Zur Karriere von Klaus Georg Daigfuss
Welche waren die wesentlichsten Stationen Ihrer Karriere?
Als Kind interessierte ich mich sehr für Eiskunstlauf. Schon damals merkte ich, daß ich über große Ausdauer und Disziplin verfügte, wenn ich etwas erreichen wollte. Nach einigen Jahren intensiven Trainings wurde ich als Leistungsläufer aufgestellt. Ich trainierte permanent weiter und perfektionierte mich. Da ich dadurch schulische Belange nicht so ausführte, wie die Lehrer und meine Eltern es erwarteten, mußte ich zugunsten der Schule Prioritäten setzen. Ich stellte das Eiskunstlaufen in dieser Intensität ein und widmete mich widerwillig der Schule. Ich mußte mein Geld immer schon selbst verdienen, daher arbeitete ich neben der Schule für einen Blumenladen in der Münchener Maximilianstraße. Da kam mir die Idee, kleine Blumensträuße zu machen und diese einfach an Menschen zu verteilen. Ich gewann einige Kunden dazu und merkte, daß mir der Umgang mit Menschen in Verbindung mit Blumen sehr gefiel. Ich besuchte weiterhin die Schule, absolvierte den Führerschein, später den Wehrdienst, brach aber dann vor dem Abitur die Schule aufgrund familiärer Verhältnisse ab. Ich wollte ausziehen und mein Leben allein meistern. Ich arbeitete in einem Blumenladen, meine Inspiration zu Blumen war jedoch eine andere, wie dort praktiziert wurde, deshalb machte ich mich 1983 selbständig. Ich sah mich in Fachzeitschriften nach ausländischen Märkten um, führte tropische Blätter ein und entwickelte eine ganz spezielle Blumenkultur. Ich spezialisierte mich auf den Handel mit ausgefallen Schnittgrünpflanzen und bot meine Ware in sämtlichen Blumenläden Münchens an. 1984 stellte ich auf einer Messe meine Ware aus, konnte meine Idee durchsetzen und wurde in München bekannt. Damals lernte ich Herrn Rosenthal kennen, der in Kenia lebte und mit Samen handelte. Dies interessierte mich sehr, so begann ich mit der Einfuhr von exotischen Blumen. Damals war Import - Export aufgrund des Artengesetzes noch eine schwierige Angelegenheit. Mit meinen innovativen Ideen brachte ich immer neue Blumenkreationen auf den Markt und bot diese dann auch als Topfpflanzen an. Ich konnte sogar die Konkurrenz als Abnehmer gewinnen. 1986 konnte ich die San Remo-Nizza-Linie wieder aufbringen. Dies ist eine wunderschöne mediterrane Blumenzucht, die ich am deutschen Markt etablieren konnte. Während der großen Flut holländischer Schnittblumen minderer Qualität, die durch Lebensmittelkonzerne an den Endverbraucher gebracht wurden und einen Markteinbruch der Blumenhändler verursachten, brachte ich mit noch größerer Liebe und Fürsorge Blumen aus Nizza und San Remo mit Flugzeugen nach Deutschland. Die Qualität meiner Sortimente setzte sich durch. Als ich den holländischen Händler Henk de Gooijer kennenlernte, der ein Heer von Heer von etwa 1.000 Mitarbeitern beschäftigte, kämpften wir beide dafür, Blumen wieder als Symbol der Liebe und Freude zu etablieren, und nicht als minderwertiges Massenprodukt, das dem Endverbraucher als kurzlebige Ware angedreht wird. Ich habe auch dafür gesorgt, daß die Blumen artgerecht angeliefert werden, das heißt, in Lkws, die mit Wasserbehältern und Klimaanlagen ausgestattet waren. Durch großartige Festivitäten, die ich damals ausstatten durfte, erlebte das Geschäft eine Hochkonjunktur. Ich war unter anderem Lieferant von Gerd Käfer, der in gigantischem Ausmaß Feste ausgestattet hatte. Auch Feste von Herrn Bogner, der Tabakfabrik Wien, Gabor, etc. gibt es in dieser grandiosen Ausstattung leider nur noch selten.