Zum Erfolg von Rudolf Kallat
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Ein Ziel erreicht zu haben, dies gilt sowohl für den beruflichen als auch für den privaten Bereich. Beruflich gelingt dies mit fachlicher Kompetenz und Menschlichkeit. Längerfristiger Erfolg in meiner Funktion ist auch auf die Mitarbeiter zurückzuführen, die wesentlich am Aufbau des Unternehmens beteiligt gewesen sind. Dadurch kam es auch zu Stammkunden.Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Ausschlaggebend war, daß ich zur rechten Zeit das Richtige getan habe. Vor mehreren Jahren war es einfacher, Erfolge zu erzielen. Jetzt im Jahr 2001 ist es wesentlich schwieriger, da der Mitbewerberkampf größer und intensiver geworden ist. Allein in Wien haben die Geschäfte viele tausend Betten zur Auswahl. Diese Bettenwahl stellt das äußerliche Feld dar. Die persönliche Note ist in vielfältigster Natur zu finden, ist aber der ausschlaggebende Faktor, um Erfolg zu haben. Einen Parameter des Erfolges stellt das Personal dar. Wenn die Mitarbeiter motiviert und freundlich den Gästen entgegentreten, kann man auch in ihmen unserer schnellebigen Zeit ein besonderes Ambiente bieten. Sehr wichtig ist es, Veränderungen wahrzunehmen und ehestmöglich auf sie zu reagieren.Gab es Niederlagen und wie gehen Sie damit um? Niederlagen hat es eigentlich keine gegeben. Kleinere Rückschläge gab es schon, speziell wenn diese Rückschläge von außen kamen, das heißt, es hat Zeiten gegeben im Tourismus, in welchen die Bettenkapazität höher war als die Nachfrage - diese Situation ist durch den Hoteldirektor nicht beeinflußbar - um dies zu ändern sind wir neue Wege gegangen, wobei meine Mitarbeiter einen wesentlichen Anteil daran hatten, daß der Expansionskurs gegriffen hat.Woher schöpfen Sie Ihre Kraft? Mein Motto lautet: Mein Beruf ist meine Freizeit. Darunter verstehe ich eine 100%ige Identifikation mit meiner Tätigkeit. Dadurch bedingt, daß ich aus einer Wirtsfamilie komme, ist mir Verantwortung und Zielstrebigkeit nicht unbekannt. Auch meine Frau, welche ebenfalls in dieser Branche tätig ist hat mich immer mit ganzer Kraft unterstützt.Wie sehen Sie die Bereiche Familie und Beruf? Ich habe 1961 geheiratet und meine Frau und ich haben gemeinsam ein Hotel geführt, das heißt, daß die Bereiche nicht klar zu trennen sind, wenn beide Partner in der selben Branche und im selben Betrieb tätig sind. Die Arbeit war für uns immer wichtig.
Sehen Sie sich selbst als erfolgreich?
Ja, weil ich der Ansicht bin, das Beste aus meinem Berufsleben gemacht zu haben, denn mit 25 Jahren Hoteldirektor zu sein, hat mich doch mit Stolz erfüllt.Gab es ein Erfolgsrezept? Nein, ich glaube ich bin mit Visionen und Aufgaben gewachsen.Gab es Vorbilder? Es gab mehrere Personen, welche mich durch verschiedene Leistungen beeindruckt haben. Ich möchte jedoch festhalten, daß ich mich mit Ellbogentechnik nie identifizieren konnte.Wie werden Sie von Freunden gesehen? Als freundlicher und erfolgreicher Mitmensch, der jederzeit ein offenes Ohr für seine Umgebung hat, aber auch als kritischer Zeitgenosse - auch gegenüber sich selbst.Woher bekommen Sie Anerkennung? Auf Grund meiner fachlichen Kompetenz und Akzeptanz - wird mein Rat gern eingeholt.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Mein Erfolg ist auch der Erfolg meiner Mitarbeiter und dazu stehe ich. Bei mir gibt es Mitarbeiter, die bereits Jahrzehnte bei mir sind - was in dieser Branche nicht immer selbstverständlich ist. Dies gelingt, indem Mitarbeiter ihren eigenen Verantwortungsbereich haben und auch ihre Meinung und Vorschläge einbringen. Dadurch erreiche ich eine höhere Identifikation mit der Unternehmenspolitik, wobei die Selbständigkeit, besonders meiner Direktoren, für mich sehr wichtig ist. Auch für private Angelegenheiten bin ich gern für meine Mitarbeiter da.Wie sehen Sie die Situation der Mitbewerber am Markt? Ich glaube, daß wir uns durch ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis in den Vordergrund stellen - Service ist sehr wichtig. Dies geht sogar so weit, daß unsere Direktoren Stammkunden persönlich kennen. Ebenso von Bedeutung ist, daß man in der Hotelbranche nicht mehr auf Jahre hinaus planen kann - auf Grund des kurzlebigen Tourismus.Ihr Erfolgstip für Ihre Branche? Um in die Hotelbranche einzusteigen, sollte man ein Dienstleistungstyp sein, das heißt, offen gegenüber seinen Kunden sein, umgänglich sein, eine große Portion Kommunikationsbereitschaft besitzen und privat einen Partner haben, der für diese Tätigkeit sehr viel Verständnis aufbringt, da speziell in dieser Branche auch zu Zeiten gearbeitet werden muß, wenn andere Freizeit haben. Einfach gesagt, ohne Partner, welcher voll hinter einem steht, geht so gut wie nichts.