Zum Erfolg von Helmut Fleischmann
Was ist für Sie persönlich Erfolg? Erfolg ist nur ein Wort. Es gibt kein Erfolgsrezept. Ausschlaggebend ist Hartnäckigkeit und entsprechnder Arbeitseinsatz um eine Idee umzusetzen. Entscheidend ist die Bereitschaft zum Risiko. Deshalb ist die neue Gründerwelle von UnternehmerInnen, die an die Börse gehen, sehr jung. Man benötigt dringend Know-how; man muß den Markt und dessen Prozesse kennen. Wir waren bis vor kurzem Dienstleister, deshalb weiß ich um die Wichtigkeit von guten MitarbeiterInnnen.
Sehen Sie sich selbst als erfolgreich?
Ja, weil das, was wir aufbauten, am Markt eine entsprechende Anerkennung gefunden hat. Wir sind an der Börse notiert, das bedeutet, daß die Anlegerschaft Vertrauen zu unserem Unternehmen aufweist. Wir haben ca. 20 Millionen EURO Emissionserlös. Unser Unternehmen wird von außenstehenden Analyse-Experten auf einen Börsenwert von 100 Millionen Euro eingeschätzt, was einfach Aktienkurs mal Anzahl der Aktien darstellt. Das zeigt, daß unsere Aufbauarbeit auch wirklich etwas wert ist. Die Repotution der MitarbeiterInnen zeigt, daß sie gern für uns tätig sind.Wie treffen Sie Entscheidungen? Wichtige Entscheidungen sind gestützt auf der Informationsbasis. Jedoch nur mit Informationen allein ist man aber leider noch nicht in der Lage, eine Entscheidung zu treffen, hiefür benötigt man noch seine Visionen, um es umzusetzen. Dann wird es im Vorstands-Team diskutiert und einheitlich beschlossen. Für uns sind einheitliche Beschlüsse der Erfolgsfaktor, um innovativ wirken zu können.Nach welchen Kriterien stellen Sie MitarbeiterInnen ein? Es obliegt sehr stark unserer Personalabteilung. Ich selbst habe Mitarbeiter, sehr emotionsbezogen aufgenommen. Natürlich bespricht man den Lebenslauf, jedoch gute Zeugnisse sind eine Voraussetzung. Ob der Mitarbeiter in unser Team integrierbar ist, erkennt man nur durch das persönliche Gespräch. Berater benötigen kommunikative, extrovertrierte Fähigkeiten, Menschen die etwas bewegen wollen haben sicher gute Chancen. Heutzutage arbeiten MitarbeiterInnen 24 Stunden durch und kommen dafür am nächsten Tag nicht in die Firma - das bedeutet Firmen und MitarbeiterInnen sind sehr viel flexibler geworden. Die Arbeitsatmosphäre am Arbeitsmarkt hat sich in den letzten zehn Jahren enorm entwickelt. Wir haben für unsere 700 MitarbeiterInnen eigene Ausbildungprogramme hier in unserem Haus.Wie motivieren Sie Ihre MitarbeiterInnen? Motivation geht naturgemäß über Anerkennungsprofile. Das Entscheidende in der Motivation ist die eigene Leistung und wie zufrieden man mit sich und seiner Arbeit ist. Mit der Aufwertung der Person muß natürlich auch eine Aufwertung auf wirtschaftlicher Basis erfolgen.Spielen Niederlagen in Ihrer Laufbahn eine Rolle? Es kommt darauf an, wie man eine Niederlage wahrnimmt. Ich persönlich tituliere Niederlagen sehr schnell in Erfolge um, da ich in jeder Niederlage die Option zu einer Verbesserung suche. Erfolg ist also auch die Summe der Erfahrungen, die man aus seinen Niederlagen gewinnt.
Woraus schöpfen Sie Ihre Kraft?
Einerseits aus Erfolgen und andererseits aus der Familie und meiner Privatsphäre. Wichtig ist, daß man eine Partnerin hat, mit der man reden kann, um aus seinen Niederlagen lernen zu können. Das ist meine Verbindung zwischen Familie und Beruf. Dadurch hat man ein gemeinsames Ziel und die Partnerin weiß um die Problematik der Aufgaben.Welche Ziele möchten Sie noch erreichen? Ich möchte mein Unternehmen bis zum Jahr 2004 in ein, über Europa hinausgehendes, nach Amerika führendes Unternehmen umwandeln. Für die Zukunft wünsche ich mir mehr Freizeit.
Haben Sie Vorbilder?
Erfolgreiche Menschen aus der Wirtschaft, sowie Schöpfer großer Unternehmungen, die sich Spontanität und Menschlichkeit erhalten konnten. Ich schätze Menschen, die zu ihrem Erfolg stehen und mutig genug sind, diesen Erfolg darzustellen.
Was macht Ihren spezifischen Erfolg aus?
Der spezifische Erfolg ist die Summe aus Glück, harter Arbeit und Interesse an der Branche. Mein ausgeführtes Hobby, meine Visionen und die Hartnäckigkeit benötige ich, um mich von Rückschlägen nicht zu sehr beeindrucken zu lassen. Visionen sind Chancen, die man erkennt. Um diese Chancen realisieren zu können, muß man der heutigen Zeit angepaßt, sehr rasch handeln. Mein Hauptanliegen war und ist in drei Bereiche angesiedelt. Das Erste ist die Sicherheit des Netzes, das Zweite ist die Kommunikationsgeschwindigkeit und meine dritte Priorität ist die Web-Gestaltung und das Design. Das Visionäre heute ist nicht die Möglichkeit des Machbaren sondern die Frage, was benötigt der Markt? In 70 Prozent der Fälle scheitert man, aber in 30 Prozent ist es umsetzbar und davon können zehn Prozent zu einer goldenen Idee entwickelt werden. Wenn man Kapitalreserven hat, ist es natürlich viel einfacher. Erfolgreich wird man, indem man sich in Kommunikation, Präsentation schulen läßt. Es gehört sehr viel Selbstüberwindung und Übung dazu.Welche Empfehlung für den Erfolg würden Sie gern an die nächste Generation weitergeben? Das Wichtigste ist hart zu arbeiten. Neben allen Fähigkeiten, wie Kreativität und Spontanität sollte man sich nicht einschüchtern lassen. Um das Leben auch wirklich zu leben, benötigt man Hartnäckigkeit und den Willen mehr als zehn Stunden zu arbeiten.