Zum Erfolg von Michael Mehler
Was ist für Ihren Erfolg ausschlaggebend? Ich war mir immer zu hundert Prozent sicher, daß ich mich auf einem Gebiet selbständig mache, auf dem ich wirklich stark bin. Ich übe meine Tätigkeit mit Leib und Seele aus und zähle sicher nicht die Stunden, die ich in mein Unternehmen investiere, weil mir meine Arbeit Spaß macht. Für mich zählen Ehrlichkeit und Fairneß, und ich führe meine Mitarbeiter so, wie ich selbst gerne in einem Betrieb behandelt werden würde. Unser Team verbringt ja die meiste Zeit miteinander, es ist mir also wichtig, diese Zeit möglichst angenehm zu gestalten. Ich habe hohes Fachwissen, und meine Stärke liegt in der Kreativität. Ich bin kein sturer Mensch, und treffe viele Entscheidungen aus dem Bauch. Weiters habe ich eine abgeschlossene Feng Shui-Ausbildung, die ich sehr bewußt in meinem Beruf umsetze, weil ich denke, daß man die Energien um sich sehr wohl nutzen kann. Wir bieten unseren Kunden Konzepte, die nicht oberflächlich, sondern sehr klar durchdacht sind. Wichtig ist für mich das perfekte Zusammenspiel zwischen den Konzeptionisten und den Grafikern beziehungsweise Webdesignern. Zudem bieten wir klassische Werbung und Internet aus einer Hand, das macht uns enorm flexibel.Nach welchen Kriterien entscheiden Sie sich zur Zusammenarbeit mit Mitarbeitern? Ich beschäftige in meinem Unternehmen ausschließlich Spitzenkräfte im künstlerischen Bereich. Das Wesentlichste in der Zusammenarbeit mit Personen ist für mich auf jeden Fall die menschliche Komponente, der Charakter. Ich denke, daß man mit dem nötigen Einsatz fachlich alles lernen kann, was wirklich zählt, ist die Persönlichkeit eines Menschen. Ich führe mein Team mit einem gewissen Maß an Autorität, aber das Betriebsklima ist sehr privat, humorvoll und familiär.Wie definieren Sie Erfolg? Erfolg bedeutet für mich, etwas positiv zu bewegen. Ich definiere ihn sowohl über die Umsetzung meiner Ziele, als auch über ein gewisses Maß an Lebenszufriedenheit. Erfolg ist für mich nicht im materiellen Bereich angesiedelt, sondern spiegelt wider, wie ich mit dem, was mir mitgegeben wurde, mein Leben meistere.In welcher Situation haben Sie sich erfolgreich entschieden? Ich betrachte meinen Weg in die Selbständigkeit als meine vielleicht wichtigste Entscheidung, weil es meinem Naturell entspricht, unabhängig zu sein. Eine weitere ganz wichtige Entscheidung traf ich 1997, als ich die Firma, die bis dahin auf mich zugeschnitten war, vergrößerte, um die Zukunft meiner Familie zu sichern. Wesentlich ist es für mich auch, die Führungsrolle übernommen zu haben: ich bin ein Mensch, der sich nicht scheut, Verantwortung zu übernehmen.Welche Schwierigkeiten sehen Sie in Ihrer Branche? Eine der Hauptschwierigkeiten der Werbebranche ist es, nie die vollständige Garantie über den Erfolg einer Kampagne gewährleisten zu können. Weiters hat unsere Branche ein etwas eigenartiges Image von Glamour, schönen Menschen und letztlich Wichtigtuern. Ich denke, es gibt tatsächlich sehr viele Schaumschläger und Selbstdarstellung, die das Bild der Werbebranche in der Öffentlichkeit verzerren, obwohl, wie anderswo auch, neben der Kreativität hohes Fachwissen zählt.Wieviel Zeit verwenden Sie zur Fortbildung pro Jahr? Fortbildung findet für mich täglich statt, weil ich durch jeden Kunden etwas Neues dazulerne. Werbung hat sehr viel mit Erfahrung zu tun, deshalb hat die Praxis selbst schon den Stellenwert des Lernens. Ich besuche im Jahr etwa zwei bis drei Fachseminare, und beschäftige mich sehr stark mit Fachliteratur, weil man gerade in der Werbung immer an Neuem interessiert sein und über seine Grenzen hinausdenken muß.Ist Ihnen Anerkennung wichtig? Ja, absolut. Anerkennung kommt in unserem Unternehmen sowohl von außen, zum Beispiel von unseren Kunden, als auch aus dem Team selbst.Welche Eigenschaften können Sie an Anderen nicht akzeptieren? Falschheit.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ein großes Ziel ist es, in einigen Jahren gemeinsam mit meiner Frau eine Weltreise zu unternehmen und meine Freiheit zu genießen.Ist es besser, eigene Ideen zu verfolgen, oder bereits bestehende aufzunehmen und zu adaptieren? Man ist sicher enthusiastischer, wenn es um die Umsetzung der eigenen Ideen geht. Aber ich denke, man muß durchaus auch andere Ideen zulassen, um Erfolg zu haben.Welche Ratschläge geben Sie an die nächste Generation weiter? Ich denke, die beste Basis ist gesunder Menschenverstand. Man soll am Boden bleiben, sich von dort alles genau ansehen und doch einen gewissen Weitblick entwickeln. Man sollte sich als junger Mensch fragen, wie man in 40 Jahren auf dieser Welt leben möchte, und dann sein Leben lang aus dieser individuellen Erkenntnis heraus handeln. Wenn man erfolgreich sein möchte, muß man Risikobereitschaft und Engagement zeigen.
Sehen Sie sich selbst als erfolgreich?
Ja, ich sehe mich heute als erfolgreich, weil ich die Visionen, die ich in meiner Jugend hatte, nicht nur erfüllen, sondern sogar noch übertreffen konnte.