Zum Erfolg von Christian Forstner
Was verstehen Sie unter Erfolg? Für philosophische Betrachtungen bleibt mir in der Cybertron keine Zeit. Erfolg ist die Freiheit, das zu tun, was ich will, und die Möglichkeit, Ideen und Ziele umzusetzen.
Sehen Sie sich selbst als erfolgreich?
Nach normalen Maßstäben würde ich ja sagen. Ich mache nie etwas anderes als mir Spaß macht. Daß sich das zufällig mit dem deckt, was anderen Menschen gefällt und sie kaufen, hat sich so ergeben.
Wie sieht Sie Ihr Umfeld - als erfolgreich?
Meine Lebenseinstellung und -art hat sich in den letzten 15 Jahren nicht geändert. Heute muß ich nur keinem mehr erklären, was Cybertron macht. Wichtig ist es, daß Cybertron als Unternehmen erfolgreich ist.
Wobei haben Sie erfolgreich entschieden?
Die Schule zu verlassen; sonst wäre meine Entwicklung anders verlaufen und ich hätte fünf Jahre an der Universität abgesessen. In dieser Zeit habe ich schon viel bewegt. 1997 begannen wir in die Infrastruktur (eigene Leitungen und Kabel) zu investieren. Im Nachhinein betrachtet, war das die strategisch beste Entscheidung.
Haben Sie diese Tätigkeit angestrebt?
Ich hab's einfach immer gemacht.
Was ist für Ihren Erfolg ausschlaggebend?
Technisches Wissen (das ich von Spitzen-Mitarbeitern habe), Verständnis gepaart mit der Fähigkeit es auch so zu kommunizieren, daß es andere auch verstehen. Im Team bin ich der Visionär, der den Weg vorgab, da ich Dinge abstrakt sehen kann. Dahinter benötigt man einen Stab von Technikern und Vorstandskollegen, die das auch mittragen.
Was ist für den Erfolg hinderlich? Der typische Österreicher und alles, wofür er mit seiner Beamtenmentalität steht, weil ein Gros der Bevölkerung nicht risikobereit ist, ungern reist (und so keine Inputs von außen bekommt), sowie die Finanzstruktur, die (besonders für Starter) unternehmerfeindlich ist.
Welche Rolle spielt die Familie? An der Privatfront brauche ich Ruhe, ein geordnetes Umfeld als Ruhepol. Daheim kann ich mich um keine Details kümmern.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter? Sie sind die eigentliche Kraft der Cybertron.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Die Leute, die über mich ins Unternehmen kamen, kenne ich bereits von früheren gemeinsamen Projekten. Headhunter kämen für mich nicht in Frage, da ich Mitarbeitern blind vertrauen können muß. Wir sind ein eingespieltes Team, das sich auch auf persönlicher Ebene versteht.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Im technischen Bereich gebe ich ihnen Herausforderungen und auch finanzielle Anreize (durch ein Stock-Option Programm).
Was bedeuten für Sie Niederlagen? Eine totale Niederlage habe ich noch nicht erlebt. Ein wirklicher Mißerfolg ist nur dann gegeben, wenn es auf die persönliche Ebene hinuntergeht.
Woraus schöpfen Sie Ihre Kraft?
Aus dem Spaß an dem was ich tue.
Was sind
Ihre Ziele?
Die persönlichen Ziele, die man sich mit 20 Jahren stellt, habe ich im wesentlichen erreicht, aber wir haben auch früher nicht gehungert und in Lumpen gelebt.
Bekommen Sie Anerkennung? Das ist für mich kein Thema. Es ist lustig im Profil mit einem Preispickerl am Hirn abgebildet zu sein, sonst nichts. Durch den Börsengang bekamen wir sicher eine gewisse Publizität. Mein persönlicher Erfolg ist, daß wir in Österreich damit eine Lawine losgetreten haben. Ohne uns hätten sich viele, die heute in unserem Fahrwasser segeln, das nicht getraut.
Haben Sie noch eine
Anmerkung zum Erfolg?
Wenn man ein Unternehmen aufbaut herrscht zuerst einmal Chaos. Dann muß man fallweise zwei Schritte zurücktreten und sehen, was in den letzten drei, sechs, zwölf Monaten geschehen ist. Sieht man, daß die Richtung stimmt, kann man wieder zum täglichen Wahnsinn übergehen. Wichtig ist das ständige Reflektieren der Vergangenheit und der Stoßrichtung.
Haben Sie einen Ratschlag zum Erfolg? Man soll das tun, was einem Spaß macht. Wenn man darin auch noch gut ist, kommt der Rest von alleine. Mit dem was man tut muß man sich vorbehaltlos identifizieren können. An Patentrezepte glaube ich nicht. Erfolgreich und reich zu sein, ist ein Ergebnis, das irgendwann herauskommt, ein Ziel kann das aber nicht sein.