Zum Erfolg von Günther Helbok
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Für mich bedeutet Erfolg, etwas von Wert und Bestand zu schaffen.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja - mein Vorschlag, eine Abteilung für Operational Risk aufzubauen, wurde von der BA-CA positiv aufgenommen. Man gab mir die Chance, das Vertrauen und das entsprechende Umfeld zur Realisierung.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Die enge Zusammenarbeit mit meinem Team. Das gemeinsame Erreichen von Zielen steht im Vordergrund, und nicht, wer die Leitung der Abteilung inne hat.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Wir müssen Fehler der Bank, die im Risikomanagement passieren, aufzeigen und aufzeichnen - daher müssen wir entsprechend vorsichtig agieren. Es ist immer eine Gratwanderung, die richtige Mischung aus Diplomatie und transparenter Information zu finden.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Ich wollte während des Studiums gerne ins Ausland, und einen Platz speziell in Amerika zu bekommen, war nicht einfach. Dank guter Noten und einem positiv absolvierten Test war ich im Spitzenfeld des Rankings, was schon mit einem gewissen Erfolgsgefühl verbunden war.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Das ist schwierig zu sagen, weil jede andere Entscheidung einen anderen Verlauf der Karriere verursacht hätte. Wäre ich damals zum Beispiel in England geblieben, hätte sich mein Berufsleben anders entwickelt - in welcher Form auch immer. Ich bin mit meinen bisher getroffenen Entscheidungen jedoch zufrieden.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Mit Martin Walker, meinem Professor in Manchester, verband mich eine sehr gute Zusammenarbeit, und ich verdanke ihm sehr viel. Er hätte mich auch gern länger behalten, ich entschied mich aber aus privaten Gründen, nach Österreich zurückzukehren. Manchester ist in puncto Kriminalität ein gefährliches Pflaster, außerdem störte mich das Klassensystem in England.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Es ist eine schöne Anerkennung von außen, daß unsere Arbeit von der Aufsicht gewürdigt wird. Auch die gute Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern empfinde ich als Anerkennung.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Ich habe ein tolles Team, das beste Arbeit leistet. Ohne Mitarbeiter wäre meine Karriere nicht möglich gewesen. Strategische Entscheidungen werden nur im Kollektiv mit den Mitarbeitern getroffen.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Es geht nicht nach Noten, Zeugnissen oder Fachkenntnissen. Uns ist wichtig, in den Mitarbeitern ein gewisses Entwicklungspotential zu erkennen, und daß sie über die Fähigkeit verfügen, über den Tellerrand hinauszuschauen. Teamgeist und der Wille, an gemeinsamen Zielen zu arbeiten, sind ebenfalls wichtige Kriterien.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Die Abteilung Operational Risk arbeitet eng mit den entsprechenden Units in anderen Banken, etwa Raiffeisen oder HypoAlpeAdria, zusammen. Diese breite Basis ist der Schlüssel zum Erfolg.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Ich bringe unsere Kinder jeden Morgen in den Kindergarten und hole sie ein- bis zweimal pro Woche auch ab. An den anderen Tagen arbeite ich normalerweise bis 19 oder 20 Uhr. Die Wochenenden halte ich mir nach Möglichkeit für die Familie frei.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Wählt einen Beruf, der euch Spaß macht, dann werdet ihr auch Erfolg haben!
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Was wir 2000 mit Operational Risk begonnen haben, wollen wir bis spätestens Mitte 2009 erfolgreich zu Ende bringen.