Zum Erfolg von Karl Dienelt
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg hat sicher mit Hartnäckigkeit zu tun. Es geht darum, Ziele - möglicherweise auch über Umwege - zu erreichen. Erfolg fällt einem nicht in den Schoß, sondern muß erarbeitet werden. Wenn ich zaudere und immer an einen möglichen Mißerfolg denke, wird mir das Erreichen des Zieles versagt bleiben. So ist Erfolg das Resultat von Ausdauer und Zielstrebigkeit, Motivation und Selbstvertrauen, aber gleichzeitig auch Motor für neue Zielsetzungen. Erfolg ist natürlich auch die Zufriedenheit meiner Patienten, wenn ich ihnen mit meiner Behandlung helfen konnte. Ich will als Arzt ja nicht nur Medikamente verschreiben, sondern die Patienten gewissermaßen führen und begleiten.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, ich sehe mich als erfolgreich.Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Einfühlungsvermögen, Zielstrebigkeit, Ausdauer. Es ist wichtig, sich nicht vom ersten Hindernis aus der Bahn werfen zu lassen.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Ich empfand mich als erfolgreich, als mir im Spital eine Führungsposition anvertraut wurde. Das war sicher das erste Erfolgserlebnis, bei dem ich merkte, daß ich auch mit Mitarbeitern gut umgehen kann.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Es war sicher eine sehr erfolgreiche Entscheidung, Facharzt für Urologie zu werden. Ich hatte ein Fach gesucht, das die Interne Medizin und die Chirurgie miteinander verbindet, ein Fach, in dem man durch bestimmte Eingriffe sofortige Hilfe gewähren kann, und dieses fand ich in der Urologie. Gerade heute ist der Urologe sehr stark gefordert, nicht zuletzt auch in der Prävention, insbesondere des Prostatakarzinoms, die zu meinem Fachgebiet wurde.Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Mein Onkel, Prof. Schneiderbaur, der ein anerkannter Fachmann und Präsident des Obersten Sanitätsrates war, prägte mich sowohl medizinisch als auch menschlich. Ich hatte das Glück, ihn auch an der Abteilung als Lehrer und als Vorbild zu erleben. Er war für mich Vorbild und Mentor.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Meine Anerkennung erfahre ich täglich durch meine Patienten. Die kleinen Erfolgserlebnisse sind es, die mir die größte Freude machen.Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst? Ungelöst ist sicher das Problem der nicht ausreichenden Versorgung älterer Menschen. Einerseits gibt es hier das Problem der Pflege und andererseits die Kostensituation. Es ist wichtig, sich als zukünftiger Patient und Älterwerdender zu überlegen, wie man auch ohne staatliche Vorsorge auskommen kann. Es ist sicher unmöglich, daß der Staat für die notwendige Pflege wird aufkommen können.Welche sind die Stärken Ihrer Ordination? Meine Stärke ist die vollkommen individuelle Betreuung. Jeder Patient wird nicht nur ausreichend und ordentlich behandelt, er wird auch geführt, wenn es notwendig ist, d.h. daß er nicht einfach nur weitergeschickt wird, ich nehme die konkrete Überweisung zu anderen Ärzten auch persönlich in die Hand.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Wenn ich meine Ordination zusperre und nach Hause fahre, dann schalte ich ab und bin für meine Familie da. Hier erwarten mich ja auch genügend Aufgaben - schließlich bin es auch ich, der sich um die Kulinarik kümmert. Ich habe auch einen großen Freundeskreis, den ich bewußt pflege.Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung? Fortbildung ist Teil meiner Arbeit, sicher verwende ich pro Woche vier bis fünf Stunden dafür.Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Lernen, lernen, lernen. Es ist wichtig, neugierig zu sein, sich mit keinen Floskeln oder Klischees abspeisen zu lassen und kritisch zu bleiben. Fleißig sein, nicht immer mit dem Strom schwimmen und ausdauernd bleiben, das halte ich für sehr wichtig.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich möchte einmal sagen können, ich habe in meinem Hauptberuf etwas geleistet und nichts umsonst gemacht. Ich möchte viele zufriedene Patienten gehabt und viele Schicksale zum Besseren gewendet haben. Sobald ich meine medizinischen Aktivitäten etwas gedrosselt habe, möchte ich mich mehr meinen wirtschaftlichen Interessen widmen.
Ihr Lebensmotto?
Der Arzt darf dem Geld nicht nachlaufen, er muß nur trachten so gut zu sein, daß es zu ihm kommt. (Prof. Schneiderbaur)