Zum Erfolg von Brigitte Halper
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg ist, wenn man das, was man macht, gut macht und sich dabei wohl fühlt.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, ich sehe mich als erfolgreich, aber ich habe nie eine Karriere geplant.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Ausschlaggebend war, daß ich mich immer bemüht habe, das was ich mache mit Spaß und Freude zu erledigen.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Ich bin immer mit sehr viel Elan, aber wenig organisiert bei der Sache. Nur wenn es einen Sprung zur nächsten Aufgabe gab, war es notwendig, sich neu zu organisieren und sich neue Kenntnisse verschaffen.
Ist es für Sie als Frau in der Wirtschaft schwieriger, erfolgreich zu sein?
Ich bin in einer Branche tätig, die sehr stark männlich dominiert ist. Da ist es für eine Frau auf jeden Fall schwieriger, sich durchzusetzen. Eine Frau muß wesentlich mehr leisten und sehr viel mehr Kompetenz beweisen, um anerkannt zu werden.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Im Laufe der Zeit gab es immer wieder Vorgesetzte, an denen ich mich orientieren konnte. Ich bekam Werkzeuge und die Informationen, wie ich meinen Job gut machen kann und Hilfestellungen, wenn es kritisch wurde, und dadurch funktionierte es immer gut.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Die Anerkennung erfuhr ich, wenn ich die Ziele, die mir vorgegeben wurden oder die ich mir selbst gesteckt hatte, erreicht hatte. Zum Beispiel passierte die Einführung der EDV und die Zusammenlegung von zwei Betrieben gleichzeitig in einem halben Jahr. Das zu schaffen und zu vollenden, was unmöglich schien, war eine große Anerkennung.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Anfangs wählte ich sie nicht selbst aus, weil wir durch die Zusammenschlüsse zusammengewürfelt wurden. Bei den Mitarbeitern die ich selbst auswählte, gab es wenige, die schon fertig ausgebildet waren. Wichtig für mich ist, daß meine Mitarbeiter selbständige Menschen sind, die wissen was sie wollen und das auch tun.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Ich bin die Erste unter gleichen. Das funktioniert wunderbar. Jeder ist für seinen Bereich verantwortlich und solange alles funktioniert, mische ich mich nicht ein. Erst wenn es Probleme gibt und ich um Rat gefragt werde, wird Zuwendung notwendig. Ich achte auch darauf, daß die einzelnen Arbeitsstationen rund sind und nicht mehrere Leute an einer Aufgabe arbeiten, die voneinander abhängig sind.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Ich glaube, daß meine Familie ganz glücklich mit der Situation ist. Als wir noch wenig Geld gebraucht haben, weil die Kinder klein waren, war ich zu Hause, und als das Geld für die Ausbildung notwendig wurde, konnte ich schon Vollzeit arbeiten.
Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung?
Ich habe beim Wifi Wien den Bilanzbuchhalterkurs absolviert, dann den Controllerkurs beim Controllerinstitut. Später kamen noch kleinere Seminare dazu, zum Beispiel in Mitarbeiterführung und Englisch, um am Ball zu bleiben.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Man soll das machen, wofür man sich berufen fühlt, auch wenn die Statistik sagt, daß man dabei keine Chancen hat. Man kann nur etwas gut machen, was man gerne macht. Die menschliche Komponente spielt eine große Rolle, egal wo man steht. Man darf nicht immer nur das machen, was von einem erwartet und gewollt wird, manchmal muß man auch nein sagen können.
Ihr Lebensmotto?
Meine Berufung ist Mutter, vom Beruf bin ich Buchhalterin. Als Mutter lernt man, wie es ist, Verantwortung zu übernehmen. Das ist im Berufsleben sehr wichtig, denn wenn man in eine höhere Position kommt, muß man auch die Verantwortung für die Mitarbeiter übernehmen.