Zum Erfolg von Manuela Bauer
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet für uns, die Freiheit zu haben, auf selbständiger Basis jenen Beruf auszuüben, der uns auch Spaß macht. Erfolg definiert sich aus unserer Lebensanschauung nicht über Geld und Umsatz.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Da spielen viele Faktoren eine wichtige Rolle. Speziell als Jungunternehmer braucht man als Partner eine gute Bank, mit der man gut kommuniziert. Disziplin und Durchhaltevermögen gehören ebenfalls dazu. Als Friseure müssen wir das Vertrauen der Kunden gewinnen, da sie ja ihr Aussehen in unsere Hände legen. Wir verbringen einige Zeit mit den Kunden und haben auch Körperkontakt, da sind auch gute Menschenkenntnis, Fingerspitzengefühl und psychologisches Wissen erforderlich.
Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein?
Die Trends beim Hairstyling, die von der Industrie und den Medien vorgegeben werden, wechseln fast schon monatlich. Daran können auch wir nicht vorbeigehen, da natürlich der Wunsch des Kunden im Vordergrund steht. Grundsätzlich ist zwar die Originalität vorzuziehen, es ist aber bei Frisuren schwer, neue Trends zu kreieren, da fast alles schon einmal da war.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Es werden oft die großen Preisunterschiede der einzelnen Friseure angeprangert, dabei wird aber die gebotene Leistung und Qualität nicht berücksichtigt, was zu einem verzerrten Bild in der Öffentlichkeit führt. Auch das Image des Friseurberufes hat nicht den Stellenwert, der dieser hochwertigen, persönlichen Dienstleistung eigentlich entspricht.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Wir liegen im preislichen Mittelfeld, nehmen uns aber wirklich für jeden Kunden soviel Zeit wie nötig. Die großen Friseurketten staffeln die Termine im Halbstundentakt, das ist nicht unsere Philosophie. Erstens leidet die Qualität der Arbeit darunter, zweitens leidet die Freude am Beruf und die eigene Lebensqualität, da man abends nur mehr todmüde ins Bett fällt. Wir nehmen uns lieber zwei oder drei Stunden Zeit für einen Termin, dafür geht die Kundschaft aber auch glücklich und zufrieden aus dem Geschäft und kommt beim nächsten Mal wieder. Und uns bleibt die Freude am Arbeiten erhalten. Eine unserer Stärken ist es auch, den Kunden als Mensch und Typ insgesamt zu sehen. Ehe wir eine Frisur gestalten, achten wir auf Dinge wie Körpergröße, Proportionen und Kleidung. Außerdem bieten wir eine gewisse Exklusivität, da wir keine Mitarbeiter oder Lehrlinge beschäftigen und die Kunden immer von den Chefs persönlich bedient werden.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Wir haben ein gemeinsames Geschäft und verbringen den ganzen Tag miteinander, da bleibt es nicht aus, dass man berufliche Probleme auch mit nach Hause nimmt. Eine strikte Trennung von Beruf und Privatleben ist bei uns fast nicht möglich. Damit es trotzdem funktioniert, muß man viel Toleranz und Verständnis aufbringen, aber auch an sich selbst arbeiten.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Als Friseur muß man den Kontakt zu Menschen lieben, und dieser kann manchmal recht anstrengend sein. Außerdem darf man sich nie über den Kunden stellen, auch wenn man noch so viel verdienen sollte. Wer diesen Beruf ergreift, muß auch einen ausgeprägten Sinn für Schönheit, Ästhetik und Pflege mitbringen.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Das größte Ziel ist es, uns die Freude am Beruf zu erhalten, sonst macht es weder für uns noch für den Kunden Sinn. Langfristig sollte sich das Geschäft so gut entwickeln, daß wir uns auch mehr Freizeit leisten können.
Ihr Lebensmotto?
Probleme sind da, um bewältigt zu werden. Wir gehen mit einer positiven Einstellung durch das Leben und wollen diese Lebensfreude auch den Kunden vermitteln.