Zum Erfolg von Albert Zweymüller
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Für mich geht es vor allem um die Gesamtaussage eines Gebäudes und die Zufriedenheit der Nutzer und der Bauherren. Mir ist natürlich wichtig, daß ich meine Ideen realisieren kann, doch müssen diese dann von Nutzern und Bauherren aus eigener Überzeugung mitgetragen werden können. Erfolgreich ist die Realisierung eines Projektes für mich nur dann, wenn dieses von so hoher Qualität ist, daß sowohl die technische Funktion, als auch die Gebäudefunktionen für die Nutzer erfüllt sind und nicht zuletzt das Wesen der Bauaufgabe getroffen ist. Ein Projekt muß in bautechnischer Hinsicht stimmen und in den Details einfach sein. Ich schätze beispielsweise Adolf Loos wegen seines sehr klaren Geistes, den man in seinen Bauten spürt. Wesentlich für ein Erfolgsgefühl ist, im Beruf etwas zu schaffen das Bestand hat, wie Goethe sagte: Bleiben wird das Echte.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Vielleicht ist es zu früh, das zu sagen. Ich will noch zu viel und habe noch zu viele Projekte im Kopf. Solange diese nicht abgeschlossen sind, möchte ich mich persönlich nicht als erfolgreich bezeichnen.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Wir haben Eigenprojekte entwickelt, und wir fungierten als Architekten und Projektentwickler, etwas was ich in Amerika gelernt hatte. Wir haben beispielsweise selbständig das gesamte Areal gegenüber der SCS entwickelt, über 80.000 m , das wir nun auch betreiben und managen. Wir arbeiten sehr solide und sehen die Veränderungen in dem Beruf. Darüber hinaus waren natürlich das familiäre kunst- und kulturorientierte Umfeld sowie eine fundierte Ausbildung von großer Bedeutung. Ich spreche mehrere Sprachen und pflege internationale Kontakte, was ich für sehr wesentlich halte.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Ich fühlte mich ab dem Zeitpunkt erfolgreich, da ich erkannte, was sich mit Architektur alles bewirken läßt, von welcher Bedeutung sie ist. Mit vielen meiner Bauherren halte ich auch noch nach Jahren Kontakt, und deren Anerkennung ist für mich etwas sehr Schönes.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Erfolgreich war die Entscheidung, selbst Bauherr und Architekt zu sein. Nach den ersten Erfahrungen in der Projektentwicklung waren meine Entscheidungen immer erfolgreicher, ein Prozeß, den man wohl nie als abgeschlossen betrachten kann. Architektur ist Teamarbeit - Varianten zur Entscheidung werden daraus entwickelt und bieten eine Grundlage für die richtige Entscheidung.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Prof. Kupsky, mein Lehrer an der TU, prägte meinen Lebensweg. Er hatte nicht nur einen technischen, sondern auch einen menschlichen Zugang zur Architektur, und er war es auch, der mir seine Vorlesung eines Tages plötzlich überließ und mich so ins kalte Wasser stieß, was für mich natürlich sehr spannend und lehrreich war.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Die Zufriedenheit meiner Bauherren ist die wertvollste Anerkennung.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Generell sehe ich es als Problem, daß der Architekt sich nicht auf die Ausübung seines Berufes konzentrieren kann, sondern einen großen Teil seiner Zeit damit verbringen muß, Aufträge zu suchen. Vor allem bei den jungen Kollegen ist es ein Problem, wenn sie 70 Prozent ihrer Arbeitszeit hierfür investieren müssen. Fair wäre es, bei Ausschreibungen nur einige wenige Architekten einzuladen und diese dann auch für ihren Aufwand zu entschädigen. Das passiert jedoch nur sehr selten. Welche sind die Stärken Ihres Ateliers? Unsere Stärke besteht nicht nur in unserer fachlichen Kompetenz und Flexibilität, sondern auch in der richtigen Kalkulation, der Termintreue und der präzisen Bauabwicklung. Wir halten unsere Preisgarantien, vertreten darüber hinaus immer die Interessen des Bauherren. Wir gestalten die Dinge nach ihrem Wesen und nicht nach vergänglichen und fragwürdigen Modeströmungen.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Ich wohne und arbeite im selben Haus, auch teile ich das Büro mit meiner Frau. Am Wochenende schalten wir vollkommen ab, da gehört unsere Zeit unseren Hobbys.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Meines Erachtens hat ein gut ausgebildeter Architekt viele Möglichkeiten, in verschiedene Sparten einzusteigen, es wäre ihm also anzuraten, auch in ganz andere Berufe hineinzugehen. Man sollte versuchen, sein Studium möglichst rasch zu absolvieren. Je eher man ins Berufsleben einsteigt, desto besser. Natürlich kann und soll man sich auch neben der beruflichen Tätigkeit kontinuierlich weiterbilden.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich möchte weitere schöne Projekte im Ausland als Generalplaner und Entwickler realisieren.