Zum Erfolg von Walter Voglhuber
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Ich sehe es als Erfolg, wenn ich gemeinsam mit den Mitarbeitern mit Freude und ohne äußeren Druck gute Arbeit leiste, die unsere Kunden zufriedenstellt.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, ich denke, daß ich in meiner Sparte durchaus erfolgreich bin. Ich habe ein florierendes Unternehmen mit vielen Stammkunden aufgebaut und behaupte mich seit über 20 Jahren am Markt - darauf bin ich stolz.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Das typische Bild des Unternehmers, der ein Schlitzohr ist, nur auf seinen persönlichen Profit bedacht ist und seine Mitarbeiter ausbeutet, stimmt bei mir absolut nicht. Im Gegenteil - ich schaue auf meine Leute und beteilige sie in Form von Leistungsprämien auch am Unternehmenserfolg. Ein gutes und motiviertes Team ist mir enorm wichtig, weil es maßgeblich zum Erfolg beiträgt. Mein soziales Denken ist also sehr ausgeprägt, was ich bei der Arbeit mit Personal als extrem wichtig erachte. Trotzdem muß man manchmal autoritär sein, denn nur mit Freundschaft allein kann man eine Firma nicht erfolgreich führen. Jedes Schiff braucht einen Kapitän. Wenn es mir gut geht, geht es auch den Mitarbeitern gut - und umgekehrt. Aber natürlich bin ich auch ein guter Kaufmann, sonst hätte ich mir viele meiner Träume, wie beispielsweise ein eigenes, überdachtes Schwimmbad, nicht erfüllen können. Außerdem bin ich sehr ehrgeizig, was auch bei meinem großen Hobby, dem Tennisspielen, zum Ausdruck kommt.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Ich habe schon als Kind bzw. Jugendlicher gelernt, was Arbeit bedeutet, was für meinen weiteren Berufsweg sicherlich prägend war. Mein Bruder und ich halfen in der Früh in der Bäckerei meiner Eltern mit und packten auch in der kleinen Landwirtschaft mit an. Ich bekam also durch das Elternhaus eine gesunde Einstellung zur Arbeit mit. Später im Beruf war Herr Ohnmacht, Inhaber der Firma Diana, eine prägende Persönlichkeit. Ich war ja noch ein Greenhorn und hatte von kaufmännischen Dingen keine Ahnung - trotzdem vertraute er mir und holte mich als Geschäftsführer in eine leitende Position. Wir hatten zwar später einige Konflikte auszufechten, aber letztlich konnten wir alles bereinigen. In kaufmännischer Hinsicht lernte ich bei Diana sehr vieles von Herrn Eck.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Wie erwähnt spielen sie eine ganz große Rolle. Ich beschäftige derzeit sieben Mitarbeiter in der Montage, davon sind fünf schon länger als zehn Jahre im Betrieb, einer sogar schon seit der Firmengründung. Das ist ein Zeichen, daß sich die Mitarbeiter in meiner Firma wohl fühlen.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Ich muß nicht mit allen Mitarbeitern dick befreundet sein, aber die zwischenmenschliche Chemie sollte aber grundsätzlich stimmen. Darüber hinaus achte ich auf Verläßlichkeit, genaues und sauberes Arbeiten sowie ein gewisses Maß an Selbständigkeit.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Neben leistungsgerechter Bezahlung, Erfolgsprämien und einem guten Betriebsklima lade ich das Team auch regelmäßig zu einem geselligen Beisammensein ein. Wir essen gut, trinken ein Bier und plaudern über alles mögliche, natürlich auch über die Firma und die Arbeit. Das stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Uns zeichnet ein kompetentes und motiviertes Team aus, das beste Qualität und saubere Arbeit pünktlich abliefert. Wir sind dafür bekannt, daß wir wirklich sauber arbeiten und jede Baustelle in bestem Zustand verlassen. Es gibt sicherlich etliche Firmen, die billiger als wir sind, doch das Niveau unserer Leistung rechtfertigt den etwas höheren Stundensatz auch. Unterm Strich geht diese Rechnung auch für die Auftraggeber auf, sonst hätten wir nicht so viele zufriedene Stammkunden.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Ich bin ein Mensch, der eine gewisse Lebensqualität schätzt und daheim im eigenen Haus bei der Familie Kraft tankt bzw. Entspannung findet. Ich wohne 90 km von Wien entfernt, und seit meine Firma erfolgreich läuft, arbeite ich nur mehr von Montag bis Donnerstag. Auch die Geburt unseres Sohnes Fabian im Jahr 2000 war ein Grund, einen Gang zurückzuschalten, denn früher hatte ich eine Sieben-Tage-Woche und vieles von der Kindheit unserer beiden Töchter verpaßt. Diesen Fehler wollte ich nicht wiederholen. Meine Frau hatte immer Verständnis für meinen hohen Arbeitseinsatz, denn nur dadurch können wir heute unseren Lebensstandard in einem Traumhaus genießen.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Jungen Menschen empfehle ich, eine gute Ausbildung zu machen und sich ein hohes Grundwissen anzueignen. Dabei sollte man sich nicht nur auf seinen Fachbereich fokussieren, sondern möglichst vielseitig und offen sein. Der Erfolg fällt nicht vom Himmel, ohne Ehrgeiz und Fleiß wird man im Leben nichts erreichen - das gilt ganz besonders für die Selbständigkeit. Der wichtigste Erfolgsfaktor ist aber die Freude an der Arbeit.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Mit zu starker Expansion machte ich keine guten Erfahrungen - ich stehe heute mit neun Mitarbeitern wirtschaftlich besser da als früher mit 20. Daher will ich die Größenordnung der Firma nicht wesentlich verändern, allerdings möchte ich spätestens in fünf Jahren einen Partner finden, dem ich das Unternehmen übergeben kann. Ich habe bereits einen Mitarbeiter im Auge, der mir diesbezüglich aufbaufähig erscheint.