Zum Erfolg von Alois Pröll
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich zunächst, Spaß an der Arbeit zu haben. Der wirtschaftliche Erfolg stellt sich dann automatisch ein.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, ich erachte mich als erfolgreich, da ich zufriedene Kunden habe. Auch freut es mich sehr, daß mein Sohn im Unternehmen mitarbeitet.Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Mein großer Erfahrungsschatz und meine hohe Fachkompetenz waren die Grundvoraussetzung für meinen Erfolg. In meinem Fach kann mir niemand etwas erzählen, da ich auf jahrzehntelanges Know-how verweisen kann. Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein? In meiner Branche sind Originalität und Flexibilität vonnöten. Unsere Kunden erwarten manchmal sozusagen Wunder von uns, und wir sind sehr stolz, wenn wir diese dann vollbracht haben.Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Meine Kindheit hat mich sehr geprägt. Obwohl mein Elternhaus materiell nicht sehr gesegnet war - mein Vater hatte eine Kriegsverletzung, und ich wuchs mit zehn Geschwistern auf -, erinnere ich mich gerne an meine Kindheit zurück. Ich wurde früh mit der Arbeitswelt vertraut und lernte auch schon bald, Disziplin an den Tag zu legen und Verantwortung zu übernehmen.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Ich wurde schon oft für meine Präzision und Genauigkeit gelobt. Als ich einmal ein falsches Maß beim Glaser angab, fragte mein Chef zweimal nach, ob diese Angaben wirklich von mir stammen, da er meinte, er könne sich nicht daran erinnern, daß ich jemals einen Fehler gemacht hätte. Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst? Personalfragen beschäftigen unsere Branche sehr. Der Weg, eigenes Personal auszubilden, erscheint mir noch der effizienteste.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Mein Realitätssinn und meine direkte Art werden von meinen Mitarbeitern respektiert und von unseren Kunden geschätzt. Ich spreche die Dinge offen und ehrlich an, auch wenn es unangenehm ist. Jeder hat eben seinen eigenen Hobel, um die Dinge glattzuschleifen - um es in der Sprache meines Berufsstandes auszudrücken.Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus? Wenn ich einen neuen Lehrling einstelle, schaue ich mir gerne das soziale Umfeld und das Elternhaus an und berücksichtige auch, ob er sich in der Gemeinschaft und in Vereinen engagiert, da dies für mich sehr aussagekräftig ist.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Ich motiviere meine Mitarbeiter, indem ich auch meinen Einsatz leiste und ihnen vorlebe, was ich von ihnen erwarte.Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens? Wir haben uns auf das Privatkundensegment spezialisiert, sind aber Ansprechpartner für Aufträge aller Art geworden. Vorwiegend erzeugen wir individuelle Wohn- und Vorzimmer, genauso wie Jugendzimmer, Stiegen und Eckbänke, Ofenbänke, aber auch Türen, kombiniert mit schönen Glasarbeiten, bis hin zu Bädern. Ein großer Bereich ist der Innenausbau, und auch Bodenverlegearbeiten werden von uns professionell durchgeführt. Ein großer Schwerpunkt wird zunehmend die Planung, vor allem die Beratung.Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Jeder hat seine Kundschaft, und wir können gut nebeneinander leben. Ich versuche, in meiner Region die Bedürfnisse und Wünsche meiner Kunden bestmöglich zu erfüllen.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Neben der beruflichen Selbständigkeit beschäftige ich mich mit technischen Entwicklungen. Ich tüftle gerne herum und versuche, mir durch Entwicklungen und Erfindungen - zum Beispiel im hydraulischen Bereich - Arbeitserleichterungen zu verschaffen. Ich habe auf meinem privaten Grundstück Steilhänge, welche ich bearbeiten muß, so habe ich versucht, mir durch technische Erfindungen diese Arbeit zu erleichtern. Auf diesem Weg ist das eines meiner Hobbies geworden.Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung? Auch die Technologie hat in meiner Branche nicht Halt gemacht. So habe ich stets darauf geachtet, daß mein Betrieb gut und modern ausgerüstet, gleichzeitig aber nicht übertechnisiert ist, da ich den Bezug zum händischen Arbeiten nie ganz verlieren möchte.Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Kein Unternehmer erwartet Profis als Berufsanfänger. Man sollte nur den Fleiß, Willen und Ehrgeiz mitbringen, einer zu werden. Ich konnte in den letzten Jahren beobachten, daß eine gewisse Lethargie bei Jugendlichen eingetreten ist, wovor man sich schützen sollte.
Ihr Lebensmotto?
Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.