Zum Erfolg von Ines Anna Weissensteiner
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Wenn meine beruflichen und privaten Wünsche durch mein Zutun, durch meinen Fleiß und meine Fähigkeiten in Erfüllung gehen, empfinde ich das als persönlichen Erfolg.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, ich sehe mich im Sinne meiner Definition als erfolgreich. Mein Erfolg ist der Erfolg meiner Kunden, und er blüht natürlich im Verborgenen, weil ja kein Hotel hinausposaunt, daß es die Hilfe einer Unternehmensberaterin in Anspruch genommen hat.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Ehe ich mich selbständig machte, hatte ich sehr klare Vorstellungen, was ich gerne tun würde und welche Kunden ich gerne haben möchte. Das war zu Beginn eher intuitiv, ich malte mir vor meinem geistigen Auge aus, wie denn meine Zukunft in diesem Beruf aussehen könnte. Daraus entwickelte ich dann ganz konkrete Ziele, die ich Schritt für Schritt mit Konsequenz und harter Arbeit in die Tat umsetzte. Außerdem verfüge ich über Geduld und Durchsetzungsvermögen, wobei man als Frau aufpassen muß, daß die Durchsetzungskraft nicht zu männlich wirkt. Als Unternehmensberaterin muß ich meine Klienten in ihrem Bedürfnis nach Hilfe und Information respektieren, aber auch ihre Grenzen achten. Generell sind Liebe zu anderen Menschen und Empathie wichtige Erfolgsfaktoren. Während eines Auftrages bin ich natürlich sehr oft vor Ort und übe dort durch meine Freundlichkeit auch eine Vorbildfunktion aus. Nicht zuletzt ist die Unterstützung durch meinen Mann und die Familie ein wesentlicher Beitrag zu meinem Erfolg.
Ist es für Sie als Frau in der Wirtschaft schwieriger, erfolgreich zu sein?
In der Unternehmensberatung ganz allgemein wäre es unter Umständen schwieriger gewesen. Ich bin aber auf die Hotellerie spezialisiert, und in dieser Branche dominieren Frauen in den Führungspositionen, weil sie sich liebevoller um das Produkt Dienstleistung kümmern. Sie haben einen besseren Blick für Fehler und wollen diese auch beheben. Daher habe ich auch keine Probleme, als Unternehmensberaterin in der Hotelbranche akzeptiert zu werden.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Ich arbeitete zwei Jahre in der Tourismusberatung von Andrea Fuchs, sie war außerdem eine meiner Direktorinnen während der Hotelausbildung. Dasselbe gilt für Elfriede Krempl, ehemalige Generalsekretärin der ÖHV (Österreichische Hoteliervereinigung). Beide förderten mich und waren durch ihr Engagement und die Begeisterung für die Sache ein Vorbild. Außerdem imponierten mir ihre Geduld und Nachhaltigkeit.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Ich bekomme genug Anerkennung, aber ich suche sie mir auch. Die schönste Anerkennung und Bestätigung für mich ist, wenn einer meiner Klienten ein neues Hotel eröffnet und mich bittet, auch dort unterstützend tätig zu werden. Oder als konkretes Beispiel das Hotel Allegro, für das ich im April 2007 engagiert wurde, und das bereits im August schwarze Zahlen schrieb.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Ein Geheimnis liegt darin, nicht die Mitarbeiter zu schulen, sondern den Direktor zu coachen und zu trainieren, damit er in allen Situationen alleine richtig handeln und entscheiden kann. Parallel dazu passieren natürlich noch jede Menge anderer Kleinigkeiten, etwa eine Grundreinigung des ganzen Hauses oder ein kompletter Check und die Instandsetzung der Technik, von der Lüftung im Badezimmer bis zur Batterie in der TV-Fernbedienung. Ein dritter Problempunkt in vielen Hotels ist die mangelnde Service- bzw. Gastorientierung. Und dann geht's erst an den Verkauf, an PR- und Marketingmaßnahmen. Wie man sieht, muß ich als Beraterin ein sehr umfangreiches Wissen mitbringen. Ich muß der Stubenfrau den Dampfstrahler erklären können, muß die Geschäftsleitung in puncto Mitarbeiterführung coachen, mich im Marketing, in der EDV und bei tausend anderen Dingen auskennen.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Da ich keine Kinder habe, kann ich problemlos 40 Wochenstunden und mehr arbeiten. An den Wochenenden bin ich normalerweise nicht in den Hotels anwesend, da arbeite ich beispielsweise an meinem Rezeptions-Handbuch, das noch 2007 im Trauner Verlag erscheinen wird, oder bereite Unterlagen für meinen Rezeptionslehrgang am WIFI und für andere Seminare vor. Das Geld, das ich verdiene, verwende ich zum Teil dafür, mir persönlich etwas Gutes zu gönnen.
Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung?
Da ich - wie erwähnt - in meinem Beruf ein sehr breites Spektrum an Kenntnissen und Fähigkeiten brauche, ist regelmäßige Fortbildung für mich ein absolutes Muß. Ich besuche aber nicht nur Fachseminare, sondern auch Trainings im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung, wobei ich hier besonders am Psy-Dynamics Institut von Edda Buresch wertvolle Erfahrungen und Erkenntnisse gewinnen konnte.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Niemals aufhören zu lernen!
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
In den letzten Monaten stellte ich fest, daß ich in meinem Berufsleben wieder etwas verändern möchte - das einzig Beständige ist bekanntlich der Wandel. Daher möchte ich künftig meine Lehrtätigkeit stärker ausbauen. So werde ich beispielsweise ab 2008 an der Privatuniversität am Kahlenberg unterrichten.