Zum Erfolg von Roland Zellot
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Die erreichte Zufriedenheit trägt zur Gesundheit bei, und die körperliche Gesundheit mobilisiert wiederum die inneren Kräfte. Dieser Zusammenhang wird leider viel zu wenig thematisiert. Meines Erachtens muß es auch Zwischenerfolge auf dem Weg nach oben geben. Jeder Mensch hat Erfolg, es hängt nur von der Definition ab. Viele sind auch mit wenig zufrieden, und manche brauchen den Mitbewerb, um vorangetrieben zu werden. Jeder beschreibt seinen Erfolg anders. Erfolg läßt sich nicht erzwingen, sondern stellt sich von selbst ein - oft dann, wenn man nicht daran glaubt. Bei meiner Tätigkeit als Landwirt freue ich mich, wenn ich sehe, daß auf dem Feld alles gedeiht, daß ich zu meiner eigenen Zufriedenheit gearbeitet habe.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, ich war bereits 1981 Lehrbeauftragter für Führungsmethodik und Menschenbildung beim Österreichischen Bundesheer. Damit konnte ich auf der Militärakademie und heute an der Unteroffiziersakademie unterrichten und Gruppen ausbilden. Diese Aufgabe hat mein Leben entscheidend geprägt, auch konnte ich dieses Wissen in weiterer Folge bei der Feuerwehr anwenden.Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Bereits während meiner Lehrzeit kam ich zu der Erkenntnis, daß ich schon viele Dinge konnte oder wußte, die sonst nur eine ausgebildete Fachkraft zuwege bringt. Das führe ich auf meine positive Einstellung zu meinem Beruf zurück und werte es als Teilerfolg dieses Lebensabschnittes. Diese Abschnitte habe ich bewußt gewählt und die entsprechenden Zeichen gesetzt, ohne zu fragen, ob ich davon reich werde. Ich habe alles durchdacht, und mein Hausverstand sagte mir, daß das zu Erfolg führen wird. Ich wurde von vielen beneidet und bewundert. All das ist nur gelungen, weil körperliche und geistige Fähigkeiten vorhanden waren und ich keinen blinden Eifer, sondern einen gewissen Biß an den Tag legte.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Ich bin ein kommunikativer Mensch und arbeite gerne mit Menschen zusammen. Daher sehe ich meine Aufgabe darin, der jungen Generation etwas beizubringen und sie gut auszubilden - wobei ich mich immer wieder frage, ob wir hier zeitgemäß handeln. Wir können die Entwicklung der Lebensanschauung der Jugend genau überprüfen und stellen dabei fest, wie sich auch die Bildung entwickelt.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Mein Jugendtraum war, den landwirtschaftlichen Bereich auszubauen. Ich modernisierte den von meiner Mutter geerbten Hof, in dem heute über 70 Stück Vieh stehen. Heute betreiben wir Mutterkuhhaltung, von Beginn an beschäftigte ich mich zudem mit biologischer Landwirtschaft und führte auch neue Fütterungsmethoden ein. Die Bauern der Gegend folgten bald meinem Beispiel. Obwohl ich nicht über eine Ausbildung im landwirtschaftlichen Bereich verfüge, war mein Wille, etwas zu bewegen, stark genug. Während meiner politischen Laufbahn setzte ich mich immer für die Bauern, besonders für die Nebenerwerbslandwirte, ein und sorgte dafür, daß ihre Interessen vertreten werden.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Ich war von Kind an ein Träumer, aber all meine Wünsche und Träume sind in Erfüllung gegangen. Schon damals sah ich mich Reden halten, denen andere zuhörten. In allen Bereichen habe ich jedoch klein angefangen.Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein? Ich wollte immer ein starkes, eigenständiges Original sein und nicht die schwache Kopie eines anderen. Daher bin ich stets meinen eigenen Weg gegangen und habe mich mit vielen neuen Dingen beschäftigt. Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Die Vorgehensweise innerhalb des Bundesheeres, die man normalerweise nicht beachtet, hat mich beeinflußt. Hier funktioniert es, daß ein Mensch befiehlt. Der Kommandant gibt den Einsatzbefehl, dem alle nur dann folgen, wenn seine fachliche Autorität gefestigt ist.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Ich wurde aufgrund meiner beruflichen Ausbildung oft als autoritäre Person eingeschätzt, halte diese Beurteilung jedoch für falsch.Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Ich konnte mit meiner Ausbildung viel Erfolg erzielen. Aber heute hätte ich damit wohl keine Chance mehr, da sie nicht ausreichen würde. Daher rate ich den jungen Leuten zu einer fundierten Ausbildung, die einen wichtigen Meilenstein für den weiteren Lebensweg darstellt. Freude am Beruf, Zielstrebigkeit und der Wille, Niederlagen zu meistern, sind unabdingbar.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Meine Ziele sind schon recht bescheiden. Ich möchte meine Fähigkeiten im Baubereich ausleben und noch ein schönes Wohnhaus errichten. In der Landwirtschaft bin ich mit dem, was ich erreicht habe, zufrieden.
Ihr Lebensmotto?
Meine goldene Regel, die da lautet: Ruhe bewahren, Ursachen feststellen, Fehler abstellen.