Zum Erfolg von Andrea Nagl
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich, Ziele die ich mir stecke, unter Wahrung meiner Werte zur Umsetzung zu bringen.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ich habe immer noch Ziele, möchte noch dies und das erreichen, was auch gut so ist, um meine Zukunft befriedigend zu gestalten. Mit vierzig Jahren glaube ich rückblickend nichts anders machen zu wollen, könnte ich mein Leben wiederholen. Dies macht mich glücklich, und wie ich glaube, auch erfolgreich. Für die nicht selbstverständliche Tatsache, in diesem Land dazu alle Voraussetzungen erhalten zu haben, bin ich sehr dankbar. Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Für meinen heutigen Erfolg war eine funktionierende Partnerschaft und Familie genauso verantwortlich wie mein starker Glaube an das Positive im Menschen.Ist es für Sie als Frau in der Wirtschaft schwieriger, erfolgreich zu sein? Es ist nicht schwieriger, aber man muß über besseres Organisationstalent verfügen als ein Mann. Wenn man auf Familie verzichtet, sehe ich durchaus eine Gleichberechtigung. Will man jedoch beides miteinander verbinden, muß man schon ein guter Manager sein und über Hilfe aus der Familie und gute Zusammenarbeit auch außerhalb des Berufes verfügen, um den Kopf für den Beruf frei zu haben.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Eigentlich wurde ich mit meinem ersten Kind vor meine erste große Herausforderung gestellt, die ich mit so großer Freude annahm, daß ich mich damals erstmals als erfolgreich sah. Ist Originalität oder Imitation besser um erfolgreich zu sein? Ich bin davon überzeugt, daß jeder Mensch ein Original ist und daher seinen eigenen Weg gehen muß. Es gibt daher auch kein allgemeingültiges Erfolgsrezept.Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Mein Schwiegervater, der ehemalige Firmenleiter, galt als Branchenguru und hat mich mit seinem Wesen und seiner Art sicherlich entscheidend geprägt.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Ich bin ein Mensch, der mit beiden Beinen im Berufsleben steht. Wenn ich mich auf ehrliche und offene Weise in mein Umfeld einbringe, erfahre ich großen Respekt seitens meiner Mitarbeiterinnen.Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst? Zeitverlust und immer kleiner werdende soziale Gefüge bedingen einen immer größeren Verlust an Tischkultur. Das beginnt schon bei der Familie und stellt für unsere Branche ein Problem, das von außen kommt und daher von uns nicht gelöst werden kann.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Ich werde nicht als typische Karrierefrau gesehen, die sich stark in die Öffentlichkeit und Gesellschaft drängt. Eher denke ich, daß man mich als ruhiges Wasser wahrnimmt.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Wir sind ungefähr fünfzig Mitarbeiter, die sich als großes Team verstehen. Ich brauche meine MitarbeiterInnen, und bin über das Betriebsklima sehr froh. Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus? Es gibt keine ausgebildeten Verkäuferinnen oder Verkäufer in unserem Bereich, daher sind die Persönlichkeit und das Umfeld eines zukünftigen Mitarbeiters von großer Bedeutung.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Motivation ist heute zu einem Großteil eine Frage der Freizeit. Ich versuche gerade, für meine MitarbeiterInnen gute Zeitmodelle zu entwickeln, die ihnen auch genügend Freiraum für ihre Familie gewährleisten, um in ihrer Arbeit auch mit ganzer Kraft dabei sein zu können. Natürlich stellt neben zufriedenen Kunden auch ganz banal das Geld eine Motivation dar, sowie meine Präsenz im Geschäft.Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens? Meine MitarbeiterInnen kommen oft zu mir, um Probleme und Vorschläge zu deren Lösung vorzuschlagen. Dies nimmt mir natürlich eine enorme Last ab und stärkt den Betrieb als ganzes.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Ich liebe meinen Beruf und habe somit die beste Voraussetzung, die beiden Bereiche miteinander vereinbaren zu können. Ich kann und will Beruf und Privatleben nicht trennen und betrachte diese Lebensbereiche als Einheit.Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung? Eigentlich verwende ich zuwenig Zeit für meine Fortbildung, weil mein Arbeitsausmaß keine ausgedehnten Maßnahmen zuläßt. Wenn ich nächtliche Lesestunden, die ich mit Fachliteratur verbringe, zusammenzähle, komme ich vielleicht auf einen Tag in der Woche. Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Da meine älteste Tochter schon die Fachhochschule besucht, möchte ich ihr sagen, daß es nicht so wichtig ist, welchen Beruf sie ausübt, sondern das, was man sich einmal vorgenommen hat, auch hundertprozentig zu erfüllen. Authentizität ist dabei die Voraussetzung, um ernstgenommen zu werden.
Ihr Lebensmotto?
Glaube, Hoffnung und Liebe stellen drei wichtige Begriffe meines Lebens dar.