Zum Erfolg von Rudolf Zabrana
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich, einen nachhaltigen Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung leisten zu können und an Projekten beteiligt zu sein, wo man etwas bewegen kann, wie zum Beispiel mit dem Planquadrat.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Das Wandeln und Vernetzen unterschiedlicher Welten - Politik und Architektur, Architektur und Raumplanung. Ich arbeitete auch lange Zeit an der Hochschule als Assistent in der Freiraumplanung und konnte dieses Wissen und die Erfahrung sowohl in der politischen als auch in der beruflichen Tätigkeit optimal einsetzen. Andere Interessen erweiterten meinen Horizont und ermöglichten mir, über den Tellerrand zu schauen. Der Ehrgeiz, im jeweiligen Fachgebiet an die Spitze gelangen zu wollen, und die Bereitschaft, von anderen zu lernen, beispielsweise durch Teilnahme an Symposien, wo ich mir von Spitzenleuten viel aneignete, spielten ebenfalls eine wichtige Rolle.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Ich packe Probleme an den Hörnern, die schwierigsten Aufgaben erledige ich zuerst. Wichtig ist ein gutes Zeitmanagement. Visionen hat man bald, ob die Möglichkeit der Umsetzung gegeben ist, hängt stark von den Rahmenbedingungen ab. Die Auseinandersetzung mit Behörden gerade im Bereich der Baugesetze, wo man schon fast ein Jurist sein muß, um Lücken aufzuspüren, damit die Phantasie noch Raum findet, erfordert viel Geduld und Nervenstärke, und oft gilt es, den Bürgern Werte zu vermitteln, um eine Bewußtseinsänderung einzuleiten. Nicht immer stellt sich der Erfolg ein, doch jede Niederlage stärkt auch.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Der Wettbewerbsgewinn mit Hugo Potyka 1980 zählt zu den schönsten Erlebnissen neben dem ersten Preis bei der EXPO und dem Flughafen Schwechat. Der große Donauraumwettbewerb 1980 fand in drei Einzelwettbewerben statt, nämlich Gesamt Wien, der engere Donauraum und das Kraftwerk Freudenau - wir gewannen in allen drei Bereichen. Der Umbau des Alten AKH für die Universität Wien, wo ich das Büro Frank repräsentierte und den ersten Hof, also den lebendigen Bereich, mitgestaltete, erfreut mich bei jedem Besuch, da dieses Projekt einen Balanceakt zwischen den Ansprüchen der Universität und den anderen Interessenten erforderte.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Der Wandel des Berufsbildes. Der Architekt der fünfziger Jahre war Meister auf allen Ebenen, heute mutiert der Architekt oft zum Erfüllungsgehilfen von großen Bauträgern. Sich auf diesem Feld zu behaupten ist die Herausforderung des Berufstandes. Nur durch eine meßbar bessere Leistung gewinnt man heute Einfluß.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Wir sind ein flexibles Team von 15 Mitarbeitern, die je nach Projekt eingesetzt werden und die Gesamtleistung hervorbringen.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Die Vielfalt - unser Spektrum reicht von der Villenetage bis zum sozialen Wohnbau, vom Autohaus bis zum Hotel - und eine geradlinige Architektur, die sich nicht auf Modernismen einläßt, sondern auf Funktionalität, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit bei gestalterischer Hochwertigkeit achtet. Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Durch die Wettbewerbe verfügt unser Berufsstand über eine ritualisierte Konkurrenzsituation, die durchaus für die eigene Fitneß gut ist.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Freizeit ist für mich kein Maßstab, und die Kreativität läßt sich vom Privatleben nicht stoppen.
Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung?
Für Fortbildung verwende ich rund 14 Tage im Jahr, weil ich überzeugt bin, daß die laufende Weiterbildung und der Blick über die Grenzen für meinen Beruf außerordentlich wichtig sind.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Mir bereitet die Arbeit Freude, und solange ich meinen Beitrag leisten kann, will ich arbeiten. Meine Expertise und Erfahrung an die nächste Generation weiterzugeben, durch Ausbildung und Vorbildwirkung, ist mein Ziel. Die Möglichkeiten dazu sind gegeben, sei es in meiner beruflichen und politischen Tätigkeit oder durch die Weitergabe meines Wissens an meine eigenen Töchter, insbesondere die ältere Tochter, die Architektin ist und in der Wiener Stadtplanung arbeitet.