Zum Erfolg von Alexandra Müller-Stingl
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Beruflicher Erfolg zeigt sich für mich in der Erfüllung meiner Erwartungshaltung. Die wertvollste Ressource jedes Unternehmens sind die Beschäftigten. Mein Erfolg hängt damit zusammen, ebendiese Ressource erfolgreich einzusetzen und im Unternehmen zu halten. Weiters gilt es Rahmenbedingungen zu schaffen, die den Mitarbeitenden erfolgreiches Arbeiten ermöglichen. Nicht unerwähnt lassen möchte ich das Thema Kultur und die notwendigen Strukturen im Unternehmen. Gegenwärtig sind wir in 10 Ländern mit ungefähr 150 Mitarbeiter:innen (Stand 2023) tätig und es gilt überall auf dem letzten Stand der jeweiligen rechtlichen Situation zu sein.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Mit meinem bisherigen Werdegang bin ich mehr als zufrieden. Diese Zufriedenheit stellt für mich Erfolg dar- da sich dadurch meine Erwartungen und Ziele decken.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Ausschlaggebend waren mein ausgeprägter Wille etwas zu Bewegen und dass ich Menschen mag. Vernetztes Denken ist ebenso eine Notwendigkeit um zum Ziel zu kommen. Da man mit Führungskräften intensiv zusammenarbeitet, gilt es zu überlegen, welche Informationen, zu welcher Zeit benötigt werden, um richtige Entscheidungen treffen zu können. In unserem Metier handelt es sich nicht nur um reine administrative Aufgaben, sondern auch um Sicherheit am Arbeitsplatz und die Gestaltung von Zukunftsbildern in unserer Branche. Es geht auch um Strategien und Bedarfserhebungen, wie z.B. wie viele und welche Talente benötigt das Unternehmen. Ebenso zählt ein attraktives Auftreten am Arbeitsmarkt zu unseren angestrebten Strategien.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Im beruflichen Alltag verfolgen uns, sowie die ganze Branche die aktuellen Themen; wie die Problematik der Immobilienfinanzierungen, die Kreditwürdigkeit und der Bauboom. Darüber hinaus sind die Lieferkettenproblematik und die Nachhaltigkeit wichtige Themen. Speziell bezüglich Nachhaltigkeit möchten wir Vorreiter sein. Dazu gibt es Strukturen und Richtlinien. In meinem Bereich ist es das Thema Diversität die im Rahmen der Nachhaltigkeit von Bedeutung ist. Ein Ziel u.a. ist es, dass wir bis zum Jahre 2025, mehr als 33% weibliche Führungskräfte haben möchten. Gegenwärtig befinden wir uns auf einem sehr guten Weg dieses Ziel auch zu erreichen.
Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein?
Meiner Erfahrung nach, benötige ich in unserem Metier sowohl Originalität als auch Imitation. Originalität deshalb, weil ich viel Neues entwickeln muss und auch sehr oft in anderen Mustern denken muss, um die unterschiedlichen Probleme zu lösen. Zu meinem Team kommen Mitarbeitende dann, wenn es ein Problem gibt und dieses gilt es dann zu lösen. Imitation ist richtig am Platz, wenn es gilt Altbewährtes für Problemlösungen heranzuziehen. Anders gesagt, man muss das Rad nicht noch einmal erfinden, wenn es wie bisher bereits funktioniert.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Eine einzelne Persönlichkeit gab es keine. In meinen unterschiedlichsten Entwicklungsstufen gab es die unterschiedlichsten Mentoren und Mentorinnen, die mich unterstützt haben und an deren Persönlichkeiten ich mich orientieren konnte. Ich glaube, dass Leitfiguren unbedingt notwendig sind, sowohl positive als auch negative.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Mit meinem engeren Mitarbeiterstab arbeite ich sehr eng zusammen und dadurch entsteht ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis. Sehr oft haben wir es mit confidental Information zu tun und der einzelne Mitarbeiter soll sich auf unsere Diskretion verlassen können. Mit meinem Mitarbeiterstab, welcher fünfzehn Personen umfasst, halte ich wöchentlich ein Jour-Fix ab, wo die aktuellen Themen besprochen werden. Speziell in unserem Metier ist es notwendig, dass die einzelnen Mitarbeiter eine hohe Reizschwelle besitzen und dazu bedarf es der Selbstmotivation, wobei die Freude an der Arbeit nicht verloren gehen darf. Allgemein betrachtet, sehen wir uns als Problemlöser. Wir bieten dem Nachwuchs viele Entwicklungsmöglichkeiten an und auf der sozialen Ebene finden zweimal pro Jahr Events statt, welche mit Teambildungsaktivitäten verbunden sind. Ein weiterer Teambildungsprozess zeigt sich darin, dass wir Menschen, die es im Leben nicht so gut getroffen haben, unterstützen. Bei der letzten diesbezüglichen Aktion haben unsere Mitarbeiter, inklusive der Führungskräfte, in einem Frauenhaus die Wohnungen der Frauen und ihrer Kinder neu ausgemalt. Die Zusammenarbeit zwischen Führungskräften und Mitarbeitern war hervorragend und es zeigte sich, dass der Fokus nicht immer am Job liegt, sondern es wichtig ist seinen Beitrag zu leisten und Menschen zu unterstützen.
