Zum Erfolg von Karl Svoboda
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Manche Erfolge sind (z.B. im Sport) meßbar, manchmal äußert sich Erfolg darin, wie man im Vergleich von anderen gesehen wird. Er ist aber auch eine Frage des persönlichen Maßstabes. Der springende Punkt ist jeweils, wie man seine Aufgabe erfüllt.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Hinter meinem Erfolg steht viel Anstrengung, Ausdauer, Fleiß, die Bereitschaft, Zeit zu opfern und mich zu engagieren.
Was macht Ihren spezifischen Erfolg aus?
Vernetztes, integratives Denken und Handeln, Meinungen anderer zu hören, sie zu bewerten, und in meine Sicht der Dinge zu integrieren. Jede Idee ist es wert, aufgenommen und geprüft zu werden und darf nicht sofort vom Tisch gewischt werden.Was ist für Erfolg hinderlich?Überheblichkeit schadet dem Erfolg immer.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Grundsätzlich ja, aber nicht nur als Einzelperson, sondern auch mit jenen gemeinsam, die mich dabei begleiten und unterstützen.Werden Sie von Ihrem Umfeld als erfolgreich gesehen?Die Einrichtung „Fortuna“ wird heute als positiv bewertet, das wird auch auf das Team und dessen Führung zurückgeführt.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Es gab nicht eine, sondern eine Summe wichtiger Entscheidungen. Jede Veränderung stellt einen vor die Frage, ob man die Aufgabe annehmen soll, oder nicht. Dabei ist immer die Frage wesentlich, welche Entwicklungsmöglichkeiten sich dabei ergeben. Jede Entscheidung zur Veränderung ist eine Herausforderung.Wieviel Zeit nehmen Sie sich für Entscheidungen?Das hängt von der jeweiligen Entscheidung ab, ich halte eine Mischung von Ratio und Intuition für wesentlich.
Haben Sie diese Tätigkeit angestrebt?
Wenn ich für mich keine Perspektiven mehr sehe, bin ich gefordert, für mich etwas anderes zu suchen. Als ich 1988 Clubobmann wurde, hatte ich diese Position nicht angestrebt, sondern sie ergab sich durch das Vertrauen in mich. Neben der Ratio spielte dabei auch die Emotion eine Rolle. Wesentlich war auch die Bereitschaft meiner Familie, mir die Möglichkeit zu geben, neue Herausforderungen anzunehmen.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Grundsätzlich verlasse ich mich dabei auf eine fachliche Beurteilung, die mit Hilfe anderer Mitarbeiter getroffen wird; weiters versuche ich, in einem offenen Gespräch festzustellen, ob jemand ins Team paßt. Für Führungskräfte gibt es dazu auch entsprechende Tests.Wie motivieren Sie Mitarbeiter?Motivation ist grundsätzlich erforderlich. Entscheidend ist, ob jemand seine Arbeit gern macht. Man muß auch bereit sein, die Dinge, die man von anderen verlangt, auch selbst zu machen (Vorbildwirkung), dabei darf einem auch kein Problem zu klein sein.
Wie ist Ihr hierarchischer Strukturkoeffizient?
Wir wollen keine unveränderlichen Hierarchiestrukturen festschreiben, sondern bemühen uns, wachen Auges und Ohres auf Entwicklungen einzugehen. Im Prinzip haben wir bei 150 Mitarbeitern (180 Millionen Schilling Umsatz) zwei Ebenen. Einerseits haben wir die zentrale Geschäftsführungsebene und die Direktionen in den einzelnen (derzeit vier) Häusern, sowie die Unterteilung in den kaufmännischen, ärztlichen und Pflegebereich.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Diese beiden Bereiche müssen eine Synthese eingehen, wobei das Verständnis des Partners Voraussetzung ist. Sie zu vereinbaren und darüber hinaus noch Zeit für mich selbst zu haben ist schwierig in der Umsetzung.Was bedeuten für Sie Niederlagen?Im Wissen darum, daß es im Leben nicht nur Hochs, sondern auch Tiefs geben muß, ist jede Niederlage Ansporn, um aus dem Tief wieder herauszukommen. Dabei helfen mir meine Familie und Freunde immer wieder. Als positiv eingestellter Mensch lasse ich mich auch nicht in grüblerisches Nachdenken fallen.
Wieviel Zeit verwenden Sie für Fortbildung?
Es ist für mich selbstverständlich, mich ständig über die gesellschaftlichen und demoskopischen Veränderungen zu informieren, mich mit neuen Technologien auseinanderzusetzen und mir aus Büchern und Zeitschriften Wissen anzueignen.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Die Vision, daß Menschen in Freiheit, Geborgenheit, Sicherheit und Gerechtigkeit leben können, war immer der Maßstab meines Handelns. Bei all meiner Entschlossenheit denke ich immer auch an andere – das unterscheidet mich von den egoistischen Menschen.
Ihr Lebensmotto?
Lebe in der Gegenwart, nütze die Erfahrungen der Vergangenheit und blicke hoffnungsvoll in die Zukunft. Das Leben ist dann lebenswert, wenn man selbst etwas dazu beiträgt, es lebenswert zu gestalten. Ziele müssen - im Gegensatz zu Visionen - erreichbar sein. Daher habe ich mir für weit entfernte Ziele Teilziele gesetzt, damit ich auch sehe, was ich erreicht habe.
Anmerkung zum Erfolg?
Maßgeblichen Einfluß haben auch diejenigen, die ienen umgeben, begleiten und vor Abweichungen bewahren.