Zum Erfolg von Franz Schnabl
Was ist für Sie Erfolg?
Erfolg hat nichts mit Funktionen, sondern mit erreichten Zielen und Inhalten zu tun. Wenn man sich eine Arbeit oder eine Reform als Ziel steckt und sie erreicht ist das ebenso Erfolg, wie das Ziel nicht zu erreichen, aber die Erkenntnisse daraus umsetzen zu können.
Sehen Sie sich selbst als erfolgreich?
Ja, weil ich mit mir und meiner Umwelt zufrieden bin, gesteckte Ziele erreiche und gern ins Büro gehe. Ich kann in meinem Bereich gewisse Dinge durchsetzen und es ist ein Veränderungsklima mit einer gewissen Erwartungshaltung entstanden. Die Zusagen von Kollegen, bei den angestrebten Veränderungen mitzumachen ist für mich die Bestätigung meines Erfolges.
Wobei haben Sie erfolgreich entschieden?
Die Karriereentscheidung 1988, die hohe Funktion des Vorstandes des Sekretariats des Polizeipräsidenten nicht anzunehmen - ich wäre sonst aus der Karrierelinie herausgefallen, und die Möglichkeiten etwas selbst umzusetzen wären weit geringer gewesen.
Wie sieht Sie Ihr Umfeld - als erfolgreich?
Ja, aufgrund meiner Position.
Was ist für Ihren Erfolg ausschlaggebend?
Grundvoraussetzung ist die Identifikation mit der Arbeit, die ich gern ausübe - alles andere sind erlernbare Techniken. Ich habe nie auf die Uhr gesehen, arbeite zielorientiert und genau, außerdem besitze ich Verhandlungsgeschick. Zu jeder Aufgabe habe ich einen positiven Zugang.
Was macht Ihren spezifischen Erfolg aus?
Der erste Führungskräftelehrgang, meine Ausbildung und meine zahlreichen Auslandskontakte. Bisher habe ich mehr als zehn europäische (z.B. die Projekte Kontaktbeamte in München, Frauen in der Exekutive in Rom, etc.) und einige US-Polizeiorganisation (FBI, N.Y.P.D., Washington) kennengelernt und Vergleiche in puncto Effizienz angestellt. Dabei habe ich auch oft aus eigenem Antrieb diese Studienreisen durchgeführt.
Haben Sie diese Tätigkeit angestrebt?
Ich strebte die Offizierslaufbahn an, die Möglichkeit Generalinspektor zu werden ergab sich erst vor einigen Jahren.
Welche Rolle spielen Familie und Mitarbeiter?
Eine intakte Familie ist absolut wichtig, wenn das nicht stimmt, färbt es auf die berufliche Leistung ab. Von Mitarbeitern ist keine Führung losgelöst. Mitarbeiter müssen als Reflektoren der Entscheidungen auch Kritik üben können.Nach welchen Kriterien stellen Sie Mitarbeitern ein? Über Ausschreibungen, danach zählt der persönliche Eindruck und die Abklärung der Vorstellungen über den Arbeitsplatz.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Geld ist sicher die schlechteste Motivation. Ich gebe jeden seinen eigenen Gestaltungsraum, wir arbeiten auf gemeinsame Ziele hin, haben eine klare Linie, und in Mitarbeitergesprächen werden die Entwicklungsmöglichkeiten besprochen (Karriereplanung).
Wie gehen Sie mit Niederlagen um?
Ich analysiere und mache für die eigene Arbeit das Beste daraus, lerne Fehler zu vermeiden und kann das dann auch weitergeben. So wird jede Niederlage zu einem Gewinn für mich.
Woher schöpfen Sie Ihre Kraft?
Ich bin privat unbelastet, mit dem Umfeld und den Ergebnissen zufrieden.
Ihre Ziele?
Ich habe noch 25 Dienstjahre vor mir und kann Ziele nicht in Funktionen ausdrücken. Ich will sowohl für die Kollegen als auch nach außen ein guter Generalinspektor werden - die weiteren beruflichen Möglichkeiten ergeben sich dann von selbst. Ich möchte allen bewußt machen: man muß positiv denken und nicht nur die Negativa sehen. Ich strebe mehr Offenheit, mehr Kommunikation und Flexibilität im Beamtentum an. Meine Mitarbeiter sollen sich der eigenen Verantwortung bewußt sein, nicht alles nach oben delegieren, sondern den vom Gesetzgeber vorgesehenen Gestaltungsraum nutzen.
Haben Sie Anerkennung erfahren?
Aufgrund meiner neuen Position bekam ich scheinbar viele neue Freunde, die wirklichen, persönlichen Freunde sind dadurch aber nicht mehr geworden. Innerhalb der ersten 20 Tage in meiner neuen Position bekam ich auf meine Antrittserklärung über 100 Antwortschreiben von Kollegen. Das macht mir Mut und ich habe eine positive Erwartungshaltung.
Haben Sie Vorbilder?
Keine Idole, sondern viele Vorleben.