Zum Erfolg von Christian Mayr
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg ist für mich gleichbedeutend mit persönlichem Weiterkommen, mit einem gewissen Streben nach weiterführenden Zielen. Mit Erfolg sind aber auch bestimmte materielle, finanzielle Möglichkeiten verbunden. Obwohl ich geschieden bin, habe ich zu meinen Kindern und meiner Ex-Frau nach wie vor ein sehr gutes Verhältnis. Ein zufriedenes und harmonisches Privatleben gehört für mich daher sehr wohl auch zum Erfolg.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ich habe im Berufsleben einen Bereich gefunden, der meinen Neigungen und Fähigkeiten als Allrounder entspricht. Auf diesem Gebiet empfinde ich mich persönlich auch als erfolgreich. Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Organisationstalent ist sicherlich eine meine größten Stärken. Das ist einer der Gründe, warum ich mit der Leitung der Bereiche Organisation und Backoffice betraut wurde. Ich halte sehr strenge Ordnung und kann mich selbst gut organisieren. Ich habe sogar den Ruf eines Pedanten. Außerdem bin ich ein visuell orientierter Typ und halte alles, was wesentlich für mich sein könnte, schriftlich fest. Auch verfüge ich über die Fähigkeit, gut zuzuhören.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Ich gehe mit einem sehr großen Grundvertrauen in mich und meine Fähigkeiten durch das Leben. Meine Karriere ist die eines Durchschnittsmenschen, der seine Persönlichkeit im Beruf einbringt. Das ist eine kontinuierliche Entwicklung, die nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt beginnt. Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Ein tibetischer Mönch, den ich vor vielen Jahren bei einem Auftritt kennenlernte, und den ich später als Tontechniker betreute, hat mich mit seiner Aura und Ausstrahlung tief beeindruckt. Er sagte mir Dinge über mich und mein Leben, die er unmöglich wissen konnte. Ich verlor ihn dann aus den Augen, stellte intensive Recherchen an und konnte schließlich seinen Aufenthaltsort eruieren. Wir traten in Briefkontakt, und seine Weisheiten haben mein Leben sicher mitgeprägt. Eine seiner wesentlichen Aussagen war: „Suche es nicht, es wird dich finden.“ Auch Klaus Leskien von einer EDV-Firma in Deutschland, mit der wir innerhalb der Bank zusammenarbeiten, ist so etwas wie ein väterlicher Freund für mich geworden.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Ich leite zwar eine Abteilung und trage auch die Verantwortung, sehe die Mitarbeiter aber nicht in einem hierarchischen Sinn als Untergebene, sondern als Kollegen. Wir sind ein Team, in dem alle zum Erfolg beitragen. Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus? Neben der fachlichen Qualifikation achte ich vor allem auf den Menschen, der dahinter steht. Ich interessiere mich für sein Verhalten, seine Interessen, sein Engagement. Da Erfolg vor allem Teamwork ist, stellt die zwischenmenschliche Komponente ein wichtiges Kriterium dar.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Ich besitze die Gabe, privat völlig abschalten zu können. Sobald ich das Büro verlasse, ist die Arbeit auch kein Thema mehr für mich. Manchmal spreche ich schon mit einem Freund über bestimmte berufliche Angelegenheiten, aber grundsätzlich kann ich Beruf und Privatleben sehr gut trennen. Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Man sollte Vertrauen in sich haben und erkennen, für welchen Beruf man geeignet ist. Um im Bankgeschäft erfolgreich zu sein, sollte man Eigeninitiative und Einsatzbereitschaft, aber auch Diplomatie und Fingerspitzengefühl mitbringen.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich wünsche mir ein langes und erfülltes Arbeitsleben, da ich nicht der Typ bin, der sich mit 65 in den Garten setzt und Däumchen dreht.