Zum Erfolg von Haide Kadmon
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet das Erreichen meiner Ziele und Vorstellungen bei der Führung meines Unternehmens. Die Firma Pfeifer war hierzulande der oberste Qualitätsstandard. Ich erreichte diesen Standard und schaffte es sogar, das Unternehmen Pfeifer zu übertreffen, indem es mir gelang, mit meinem Unternehmen am Markt erfolgreich zu überleben.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, absolut; ich habe mehr erreicht als ich mir vorgestellt hatte.Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Als Steinbock bin ich beruflich konsequent, unnachgiebig, perfektionistisch und habe große Durchsetzungskraft. Im Privatleben bin ich hingegen sehr nachgiebig und inkonsequent.Ist es für Sie als Frau in der Wirtschaft schwieriger, erfolgreich zu sein? Ich nahm keine diesbezüglichen Schwierigkeiten wahr. Als Mensch jedoch mußte ich lernen, mich zu entwickeln. Ich war ein sehr scheuer Mensch und mußte erst erlernen wie man sich als Unternehmerin darzustellen hat.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Ab 1992 hatte ich keine Angst mehr vor Durststrecken oder dem Sommerloch, ich konnte den Umsatz konsequent steigern und Mitarbeiter aufnehmen. Dazu kam das Echo der Kunden, die gerne wiederkamen und mich darin bestärkten, weitere Bereiche in meine Palette aufzunehmen, was ich ab 2000 mit der Erweiterung um den Negativbereich und die Digitalfotografie auch tat. Die Motivation durch meine Kunden war dafür sehr wesentlich.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
1990 entschloß ich mich dazu, eine Diaentwicklungsmaschine zu kaufen und nicht nur Abzüge von Dias zu machen. Damit hatte ich einen größeren Kundenzustrom als zuvor. Eine weitere wichtige Entscheidung war die Übersiedlung in den Fotografenbezirk Neubau. Damals hatte ich bereits 13 Angestellte und wollte mich eigentlich verkleinern, um weniger Streß ausgesetzt zu sein. Ich führe allerdings nach wie vor elf Mitarbeiter.Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein? Derzeit gibt es kein anderes Fachlabor, das wirklich alles händisch macht und nichts dem Zufall bzw. Automaten überläßt.Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Nach meiner Ausbildung bei Frank haben mich die 16 Jahre im Fotolabor Pfeifer unter dessen alter Führung geprägt. Ich legte stets Wert auf absolute Qualität - im Gegensatz zur neuen Führung bei Pfeifer, was schließlich zur Trennung führte. Daß ich mit meiner Auffassung Recht habe, beweist die Entwicklung. In der Firma Frank lernte ich das absolute Farbsehen. Ich erkenne Farbstiche und weiß sofort, was man dagegen machen muß, ohne lange zu probieren.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Meine Mitarbeiter halten mich aufrecht und sind die wichtigste Ergänzung. Unsere Firma ist das Idealbeispiel für Sozialpartnerschaft zum allseitigen Vorteil.Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus? Ich entscheide nach Gefühl, es zählen der Wille und die Arbeitsbereitschaft eines Bewerbers. Mir ist es sehr wichtig, daß die Mitarbeiter ihren Arbeitsbereich fachlich qualifiziert abdecken können und außerdem ist es für mich sehr interessant zu sehen, wie lange der Bewerber, die Bewerberin an ihren ehemaligen Arbeitsstätten tätig waren.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Wir führen gemeinsame private Aktivitäten durch und legen großen Wert auf ein positives Betriebsklima. Sehr wichtig ist es, daß die Mitarbeiter sich so gut verstehen, daß Sie über gemeinsame Interessen sehr gute private Kontakte untereinander pflegen.Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens? In unserem Betrieb verfügen mehrere Personen über perfekte Fachkenntnisse. Der Kunde wird dann vom Fachmann seines Vertrauens beraten.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Seit zwei Jahren habe ich eine Vertretung und seither auch ein Privatleben. Zuvor ging ich voll im Unternehmen auf und war täglich 16 Stunden im Betrieb.Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung? Ich besuche jährlich ein bis zwei Seminare.Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Man soll sich Ziele setzen und menschlich bleiben.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Mein Ziel, durch höchstes Qualitätsbewußtsein in Wien an die Spitze zu gelangen habe ich erreicht. Dieses Ziel spüren auch meine Kunden, inzwischen bearbeiten wir Filme aus der ganzen Welt (Deutschland, Australien, Alaska und sogar aus den USA, obwohl es dort ausgezeichnete Labors gibt). Man vertraut mir die Filme an, die für Magazine mit den höchsten Ansprüchen - Geo oder National Geographics - geschossen wurden.