Wie verhalten Sie sich dem Mitbewerb gegenüber?
Mit manchen Mitbewerbern arbeiten wir in spezifischen Themen zusammen. In unserer Branche (Gewerbliche Immobilien) ist der Markt überschaubar und die Mitbewerber kennt man. Es gibt wenige Mitbewerber unserer Größenordnung in Österreich und mit manchen Marktbegleitern ist man konkurrenzierend unterwegs.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Unser Kerngeschäft umfasst die Bewirtschaftung und Entwicklung von Retail- und Büroimmobilien in ausgewählten Ländern West- und Osteuropas. Im Bürobereich konzentrieren wir uns mit unserer internationalen, flexiblen Marke myhive ausschließlich auf die Hauptstädte unserer Kernländer. Auf das Büroportfolio entfallen rund 58% unseres Portfoliowerts. Bei den Einzelhandelsimmobilien setzen wir auf unsere erfolgreichen und resilienten Marken STOP SHOP für Retail Parks und VIVO! für regionale Einkaufszentren, die vor allem für Sekundär- und Tertiärstädte konzipiert sind. Auf das Einzelhandelsportfolio entfallen rund 41% des Portfoliowerts. Neben der professionellen Bewirtschaftung dieser Immobilien liegt unser Schwerpunkt auf wertschaffendem Wachstum durch eigene Projektentwicklungen und Akquisitionen. Immer mit dem Ziel, unser Bestandsvermögen und den nachhaltigen Cashflow zu stärken. Unser Immobilienportfolio hat per 30. September 2022 einen Buchwert von insgesamt EUR 5,5 Mrd. und umfasst 260 Objekte. Der geografische Fokus liegt auf 10 Kernmärkten in Europa: Österreich, Deutschland, Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Rumänien und der Adriatic-Region (Italien, Kroatien, Serbien). Die lokalen Teams in den jeweiligen Kernmärkten sind der Garant für einen hohen Grad an Serviceorientierung und Kundenzufriedenheit. Aus meiner Sicht betrachtet, sehe ich die Stärken in den engagierten Mitarbeitern, welche mit Leidenschaft ihre Aufgaben bewältigen. Ein weiteres Plus sehe ich in dem ausbalancierten Mitarbeiterstock; kulturelle Diversität, Genderbalance, altersmäßige Diversität.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Eine strikte Trennung zwischen Beruf und Privatleben gibt es bei mir nicht. Der Grund ist darin zu sehen, dass ich als Führungskraft in meiner Aufgabe und Rolle jederzeit erreichbar sein muss. Es gibt immer wieder Probleme, die es gilt, so schnell wie möglich einer Erledigung zuzuführen. Wenn der Job Spaß und Freude bereitet, stört diese durchgehende Erreichbarkeit nicht. Wichtig ist mir allerdings, dass ich auf ein stabiles privates Umfeld zurückgreifen kann. Das familiäre Umfeld ist für mich ein Ort der Ruhe und Geborgenheit, wobei mein Mann und meine beiden Kinder wesentlich dazu beitragen.
Wie viel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung?
Ich komme aus der Wissenschaft und lebenslanges Lernen und die persönliche Weiterentwicklung liegt mir im Blut. Es gibt unterschiedliche Entwicklungsziele, welche ich mir persönlich setze und dafür bin ich auch bereit Zeit aufzubringen. Einzelne sogenannte „learning-nuggets“ konsumiere ich jedes Jahr. Die eigene Fortbildung ist mir auch deshalb wichtig, weil meine Mitarbeiter sehen, dass ich mich weiterentwickle. Eine Führungskraft die bereit ist, sich selbst weiterzuentwickeln ist meiner Ansicht nach für die Mitarbeiter extrem wichtig und auch für deren Motivation zur Entwicklung.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Ich empfehle dem Nachwuchs, sich etwas zu trauen. Besonders das weibliche Geschlecht soll zugreifen, wenn es eine Chance gibt. Wenn dabei Fehler passieren, gilt es diese zu analysieren und daraus zu lernen. Von Vorgesetzten bzw. Führungskräften, die einen dementsprechenden Erfahrungsschatz besitzen, kann man nur lernen. Mit Mitmenschen in Kontakt zu treten, welche anders denken, erweitert den eigenen Horizont und wenn man von jemanden nicht lernen kann, weiß man wenigstens wie man es nicht machen möchte.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Für mich persönlich zählt, den Status Quo zu erhalten, d.h. mit Leidenschaft seine Aufgaben zu bewältigen, mit Mitmenschen erfolgreich zu arbeiten und die „strategische Landkarte zu realisieren“.