Zum Erfolg von Helmut Krös
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg treibt mich an und bedeutet für mich, mit meinem Arbeitsgebiet zufrieden zu sein, aber auch positive Rückmeldungen zu erhalten - und die erhält man als selbständiger Unternehmer rascher als im Angestelltenverhältnis. Auch wenn ein Kleinunternehmen keine großen Schritte unternehmen kann, liegt der Erfolg darin begründet, daß man auch aus Projekten kleineren Umfangs Anerkennung von Kunden schöpft.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Bereits im Kindesalter war ich fasziniert von der Technik. Ich war immer schon jemand, den Experimente im elektronischen Bereich anzogen. Der materielle Aspekt war nie so attraktiv für mich wie die Technik als solche. Ich folgte meinen Interessen früh und setzte sie beruflich um.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Ich hatte vor technischen Errungenschaften immer höchsten Respekt. Im Zuge des Fortschritts in meinen Leistungen lernte ich meinen technischen Ausführungen zu vertrauen. Erfolgreich fühlte ich mich, als ich den Vergleich mit anderen relativierte und meine eigenen Ideen zu würdigen begann. Im technischen Bereich sind, um etwas zu erreichen, entsprechende, oft nahezu unerschwingliche Kapazitäten und Ressourcen nötig. Im Rahmen meiner Verhältnisse achte ich bei meiner Produktentwicklung darauf, aus dem mir zur Verfügung stehenden Mitteln das jeweils Optimale herauszuholen. So habe ich drei Patente auf von mir entworfene Lötsysteme erhalten.
Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein?
Für mich ist die eigene Originalität das einzig Interessante. Denn kopieren fremder Ideen und Produkte kostet oft nahezu die gleiche oder größere Anstrengung und Energie als eine Eigenentwicklung. Es kann dabei auch schnell die sehr wichtige Identifikation mit dem Erreichten verloren gehen.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Es gibt keine einzelne Person, die mich prägte. Hohen Lerngewinn bezog ich aus dem Umstand, mehrmals die Firma gewechselt zu haben. Technisch in die Tiefe zu gehen, lernte ich im Rahmen meiner Anstellung in München bei Rhode und Schwarz.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Die Entwicklung eines von mir entworfenen Lötautomaten brachte mir Anerkennung, und die Eintragung ins Who is Who bestätigte mich in meinem Erfolg als Kleinunternehmer.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Technische Entwicklungen bedürfen allein schon aufgrund des immanenten Risikos eines hohen Zeit und Finanzierungsaufwandes. Die Vermarktung verschlingt einen hohen Teil, nämlich zwei Drittel des Budgets, und wird oft gerade von Technikern stark unterbewertet. Eine gut fundierte Berufserfahrung ist bei technischen Entwicklungen eine wesentliche Voraussetzung. Machen sich Techniker zu früh selbständig, um einer Entwicklungsvorstellung nachzugehen, steigt das Risiko erheblich. Die Gefahr besteht darin, das finanzielle Mittel verschleudert werden weil der Überblick über die komplexe Koordination verlorengeht . Betriebswirtschaftliche Kenntnisse sind für derartige Projekte außerordentlich wertvoll, zudem sind solche Aktivitäten mit privaten Bedürfnissen sehr sorgfältig abzustimmen.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Sehr viele sehen ausschließlich punktuelle Erfolge des Unternehmers und meinen, das man damit automatisch ein materiell Wohlhabender ist. Zu wenig wird dem Aufwand hinter dem Erfolg und dem Langzeitaspekt Aufmerksamkeit beigemessen.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Meine wichtigste Mitarbeiterin ist meine Frau. Sie managt alle Bereiche am Rand und außerhalb der Technik. Bei größeren Projekten unterstützen mich freiberufliche Mitarbeiter, weitere fix Angestellte würden den betrieblichen Fokus ändern.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Die Stärken meines Unternehmens sind Flexibilität und Kraft meiner langjährigen Expertise die Möglichkeit, umfassende technische Leistungen von der Projektierung bis zur Realisierung mit Mechanik, Hardware und Software alles aus einer Hand anzubieten.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist eine hohe Kunst für selbständig Tätige. Meine Frau hat sehr viel Verständnis, und das stärkt mich. Sonntage werden prinzipiell für private Unternehmungen freigehalten. Regelmäßiger Sport hilft mir, mich immer wieder zu regenerieren. Eine intakte Familie hat für mich höchste Priorität, sie ist die Basis damit ich mich voll auf den Beruf konzentrieren kann.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Ich empfehle einem jungen Menschen, einen Beruf zu wählen, der seiner Interessenslage entspricht. Konsequenter Einsatz beim Erreichen seiner Ziele ist ein wichtiger Faktor, Das Schielen nach tatsächlichen oder vermeintlichen Erfolgen Anderer, sowie das vordergründig Materielle ist zweitrangig.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Schon in der Schulzeit träumte ich davon, mich selbständig zu machen, und dieses Ziel habe ich erreicht. Nun strebe ich der Wirtschaftslage gemäß danach, mein Unternehmen gut zu positionieren, um kontinuierlich Erfolg zu haben.