Zum Erfolg von Rudolf Czapek
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Ein Drittel des Tages schläft man, ein Drittel arbeitet man, und das letzte Drittel des Tages hat man für seine Freizeit. Sklave der Arbeit möchte ich nicht sein. Als Erfolg werte ich, wenn ich die mir verbleibende, freie Zeit so gut als möglich für mich selbst nützen kann.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden.Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Der Wille zählt - es gilt, an Vorhaben festzuhalten, man muß an sich glauben und durchhalten. Ich sprang öfter ins kalte Wasser und ließ kaum einen Fehler aus, aber ich lernte stets daraus, und ich denke, daß der Lerngewinn aus Fehlern ein Bestandteil des Erfolgsgeheimnisses ist. Gute Menschenkenntnis ist ebenfalls ein wesentlicher Erfolgsfaktor. An Erfolg muß man auch glauben. Mir war wichtig, etwas zu unternehmen, das mir Spaß macht. Schließlich muß man als Unternehmer Verantwortung wollen und annehmen.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Gibt es technische oder produktspezifische Probleme, hat die rasche Erledigung Priorität, erst im Anschluß daran erfolgt die Analyse. Im Grunde ist es mein Auftrag als Unternehmer, Probleme zu lösen. Manche Lösungen gehen leichter von der Hand, manche brauchen mehr Zeit, weil sie komplizierter sind. Manche Problemlösungen erfordern, daß man sich mit Betroffenen gemeinsam zusammensetzt und redet, dabei ist oft besondere Sensibilität angesagt.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Die Verlagerung der Produktion nach Polen war gewiß eine gute Entscheidung. Dort etwas bewegt zu haben, wo eine Arbeitslosenquote von 38 Prozent vorherrscht, war eine gewisse Wohltat, obwohl die Bürokratie in dieser Angelegenheit eine aufwendige Sache war.Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Nie wirklich. Meine Eltern waren beruflich selbständig, und auch ich wollte nie reiner Arbeitnehmer sein. Es gab allerdings viele Themen, die mich interessierten, und die Berufswahl war aufgrund der Vielseitigkeit nicht einfach. Hauptsache war für mich jedenfalls berufliche Selbständigkeit.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Mir ist wichtig, daß den Mitarbeitern die Arbeit gefällt. Wir sind per Du, unternehmen vieles gemeinsam, und ich bezahle überdurchschnittlich gute Löhne. Natürlich erwarte ich mir im Gegenzug hohen Einsatz.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Das Wort Motivation ist schon sehr überstrapaziert. Die Arbeitseinstellung ist natürlich wichtig, und die Rahmenbedingungen sind adäquat zu gestalten. ich habe nun meine Freunde im Betrieb, und diese sind meine Mitarbeiter. Gestaltungsfreiheit und Vertrauen sind die Faktoren, auf die es ankommt.Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens? Innovative Anlagetechnik, ausgeprägtes Qualitätsbewußtsein der GUARDI-Mitarbeiter und modernste Verfahren sind für die Qualität der Produkte ausschlaggebend. Aluminiumzäune haben gegenüber Holz- und Eisenzäunen viele Vorteile: sie sind korrosionsbeständig, wartungsfrei, problemlos in der Reinigung, man muß sie nicht nachstreichen und vieles mehr.Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Keinesfalls soll man sich von den zahlreichen, äußeren, oft allzu pessimistischen Einflüssen von seinen Wünschen abhalten lassen. Wer zuviel zweifelt, kann unternehmerisch nicht wachsen. Es gilt, auch harte Zeiten und Rückschläge zu überstehen. Vor allem soll ein junger Mensch einen Beruf ergreifen, der ihm Freude macht.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich habe meine beruflichen Ziele erreicht und bin glücklicher Vater von sechs Kindern. Umsatzsteigerungen in den Niederlassungen im osteuropäischen Ausland sind noch zu erwarten, und ich werde weiterhin diesen Expansionskurs verfolgen, um einmal auf einen kleinen Konzern blicken zu können.