Zum Erfolg von Renate Köllner
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich, in meiner Funktion als Direktorin ein Klima zu schaffen, in dem sich Lehrer und Kinder wohl fühlen. Ich bin für ein Umfeld verantwortlich, in dem alle gut und mit Freude arbeiten können. Wie wichtig mir das ist, merke ich daran, daß ich selbst am meisten leide, wenn es Probleme zwischen den Lehrerkollegen oder unter den Schülern gibt.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, ohne Wenn und Aber. Das darf ich auch dank der sehr positiven Rückmeldungen behaupten, die ich regelmäßig von Lehrern, Schülern und Eltern bekomme. Ich könnte mir kein schöneres Feedback wünschen.Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Ich bin ein sehr zielorientierter Mensch, der kaum Umwege macht und unglaublich gerne arbeitet, ohne deshalb ein Workaholic zu sein. Das liegt auch an meinem intakten familiären Umfeld. Früher ermöglichten mir meine Eltern alles Notwendige, heute zeichnet mein Mann dafür verantwortlich, daß ich neben der Arbeit ein wunderbares Lebensumfeld genießen darf.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Ich bin sicher jemand, der stark auf andere eingeht, weil es mir nicht egal ist, wie es meinen Mitarbeitern geht. Als Person, die gerne Konflikte vorbeugend vermeidet, tue ich mir bloß manchmal mit Menschen schwer, die anscheinend Konflikte suchen und brauchen. Harmonie ist mir selbst sehr wichtig. Das war bei mir schon als Kind so, wenn ich mich bei Streitereien gerne schlichtend dazwischen stellte. Diese Harmonie zwischen den Mitarbeitern führt dazu, daß sie gerne und intensiv zu arbeiten bereit sind. So ist es für mich selbstverständlich, einen freundschaftlichen Ton zu pflegen, der selten, aber doch auch bestimmt sein kann, wenn es mir notwendig erscheint . Das gilt im übrigen nicht nur für die Lehrer, sondern auch für die rund 300 Schüler, die mir so am Herzen liegen, daß es wohl kaum einen gibt, von dem ich nicht wüßte, was mit ihm gerade los ist.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Die Vereinbarung von Beruf und Familienleben funktioniert vermutlich deshalb so gut, weil ich einen sehr verständnisvollen Mann an meiner Seite habe, der mich unterstützt. Wir teilten unsere Aufgaben stets so gut ein, daß uns trotz viel Arbeit auch ein Teil an privater Freizeit bleibt. Zudem haben wir keine Kinder - eine Entscheidung, die mir relativ leicht fiel, weil ich nicht glaube, beiden Aufgaben, jener der Mutterschaft und jener der Führung einer Schule, zu 100 Prozent nachkommen zu können.Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung? Fortbildung halte ich für enorm bedeutsam. Ich absolvierte aus diesem Grund nicht nur drei Lehramtsprüfungen (1989 Informatik, 1992 Geometrisches Zeichnen und 2001 Berufsorientierung) und war in der Lehrerausbildung tätig, sondern versuche mich auch auf betriebswirtschaftlicher Ebene weiterzubilden. Seit Jänner 2005 besuche ich einen Business Management Kurs am WIFI. Es interessierte mich auch immer, in anderen Branchen zu schnuppern, beispielsweise als Praktikantin im Tourismusbereich oder beim Erwerb der Computer Driving Licence. Umfassende Bildung und Offenheit sind einfach unersetzlich in unserem Beruf, wo es doch gilt, Kindern auf ihrem Weg etwas mitzugeben.Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Die Situation im Schulbereich ist so schwierig, daß ich nur jedem raten kann, sich nicht mit Erreichtem zufrieden zu geben und auf lebenslanges Lernen zu setzen, in den Bereichen, Pädagogik, Methodik, etc. Wer sich für einen pädagogischen Lebensweg entscheidet, sollte sich außerdem gut und ausreichend früh prüfen, ob er oder sie wirklich bereit ist, ein Leben lang mit Kindern umgehen zu wollen.