Zum Erfolg von Markus Platzer
Was ist für Sie Erfolg? Dazu gehört es, daß ich strategisch und authentisch lebe und damit glücklich bin. Fehlt einer dieser Faktoren, ist man nicht erfolgreich.
Sehen Sie sich selbst als erfolgreich?
Ja, wobei ich mit mir selbst hart ins Gericht gehe. Oft schreibt man mir von außen mehr Erfolg zu als ich ihn selbst sehe. Ich habe sehr hohe Zielvorstellungen und messe mich an dem möglichen Potential. Daher bin ich auch etwas unruhig. Nun lerne ich, ruhig zu werden, denn auch das ist ein wichtiger Aspekt.
Wie sieht Sie Ihr Umfeld - als erfolgreich?
Ja. Für viele bin ich allerdings überhaupt nicht faßbar, da ich extrem selbstbewußt bin, Kraft habe und durchsetzungsstark agiere. Ich selbst sehe das jedoch gar nicht so, da ich mich schwer vergleichen kann.
Wobei haben Sie erfolgreich entschieden?
Die schwierigste Entscheidung meines Lebens war es, als ich mich nach vier Jahren von zehn Mitarbeitern, die auf einem Egotrip waren und nicht mehr für das Gemeinwohl tätig waren, trennen mußte. Ich sehe in den Menschen immer das Ideale und schaffe es dadurch, Menschen zu motivieren. Leider bin ich dadurch auch blind gegenüber unfairem Verhalten. Den Schritt zu machen und mich von so vielen Mitarbeitern zu trennen, war sehr schwer; letztlich macht man aber dadurch allen etwas Gutes und erspart jedem viel Unangenehmes. Man muß versuchen, von Haus aus die richtigen Leute als Team zu haben, schließlich ist eine der wichtigsten Botschaften unseres Unternehmens Motivation ist eine Illusion, besser ist es, Gleichgesinnte zu rekrutieren.Was ist für Ihren Erfolg ausschlaggebend? In der Gestaltung von Zukunftsvisionen und Strategien bin ich enorm kreativ und generiere wöchentlich eine neue Marketingidee. Mit meinem Ideenreichtum kann ich als Visionär andere Menschen mitreißen. Vielleicht könnten viele dieses Talent entwickeln, wenn sie risikofreudiger wären und sich trauen würden. Ich habe ein gewisses Rebellentum ohne zu kuschen. Natürlich habe ich auch Schwächen, die ich aber auch kenne. So bin ich zum Beispiel ungeduldig und treffe daher auch voreilige Entscheidungen.Was ist für den Erfolg hinderlich? Konservatives, konformes Denken.Welche Rolle spielt Ihr Umfeld? Generell bin ich eher der einsame Wolf, der es auch alleine wieder schafft, wenn es hart auf hart geht, und traue mir durchaus zu, wieder allein und von Null zu beginnen. Man muß auch bereit sein, alles zu verlieren, baden zu gehen und alles an Kraft und Kapital einsetzen. No risk, no fun!Welche Rolle spielt die Familie? Die Familie ist der Rückhalt, Heimathafen und Inspiration durch Gespräche.Welche Rolle spielen die Mitarbeiter? Meine Mannschaft ist deshalb förderlich, weil sie mich mit Kraft versorgt und motiviert.Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus? 1. Ich muß mich mit ihm in der Gesamtvision treffen. Unsere Vision ist sozialökologisch definiert, daher darf er nicht nur geldgieriger Keiler sein. 2. Er muß bewiesen haben, daß er schwierige Situationen meistern und Projekte erfolgreich beenden kann. Ausbildung interessiert mich ebenso wenig wie Behauptungen. Für mich zählen konkrete Problemlösungen. 3. Charakter und die Fähigkeit zur gepflegten Konversation auch in heiklen Situationen.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Mitarbeiter, die ich motivieren muß, brauche ich nicht. Kranke Rösser motiviere ich nicht, wohl aber inspiriere ich Rennpferde und lauffreudige Ponys. Nicht durch Geld und Wettbewerbe, sondern durch Visionen, Ideenvielfalt und das Aufzeigen von Chancen und Möglichkeiten.Was bedeuten Niederlagen für Sie? Ich habe eine gewisse Robustheit und auch die Bereitschaft Niederlagen einzustecken (siehe C. Castaneda Einstellungen eines Kriegers). Aus dem Erfahrungsmaterial von Niederlagen habe ich mehr gelernt als aus Erfolgen. Für mich ist es eine Niederlage, wenn ich zu lange zögere und nicht schnell genug schalte.Woraus schöpfen Sie Ihre Kraft? Aus der Natur (ich bin viel im Wald), der Literatur und meinem Ideenreichtum, den ich als Geschenk empfinde. Wäre ich dazu verdammt, nur operative Tätigkeiten durchzuführen, würde ich verdorren; wenn ich meinen Ideen nachhängen kann, tanke ich auf.Was sind
Ihre Ziele?
Ich plane, die Firma auf ein größeres Niveau zu stellen und durch die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft um den Faktor fünf bis acht zu steigern. Damit steigt auch die Qualität. Privat will ich geistige Freiheit erreichen, ohne Sorgen und Zwänge leben können, und mich als Mensch weiterentwickeln. Große Dinge zu gestalten sind mein Spieltrieb.Bekommen Sie - ausreichend - Anerkennung? Je höher man in der Hierarchie steht, umso weniger Lob bekommt man von unten hinauf, da jeder annimmt, daß man es sowieso schafft und kein Lob braucht. Ich bin aber auch nicht von Anerkennung abhängig, da ich ein hohes Maß an Eigenmotivation habe.Wie lautet
Ihr Lebensmotto?
Lebe wild und gefährlich!
Haben Sie Vorbilder?
Große Philosophen, Naturwissenschafter, Literaten oder Unternehmer, alle Genies, die es gibt und deren Biografien ich gerne lese.Haben Sie noch eine
Anmerkung zum Erfolg?
Es ist falsch, zu fragen, was kann ich tun, um erfolgreich zu sein? Man muß sich fragen, welchen Beitrag kann ich leisten, damit die Gemeinschaft Erfolg hat, was kann ich tun, damit es meinen Mitarbeitern, Kunden, etc. besser geht? Das ist meine Botschaft.