Zum Erfolg von Johann Hagenhofer
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Wenn ich gemeinsam mit meinem Team ein Ziel formuliere und es auch erreichen kann, das ist unser gemeinsamer Erfolg.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, denn ich habe mein Ziel als Direktor erreicht. Unsere Schule kann mit den besten Privatschulen, puncto Schulqualität mithalten. Bei dem Bewerb der Topschule, wo wir 2001 den ersten Platz erreichten, hat uns besonders stolz gemacht, daß wir auch gegenüber den berufsbildenden höheren Schulen uns behaupten konnten.Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Meine Innovationsbereitschaft, der überdurchschnittliche Einsatz und meine Motivierungsfähigkeit für Leistungen, die an einer Schule nicht selbstverständlich sind.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Ich hatte eine sehr schwierige Kindheit, meine Mutter zog mich und drei Geschwister alleine auf und ich habe mir auf verschiedenste Art und Weise, von frühester Jugend an, Geld verdient. Ferien waren für mich immer mit Arbeit am Bau verbunden und daß ich mir etwas verdienen konnte, das empfand ich als Erfolg. Später war es meine Funktion als Fußballtrainer, wo ich erkannte, wie knapp Sieg und Niederlage zusammen liegen, dabei feierte ich einige große Erfolge. In meinem Beruf habe ich mich immer an den Besten orientiert und daß ich schon nach zwei Jahren Lehrertätigkeit zum Direktorstellvertreter ernannt wurde, das war für mich damals ein sehr großer Erfolg.Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Meine Volksschullehrerin, die darauf bestanden hat, daß ich ein Gymnasium besuche. In unserer Region damals, Anfang der 50er Jahre, war das die absolute Ausnahme. Bei meiner Ernennung zum Direktor und bei der Hofratsfeier war sie natürlich eingeladen.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Ja, es ist Lob und auch Dank von Schülern, Eltern und dem Landesschulrat, aber auch von ehemaligen Schülern, das freut mich immer besonders.Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst? Es ist das Image der Lehrer, viele Menschen denken bei unserem Beruf nur an die Ferien.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Die Mitarbeiter sind das Allerwichtigste, sie sind entscheidend und nicht die Rahmenbedingungen.Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus? Ich führe lange Gespräche, das Wichtigste für mich ist die soziale Kompetenz, wie gut sie mit jungen Menschen umgehen können. Ein Pluspunkt ist immer, wenn sie schon als Skitrainer, Reiseleiter oder eine Tätigkeit in einer Jugendorganisation hatten. Der Lehrberuf muß meinen Mitarbeitern ein Anliegen sein.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Ich motiviere meine Mitarbeiter in dem ich ihre Leistungen anerkenne und sie auch lobe.
Wie werden Sie von Ihren Mitarbeitern gesehen?
Als korrekt, berechenbar, als einer der manchmal vielleicht auch zu viel verlangt.Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens? Es ist die Innovationsbereitschaft und das Bemühen der Professoren um die einzelnen Kinder.Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Freundschaftlich beobachtend, das Verhältnis zu den anderen Direktoren in Wiener Neustadt ist sehr kollegial.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Ich versuche doch einen gewissen Freiraum für die Familie und meine sportlichen Aktivitäten zu schaffen.Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung? Es sind sicher 14 Tage im Jahr, die ich zu meiner Weiterbildung verwende. Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Man muß immer lernbereit sein, nie aufhören sich neu zu orientieren.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Mein kurzfristiges Ziel ist, daß meine Nachfolge im Sinne meiner Mitarbeiter geregelt wird.