Zum Erfolg von Rudolf Vogl
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Wenn ich sehe, daß ich Ziele, die ich mir vornehme, erreichen und umsetzen kann; daß ich in meiner Funktion Dinge bewegen, verändern, verbessern kann - und all das in einem Umfeld und mit Menschen, wo das Arbeiten Spaß macht.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, weil ich eine Position im Bereich Human Resources bekleide, deren es in Österreich nur sehr wenige gibt und die mir große Freude bereitet. Außerdem erhalte ich für meine Arbeit sehr viel positives Feedback.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Eine meiner größten Stärken ist es, mit Menschen der unterschiedlichsten Ebenen umgehen zu können - vom Vorstandsvorsitzenden bis zur einfachen Sekretärin. Außerdem braucht man innerhalb unserer Struktur, die sehr dezentral ist, ein gehöriges Maß an Verhandlungsgeschick und Kommunikationsfähigkeit. Man muß sich gut auf unterschiedliche Kulturen und Nationalitäten einstellen können. Zum Erreichen der Ziele braucht man natürlich auch Ausdauer und Durchhaltevermögen.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Bei meiner Ernennung zum stellvertretenden Abteilungsleiter im Finanzministerium verspürte ich erstmals ein echtes Erfolgsgefühl. Diese Beförderung war eine Anerkennung, weil ich der jüngste Mitarbeiter in dieser Position war und auch von außen wahrgenommen wurde. Das zweite große Erfolgserlebnis erfuhr ich bei meinem Umstieg vom Beamtentum in die Privatwirtschaft. Es ist nicht selbstverständlich, daß ein amerikanischer Konzern einen österreichischen Beamten als Personalmanager einstellt. Im privaten Bereich fühlte ich mich erstmals im Zuge meiner musikalischen Aktivitäten als Chorsänger erfolgreich. Meine Eltern waren beide aktiv im Volksgesang tätig, und ich habe deren Musikalität geerbt. Parallel zum Jus-Studium studierte ich eine Zeitlang auch Gesang am Konservatorium und trat unter anderem auch mit den Philharmonikern auf. Schließlich konzentrierte ich mich aber wieder auf Jus, weil mir die Erfolgsaussichten mit dieser Ausbildung doch deutlich höher erschienen.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Der damalige Sektionsleiter im Finanzministerium Dr. Otto Gratschmayr sagte zu mir: „Für dich ist die Rechtsabteilung nichts, dich will ich in der Organisation haben!“ Er förderte mich und meine Karriere im Ministerium sehr stark. Ebenso Dr. Stepic (Vorstandsvorsitzender der Raiffeisen International AG), welcher in den letzten 20 Jahren die Raiffeisen International AG aufgebaut hat.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Wenn ich ein Projekt erfolgreich abgewickelt habe und mir dafür Dank ausgesprochen wird, empfinde ich das als schöne Anerkennung.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Ohne Mitarbeiter gibt es keinen Erfolg.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Wenn es um eine Stelle innerhalb meines Bereichs geht, ist mir die persönliche Komponente sehr wichtig - der richtige Umgang mit Menschen, Lernbereitschaft, sowie eine gewisse Grundeinstellung, die von Offenheit, Selbstmotivation und Humor geprägt ist.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Ich versuche, den Leuten möglichst viel Freiraum für selbständiges Arbeiten zu geben, damit sie ihre eigenen Erfolge feiern können. Bei entsprechender Leistung hole ich sie auch vor den Vorhang und spreche meine Anerkennung aus. Nicht zuletzt spielt das Schaffen eines Umfeldes, in dem sich die Mitarbeiter wohl fühlen, eine wichtige Rolle.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Wir sind trotz unserer Größe sehr flexibel und anpassungsfähig, weil wir dezentral organisiert sind. Außerdem haben wir in neuen Märkten immer wieder die Vorreiterrolle übernommen.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Da auch meine Frau beruflich stark engagiert ist, steht unter der Woche das Privatleben ein bißchen im Hintergrund. Wir achten aber darauf, daß das Wochenende uns gehört - und das gelingt auch zu 90 Prozent.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Zunächst sollte man sich die Frage stellen, wo die persönlichen Talente und Interessen liegen, und seine Berufswahl danach richten. Ohne Einsatz, Initiative und Leistungsbereitschaft wird man dann im Berufsleben auch keine Karriere machen.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Auf dem Sektor der Human Resources gibt es noch einiges zu tun, um die Präsenz, das Ansehen, die Wertigkeit zu steigern und das Profil zu stärken.
Ihr Lebensmotto?
Ich bin gern bereit, hart zu arbeiten, ich will aber auch Spaß dabei haben!