Zum Erfolg von Erika Dusek
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Glücklich und zufrieden durch das Leben zu gehen, Freude am Beruf zu haben, nicht mit gravierenden Problemen belastet zu sein - das ist für mich die schönste Form von Erfolg. Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Der Spaß an der Sache war der wesentlichste Aspekt. Für mich ist der Beruf keine Belastung, sondern Erfüllung. Ich bin gerne unterwegs und lerne gerne neue Leute kennen, ich bin kommunikativ und verkaufe nicht nur Produkte, sondern im positiven Sinn auch meine Persönlichkeit. Ich bin seit 1987 in der Elektronikbranche tätig und habe auch dementsprechend viele Kontakte. Persönliche Beziehungen und die Freude am Umgang mit Menschen sind meines Erachtens wichtige Erfolgsfaktoren. Ist es für Sie als Frau in der Wirtschaft schwieriger, erfolgreich zu sein? Gerade in der Elektronikbranche wird hin und wieder an der technischen Kompetenz der Frauen gezweifelt. Ich kann damit aber sehr gut umgehen, und wenn mir ein Mann unbedingt etwas erklären will, lasse ich ihn. Im Laufe eines Gespräches stellt sich dann ohnehin heraus, daß ich mein Fach verstehe. So gesehen hatte ich als Frau nie Probleme. Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Ich heiratete den Geschäftsführer des Unternehmens, für das ich 15 Jahre lang tätig war. Dadurch erhielt ich tiefere Einblicke in die Branche und Hintergrundinformationen, an die ich sonst nicht herangekommen wäre. Durch ihn bekam ich auch sehr gute internationale Kontakte, die mir heute noch zugute kommen. Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus? Ich gehe hier rein nach dem Bauchgefühl vor. Ich führe mit dem Bewerber ein persönliches Gespräch und lasse ihn dann beispielsweise ein Telefongespräch entgegennehmen. Anhand eines Telefonates kann ich meist sehr gut einschätzen, ob er in unser Team paßt oder nicht. Er muß mir in die Augen schauen, lachen, Sympathie ausstrahlen, Einsatzfreude vermitteln - all das ist mir viel wichtiger als ein gutes Zeugnis.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Jeder Mitarbeiter ist zu einem gewissen Prozentsatz am Umsatz beteiligt, und wir motivieren uns gegenseitig. Wir haben ein sehr familiäres, angenehmes Betriebsklima und stellen jedem Mitarbeiter ein Firmenauto zur Verfügung. Ich denke, dieses Gesamtpaket stellt eine gute Motivation dar. Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens? Wir sind ein kleines Unternehmen, alle Mitarbeiter sind über die wichtigsten Abläufe und Vorgänge innerhalb der Firma informiert. Dadurch sind wir ein kompetentes Team, das sehr flexibel agieren kann. Das wird von den Kunden geschätzt.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Meine Tochter ist inzwischen erwachsen, und für meinen kleinen Sohn findet sich auch immer eine Lösung, wenn ich beruflich verreisen muß oder abends länger arbeite. Da unterstützen mich dankenswerterweise Freunde und Familie. Außerdem ist meine Firma so strukturiert, daß wir im Bedarfsfall auch alle von zu Hause aus online arbeiten können. Ich bin also gut organisiert und kann Beruf und Privatleben wunderbar vereinbaren. Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Ich sehe bei meiner Tochter, die gerade ins Berufsleben einsteigt, wie schwierig die Arbeitsmarktsituation ist. Mit 20 Jahren wird die fehlende Erfahrung bemängelt, mit 40 oder 50 bist du für die meisten Jobs fast schon zu alt. Ich kann nur raten, jede Möglichkeit zu einem Vorstellungsgespräch zu nutzen, auch wenn man eine geforderte Qualifikation oder Ausbildung nicht mitbringt. In einem Gespräch kann man durch Persönlichkeit und Ausstrahlung vieles kompensieren. Außerdem halte ich es für wichtig, wachsam und interessiert zu bleiben und sich laufend über das aktuelle Geschehen zu informieren.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich möchte noch ein oder zwei Mitarbeiter aufnehmen und diese über die nächsten Jahre so aufbauen, daß ich das Unternehmen in guten Händen weiß, wenn ich mich zur Ruhe setze.
Ihr Lebensmotto?
Ich lebe so, wie ich mir das vorstelle. Dazu brauche ich kein Motto.