Zum Erfolg von Dieter Langer
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich, etwas bewegen zu können und Verbesserungen zu initiieren.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, es gelang mir, sowohl beruflich als auch politsch, Anerkennung und Ansehen zu erlangen.Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Ausschlaggebend war und ist mein Engagement, die Bereitschaft, anzupacken - sich vor Aufgaben nicht zu scheuen - und der Wille, gute Arbeit zu vollbringen. Ich arbeitete nicht zielgerichtet auf Funktionen hin, sondern war und bin ständig bereit, mich einzubringen, Dinge zu bewegen, von denen ich überzeugt bin und die mich auch selbst interessieren.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Ich empfand mich schon sehr früh als erfolgreich. Ich wuchs bei meinen Großeltern auf, die mich tagtäglich auf das Unternehmertum vorbereiteten, daraus ergab sich die Übernahme des Betriebes. Für mich war bald klar, daß sich nichts aus Zufall, sondern nur aus Leistung ergibt. Sehr wichtig ist es auch, mit sogenannten Niederlagen umgehen zu können. Hier habe ich einen Schutzmechanismus entwickelt: ich sehe Niederlagen nur als ein Wechselspiel innerhalb einer Entwicklung. Größere Niederlagen bereiten mir weniger Probleme als kleine, die mich persönlich treffen. Es trifft mich vor allem, wenn ich glaube, daß ich etwas noch besser hätte machen können. In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden und warum? Es gab in meiner Karriere einige Weichenstellungen, z.B. daß ich mich ab 1982 verstärkt in der Wirtschaftspolitik engagierte oder als ich mich 1992 bewußt entschloß, die Rolle des Obmannes der Freiheitlichen Wiener Wirtschaftskammerfraktion zu übernehmen - dazu waren auch eine längere Überlegungsphase und Rücksprache mit meiner Familie nötig. 1996 legte ich meine Funktion im Bundesrat zurück, um mich als Vizepräsident voll auf meine Arbeit in der Wirtschaftspolitik konzentrieren zu können.Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Ja, meinen Großvater, der es schaffte, die Familie zusammenzuhalten. Er war mir immer Ansprechpartner für Rat und Hilfe. Meinen väterlichen Freund Sekt. Chef Dr. Friedrich Waneck wegen seiner Geradlinigkeit und Jörg Haider als politisches Vorbild, der viel Gespür für die Politik hat und für Österreich eintritt.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Je weiter man nach oben kommt, umso dünner wird die Luft. Im wesentlichen muß man Anerkennung aus guten Ergebnissen schöpfen. Ich schätze Anerkennung von meinem Umfeld, denn diese Anerkennung ist der Motor für die Selbstmotivation und diese wiederum ist Kraftgeber und inspirierendes Element.Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst? Wir haben eine Reihe von Problemen, die wir tagtäglich zu lösen haben, beispielsweise das Mietrecht, das noch immer reformbedürftig ist. Die wirtschaftlichen Angelegenheiten müßten einer Flexibilität unterzogen werden. Wir leiden ja, wie wir ja alle wissen, unter keiner quantitativen Wohnungsnot mehr und auch die qualitative Wohnungsnot der vergangen Jahre hat sich einigermaßen - so wie der Markt - verändert, zum Teil auch verbessert, daher haben wir es heute eher mit einem Überangebot an Wohnungen zu tun. Aus diesem Grund hat sich unsere Branche vom Verkäufer- zum Käufermarkt entwickelt und die Anbotspalette (Wert und Preis) stabilisierte sich.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Da der Erfolg auch Nachteile in sich birgt, wäre es mir sogar lieber, nicht so erfolgreich zu sein, denn dann könnte ich mehr Zeit mit meiner Familie verbringen. In Kollegenkreisen bin ich, beispielsweise als Mitglied der Prüfungskommission, ein anerkannter Fachmann, in politischen Bereichen bin ich jemand, der die freiheitlichen Vorstellungen in Wirtschaft und Kammer umsetzen kann. Für mich ist es sehr wichtig, daß ich mich auf mein Umfeld verlassen kann. Der Rückhalt der Familie ist der Grundpfeiler, den man benötigt, um sich auf die große Aufgabe Politik überhaupt einlassen zu können.Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus? Arbeitsleistung, Loyalität und gegenseitige Sympathie spielen eine große Rolle, das bedeutet, daß meine Prioritäten in der Persönlichkeit der Mitarbeiter liegen. Ich muß meinen Mitarbeitern vertrauen können und umgekehrt; nur so kann man ein gewinnbringendes Unternehmen führen.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Durch Vorbildwirkung und Begeisterung, ich gehe davon aus, daß jeder mit dem selben Engagement bei der Sache ist wie ich. Natürlich geht es nicht ohne Zielvorgaben. Die Begeisterung der Mitarbeiter ist eine wesentliche Voraussetzung für Kundenzufriedenheit. Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Scheue Dich nicht vor großen Aufgaben! Sei in deinem Tätigkeitsfeld der Beste und übe Dich in Selbstkontrolle (Qualität der eigenen Arbeit).
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich möchte Präsident der Wiener Wirtschaftskammer werden und erreichen, daß mein Privatleben nicht darunter leidet.
Ihr Lebensmotto?
Bei allem Erfolg versuchen, Mensch zu bleiben.