Zum Erfolg von Stefan Hendriks
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg ist etwas Relatives und bedeutet für jeden - in Relation zu seiner Startposition - etwas anderes. Wichtig ist es meiner Meinung nach, sich immer weiterzuentwickeln und nicht stehen zu bleiben. Erfolg hat für mich persönlich mit Zufriedenheit zu tun, und damit, gute Arbeit zu leisten und kompetent zu sein.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Geschäftsführer mit 40 Jahren zu werden, kann man durchaus als erfolgreich ansehen, aber im Sinne meiner Definition, sehe ich noch viele herausfordernde Jahre vor mir, in denen ich noch viel lernen möchte.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Ich bin ein sehr zielorientierter Mensch und stelle mich den Herausforderungen, gemeinsam mit meinem Team. Am Anfang einer Karriere möchte man meistens als Person erfolgreich sein, später hat man immer mehr Spaß daran, andere „mitzunehmen“ und erfolgreich zu machen. Mir ist es sehr wichtig, mein Team zum Erfolg zu führen, und das gelingt mir auch. Ich bin ein sehr kommunikativer Mensch und werde von anderen rasch als Person akzeptiert. Mein wichtigster Beweggrund ist es immer, das, was ich mache, so gut wie möglich zu machen und bestmögliche Arbeit zu leisten; wenn man sich darauf konzentriert, ist es nach meiner Erfahrung nachgerade unmöglich, nicht erfolgreich zu sein. Sehr prägend war für mich die Erfahrung bei AstraZeneca, wo ich kurz nach dem Merger mit der Zusammenlegung mehrerer Divisionen auf mich allein gestellt war, weil zwei Kollegen ausfielen. In dieser Phase lernte ich, Entscheidungen über Prioritäten zu treffen und Aufgaben zu delegieren.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Ich fokussiere mich auf das wirklich Wichtige und delegiere weniger Wichtiges.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Im ersten Jahr an der Militärakademie machte ich so viel Sport, daß ich zwei Fächer nicht abschließen konnte und ein Jahr wiederholen mußte. Anläßlich einer Gala lernte ich einen General kennen, der mich unter seine Fittiche nahm und ein Mentor für mich wurde, weil er drei Söhne hatte, die allesamt nicht zum Militär strebten, sein Wissen aber weitergeben wollte. Ich wiederum konnte mit ihm über Dinge sprechen, für die ich zuhause keinen Ansprechpartner hatte. Dieser Mensch prägte mich, weil er sehr viel weiß und ein hohes Maß an Menschlichkeit an den Tag legt. Uns verbindet noch heute Freundschaft. Im Pharmabereich hatte ich zwei Vorgesetzte, von denen ich sehr viel lernen konnte - einen ausgesprochenen Analytiker, der mir meine Schwächen aufzeigte, und später einen sehr prozeßorientierter Chef mit ungeahnten Social Skills, der mir viel über das Bestehen in multinationalen Konzernen beibrachte.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Neben der fachlichen Qualifikation lege ich großen Wert auf eine gewisse Grundintelligenz, Engagement und Energie. Ich muß das sprichwörtliche Feuer, die Leidenschaft spüren, um mit jemandem zusammenarbeiten zu können. Wichtig ist mir auch die Arbeit in einem möglichst heterogenen Team. Ich mag Herausforderungen und durchaus auch ein bißchen Spannung.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Ich arbeite sehr viel und bin berufsbedingt viel auf Reisen, versuche mir aber die Wochenenden frei zu halten. Wenn ich unter der Woche kann, versuche ich abends Zeit mit meinem Sohn zu verbringen, wobei ich dann später meistens noch arbeite.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Mit der Einstellung, seine Arbeit besser als die anderen zu machen, kommt der Erfolg von selbst.