Zum Erfolg von Barbara Reichard
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Wenn ich morgens gerne aufstehe und mich auf meine Arbeit freue, dann ist für mich Erfolg vorprogrammiert. Insofern ist Erfolg von der Arbeitsmotivation abhängig. Meine Motivation, meinen Beruf auszuüben, ist seit 20 Jahren ungebrochen hoch. Die Komplimente der Kunden, die nie ausgeblieben sind, spornten mich stets an, weiterhin hochmotiviert an die Arbeit zu gehen. Zum Erfolg gehört aber auch, in einem Team zusammenzuarbeiten, das sich mit einer harmonischen Familie vergleichen läßt. Letztendlich gehört zu Erfolg dazu, auch mit gelegentlichen Mißerfolgen gut umgehen zu können.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ich habe zwei liebe, gesunde Kinder. Wir haben ein ausgezeichnetes Verhältnis zueinander, und das alleine betrachte ich als das schönste Geschenk - gerade deshalb, weil ich als alleinerziehende Mutter früh die alleinige Verantwortung für meine Kinder übernahm. Der berufliche Erfolg krönt meinen privaten Erfolg.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Wesentlich war wohl der Umstand, daß ich meinen Beruf liebe. Ich arbeite einfach gerne mit Menschen zusammen und schätze mich durchaus als risikofreudig, flexibel und offen ein.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Je nach Art des Problems gehe ich der Situation entsprechend vor. Bei der Suche nach einer Lösung setze ich Hirn und Herz ein. Betriebsinterne Probleme bespreche ich mit dem Team, und wir erarbeiten dann gemeinsam die beste Lösung. Unternehmerische Fragestellungen löse ich alleine, da ich als Unternehmerin die Hauptverantwortung trage.
Ist es für Sie als Frau in der Wirtschaft schwieriger, erfolgreich zu sein?
Meines Erachtens gibt es keinen großen Unterschied zwischen Frauen und Männern, wenn es um die Bewältigung von Schwierigkeiten geht.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
In meinem Lehrbetrieb sprach mich die Persönlichkeit meiner damaligen Ausbildnerin sehr an. Es gab im Zuge meiner Ausbildung sowohl im In- als auch im Ausland immer wieder interessante Menschen, die mich beeindruckten. Auch junge kreative Kollegen inspirieren mich regelmäßig.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Auf ein gutes Arbeitsklima lege ich größten Wert. Mir liegt sehr am Herzen, daß meine Mitarbeiter die beste Qualifikation erwerben, um gerne und gut zu arbeiten und unsere Firmenphilosophie überzeugend nach außen hin zu vertreten.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Fachliches Know-how wird in international orientierten Schulungen vermittelt. Teamfähigkeit, Freude an der Arbeit und Dienstleistungsorientierung haben bei der Auswahl neuer Mitarbeiter höchste Priorität.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Haare sind das Spiegelbild der Seele. In meinen Salons in Wien und Mödling wird der Friseurbesuch zum Erlebnis für die Sinne - wesentlich ist, daß unsere Gäste das höchste Wohlgefühl in unseren Salons genießen. Unsere Mitarbeiter werden mit Herz, Hirn und Bauch geführt und international geschult, auch ist das Preis/Leistungsverhältnis angemessen.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Für mich bilden beide Lebensbereiche eine Einheit und fließen ineinander.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Nur was man gerne macht, macht man gut. Auch rate ich jungen Menschen, Praxiserfahrung zu sammeln. Wer in einem kreativen Beruf arbeitet, braucht ständig den kreativen Austausch. So bin ich mit meinem Team immer wieder auf Modeschauen und Shootings vertreten, um unserem hohen Kreativitätsanspruch gerecht zu werden.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Realistischerweise lehne ich mich an kurzfristige Ziele an. Ich freue mich, wenn ich diese Zielsetzungen wirklich erreichen kann, denn im Alltag kommt es oft dazu, daß Ziele immer wieder neu definiert und den Gegebenheiten angepaßt werden müssen. Der hohe Qualitätsstandard meiner Frisurenwerkstatt ist mir weiterhin wichtig. In nächster Zeit steht die Suche nach einem neuen Standort in der Wiener Innenstadt an, weil es die Räumlichkeiten erfordern. Mittelfristig wird meine Tochter, die sich gerade im Ausland bei einer Schnupperpraxis auf ihre berufliche Zukunft vorbereitet, in meinen Betrieb einsteigen.