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Der Ober Hans und mein zweiter Ausbildner im Hotel Grüner Baum in Bad Gastein prägten mich, weil ich sowohl in fachlicher als auch in menschlicher Hinsicht viel für meinen späteren Beruf mitnehmen konnte.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Wenn Gäste zu Stammgästen werden, ist das wohl für jeden Gastronomen die höchste Anerkennung. Dabei spielt es keine Rolle, aus welcher gesellschaftlichen Schicht unsere Gäste kommen. Außergewöhnliche Anerkennung erhalten wir durch unsere zahlreichen Frauenstammtische, weil das am Land eher selten ist.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Die enormen Lohnnebenkosten sind in Österreich nicht nur in der Gastronomie eine große Belastung. Zudem hat sich die Lehrlingssituation in den letzten Jahren sehr verändert. Hatte ein Lehrling früher viele Pflichten und kaum Rechte, so ist es heutzutage umgekehrt.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Nach anfänglicher Skepsis werden wir mittlerweile als gute Gastronomen akzeptiert und geschätzt.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Gute Mitarbeiter sind in jedem Betrieb wichtig, in der Gastronomie aber wohl mit das Wichtigste.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Das Auftreten ist entscheidend. Wenn das Funkeln in den Augen die Liebe zum Beruf verrät, weiß ich, daß ich einen guten Mitarbeiter vor mir habe. Im besten Fall kennt man auch das Elternhaus, davon läßt sich vieles ableiten.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Durch die Bekanntgabe unser Ziele. Unsere Mitarbeiter sollen wissen, was wir erreichen wollen und daß wir es nur erreichen können, wenn wir alle an einem Strang ziehen.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Wir pflegen einen sehr persönlichen Kontakt zu unseren Gästen. Wir glauben, ein gemütliches Restaurant mit warmem Ambiente geschaffen zu haben, in dem wir gehobene traditionelle Küche in höchster Qualität zu fairen Preisen bieten. Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Wir konnten in den letzten Jahren ein sehr freundschaftliches Verhältnis aufbauen und arbeiten im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft auch mit unseren Landwirten touristisch zusammen.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Wir genießen unser spärliches Privatleben sehr bewußt.
Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung?
Sehr viel. So absolvierte ich im Jahr 2002 den Lehrgang zum Diplomsommelier in Linz und besuche zur Zeit das über einen Zeitraum von sechs Monaten durchgeführte Gastronomie Management-Seminar in Linz mit Prüfungstermin im Oktober 2004.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Ich rate jedem, nur einen Beruf zu wählen, den man mit Liebe ausübt.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Wir wollen in unserem Bereich der beste Betrieb in unserer Region werden. Privat wünsche ich mir, daß wir weiterhin ein glückliches Familienleben führen und unsere Kinder später einmal sagen, daß sie eine schöne Kindheit gehabt haben.
Ihr Lebensmotto?
Denke an dein Gelingen, dann wirst Du wahrscheinlich Recht behalten, denke an dein Scheitern, dann wirst du mit Sicherheit Recht behalten.