Zum Erfolg von René Kempf
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Für mich bedeutet objektiver Erfolg das Erreichen der angestrebten Ziele. Subjektiv ist es die Anerkennung der geleisteten Arbeit.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, ich habe mich weiterentwickelt und bin trotzdem authentisch geblieben.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Soziale Kompetenz und Zähigkeit sind sicherlich wichtige Erfolgsfaktoren, außerdem verfüge ich über das Talent, Prozesse zu moderieren. Nicht zuletzt gehört zur jeden Erfolgsgeschichte auch eine gewisse Portion Glück.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Es gibt Einzelfälle, wo schnelle Entscheidungen gefragt sind; ebenso wichtig ist aber der Blick in die Zukunft, bei dem es um langfristige, strategische Weichenstellungen geht.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Als ich bei der Wiener Städtischen Assistent des Vorstandes wurde, fühlte ich mich erstmals wirklich erfolgreich. Dieser Karrieresprung war eine hohe Ehre und Auszeichnung.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Grundsätzlich hätte mich auch eine Laufbahn als Richter oder Rechtsanwalt interessiert, doch hielten mich die undankbaren und schlecht bezahlten Lehr- und Praxisjahre davon ab. Meine Entscheidung, in die Versicherungswirtschaft zu gehen, war daher aus heutiger Sicht absolut richtig. Unterm Strich war es aber die Summe vieler kleiner Entscheidungen, die den Gesamterfolg ausmacht.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Mein langjähriger Vorgesetzter, Vorstand und dann Generaldirektor-Stellvertreter Dr. Franz Lauer zeigte mir, daß man nicht nur Fachwissen braucht, um ein guter Vorstand zu sein, sondern auch Menschlichkeit und Intuition.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Ich freue mich über Lob und Respekt von Vorgesetzten, Kollegen und Mitarbeitern.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Eines der großen Probleme in der Versicherungsbranche ist die Schnelligkeit der Veränderungen, hervorgerufen durch technische, sozialpolitische und gesetzliche Entwicklungen. Außerdem wächst die Wiener Städtische derart rasant, daß es schwierig ist, nicht den Überblick zu verlieren.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Neben fachlichen Kriterien zählen für mich in erster Linie Teamfähigkeit und Einsatzbereitschaft.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Von Geld abgesehen ist Lob die beste Motivation.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Die Wiener Städtische ist zwar die größte Versicherungsgesellschaft Österreichs, doch Größe allein ist noch keine Stärke. Wir bieten im Bereich Haftpflicht und Rechtsschutz vor allem Qualität im Service und ausgezeichnete Produkte. Im Großkundenbereich überzeugen wir durch erstklassige Lösungskompetenz.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Lange Jahre hatte der Beruf für mich Priorität, mittlerweile habe ich aber erkannt, daß man auch gute Arbeit leisten kann, ohne zwölf Stunden täglich im Büro zu verbringen. Meine Lebenseinstellung hat sich diesbezüglich geändert, heute liegt mein Fokus viel stärker auf Familie und Privatleben.
Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung?
Da wir zum Beispiel auf medizinischem Gebiet einer der größten Versicherungsanbieter sind, bilde ich mich auch mit Kursen wie „Gesundheitswesen für den Laien“ weiter. Dazu kommen natürlich noch fachliche und juristische Fortbildungsveranstaltungen.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Um eine erfolgreiche Karriere aufzubauen, muß man auch Niederlagen einstecken können. Zweitens: Management lernt man nicht aus Büchern, sondern nur durch den Job selbst. Mein dritter Rat lautet: Authentisch bleiben!
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Theoretisch wäre die Berufung zum Vorstand einer ausländischen Tochtergesellschaft der nächste logische Schritt, was aber in meinem Fall aus privaten und gesundheitlichen Gründen nicht möglich ist. Daher ist es mein Ziel, die führende Rolle meiner Abteilung weiter zu festigen oder noch auszubauen.
Ihr Lebensmotto?
Wenn du die Treppe hinaufgehst, sei nett zu den Menschen, die dir begegnen - es kann sein, daß du sie beim Hinuntergehen wieder triffst.