Zum Erfolg von Werner Jost
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg? Der Weg zum Erfolg besteht aus viel Arbeit, persönlichem Einsatz, etwas Glück und einiges an Beziehungen, die man sich im Laufe der Zeit aufbaut. Da Mundpropaganda eine wichtige Rolle spielt, ist es hilfreich, wenn man für bekannte Persönlichkeiten tätig ist.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Darüber denke ich nicht nach - ich glaube, daß man natürlich bleiben muß und sich vom Erfolg nicht vereinnahmen lassen darf.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
In dieser Branche muß man in der Lage sein, mit Personen aus allen Schichten und Berufen umgehen zu können und ein gutes Fingerspitzengefühl haben, um zu wissen, wie man wen behandeln soll, muß immer flott unterwegs sein und stets Neues präsentieren. Das hängt sehr stark mit der eigenen Persönlichkeit zusammen. Man darf nie vergessen, daß es eine Dienstleistung ist; Starallüren sind dabei fehl am Platz. Der Beruf ist sehr schwierig und die Anforderungen sind in letzter Zeit sehr viel höher geworden. Man muß sehr viel mehr können als nur Haare zu schneiden. Wenn man es in diesem Beruf zu etwas bringen will ist viel persönlicher Einsatz erforderlich. Zu denken, wenn man sonst nichts kann, kann man Friseur werden, ist ein Irrglaube. Darüber muß man die Jugend aufklären.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Wenn man einen Weg beschreitet, ergibt sich vieles von selbst oder durch Zufall.
Ist Originalität oder Imitation besser um erfolgreich zu sein?
Originalität mit einer Spur Imitation halte ich für richtig.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Louise Rick, die dreifache Friseurweltmeisterin, bei der ich sieben Jahre tätig war.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Anerkennung spüre ich, wenn meine Kunden mit meiner Arbeit zufrieden sind.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Von meinem Umfeld werde ich sicher als erfolgreich gesehen.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Mit ihnen steht und fällt der ganze Betrieb.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Ich sehe mir erst eine Woche lang an, was jemand kann, lasse ihn arbeiten, ohne mich einzumischen und sehe zu, wie sich ein Bewerber entwickelt, sobald sich seine erste Nervosität gelegt hat. Von einem Vorfrisieren halte ich nicht sehr viel.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Die Motivation sollte vom Chef ausgehen, indem er selbst auch etwas tut.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Sobald ich aus dem Geschäft gehe, bin ich privat. Da meine Gattin in einem gänzlich anderem Beruf tätig ist, trenne ich Job und Privatleben gänzlich.
Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung?
Wöchentlich verwende ich zehn bis fünfzehn Stunden dafür, neue Trends zu beobachten und Mitarbeiter zu schulen. Damit hat man ständig zu tun und das ist auch nötig.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Entscheidend ist es, Ehrgeiz zu entwickeln und sich laufend über das rein Schulische hinaus für sich selbst weiterzubilden. Das Berufsbild des Friseurs hat sich in der letzten Zeit gründlich geändert. Den Kundenkreis, der fast täglich zum Friseur ging, gibt es heute nicht mehr. Das hängt einerseits mit der Mode zusammen, andererseits ist auch das Geld knapper geworden und es fällt den Menschen schwerer, sich alles leisten zu können, was an Urlaub und Freizeitmöglichkeiten angeboten wird. Als Friseur muß man heute auch betriebswirtschaftliche Zusammenhänge kennen und Geschäftsmann und Manager sein. Auch für ältere Fachkräfte oder nach Kinderpausen ist die Fortbildung - die Kammer bietet dazu Kurse an - ein wichtiges Thema.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ein gut gehendes Geschäft mit zufriedenen Kunden und Mitarbeitern
Ihr Lebensmotto?
Sich nie unterkriegen lassen und immer nach vorne sehen.