Zum Erfolg von Heinz Jaremkof
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich, mein Ziel erreicht zu haben und den Weg so weiterzuverfolgen.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Es gäbe durchaus noch mehr, was ich machen möchte.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Dazu zähle ich unsere Ausbildung, die guten Kontakte, die wir pflegen, und unseren persönlichen Einsatz. Ich bin bescheiden, mache die Arbeit persönlich und setze 99 Prozent meiner Kraft in unseren Betrieb.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Ich setze mich mit allen Problemen auseinander und habe noch jedes tadellos gelöst.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
In den letzen fünf Jahren ging es schon bergauf. Der Kurbetrieb im Ort ließ nach, aber trotzdem hatten wir Erfolg.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Ich hatte Differenzen mit dem Leiter des Erholungsheims für Blinde, und wir beschlossen, es im eigenen Hotel besser zu machen.
Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein?
Originalität, denn man soll nicht mit der Masse schwimmen. Der Kurort Gallspach hat jahrelang auf das Institut Zeileis gesetzt, 1970 verzeichneten wir 3.000 Tagesgäste. Nun zahlen die deutschen und österreichischen Krankenkassen die Kuren nicht mehr, jetzt sind wir vom Kurtourismus meilenweit weg.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Geprägt hat mich meine Lebensgefährtin, wir ergänzen einander. Wir faßten gemeinsam den Entschluß, dieses Hotel zu kaufen.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Dafür, daß der Fremdenverkehr so viel leistet für die Wirtschaft, sind die finanzielle Unterstützung und das Kreditwesen zu schlecht. Um finanzielle Mittel muß man kämpfen.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Es gibt im Ort Neider, aber im Bekannten- und Freundeskreis wird unsere Arbeit geschätzt.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Mitarbeiter spielen eine sehr große Rolle. Mit uns arbeiten zwei Lehrmädchen, es ist so, als würden sie zur Familie gehören.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Zeugnisse sind zweitrangig. Die Mitarbeiter müssen flexibel sein und sollen sich an den Betrieb anpassen, nicht umgekehrt. Die Einstellung zum Betrieb ist bei manchen Ferialpraktikanten katastrophal.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Wir sitzen gemeinsam beim Frühstück und besprechen dabei alle Probleme und anstehenden Arbeiten.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Unsere Ausrichtung auf Blinde und Körperbehinderte sowie die intensive persönliche Gästebetreuung.Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Wenn unser Haus voll ist und wir noch eine Gruppe unterbringen müssen, kann ich Kollegen anrufen, das funktioniert gegenseitig. Allerdings gibt es aber auch weniger kluge Mitbewerber, die dabei offensiv Kunden abwerben wollen. Mit diesen möchte ich nicht zusammenarbeiten.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Wir haben sehr wenig Privatleben und machten keinen oder sehr wenig Familienurlaub. Urlaub nehmen wir sozusagen stundenweise, wenn wir mit den Gästen unterwegs sind.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Man braucht eine positive Einstellung zur Arbeit und Liebe zum Beruf, Geld ist doch eher zweitrangig.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Wir möchten das Hotel von 50 auf 150 bis 180 Betten erweitern, den Wellnessbereich ausbauen und alles so adaptieren, daß Blinde und Rollstuhlfahrer sich nicht nur hier erholen können, sondern auch als Personal arbeiten können. Das trägt sehr zur Integration bei.