Zum Erfolg von Johann Steininger
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Wenn der Betrieb eine gute Entwicklung nimmt und meine Familie finanziell davon leben kann, habe ich Erfolg. Die Arbeit muß sich lohnen.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ich sehe, daß der Betrieb wächst. Begonnen haben wir mit praktisch Null in einer Garage, jetzt stehen wir bei 36 Mitarbeitern, einem eigenen Betriebsgebäude mit modernsten Maschinen im Wert von rund 50 Millionen Schilling und sehr guter Auslastung.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Mein persönlicher Fleiß, gute Mitarbeiter, unsere Qualität und unsere Leistungen waren ausschlaggebende Faktoren meines Erfolges.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Ich entscheide sehr spontan, wenn es paßt.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Ab dem 1. Jänner 1988, als wir unsere eigene Halle bezogen hatten und zusätzlich zu dieser Großinvestition noch die damals modernste CNC-Maschine um 1,5 Millionen Schilling gekauft haben, fühlte ich mich erfolgreich. Etwa alle zehn Monate haben wir dann eine weitere Maschine gekauft.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Der Entschluß, eine eigene Halle auf dem eigenem Grundstück zu bauen, war ein sehr erfolgreicher.
Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein?
Originalität ist in jedem Fall besser als Imitation. Wir erzeugen Spezialteile, was nicht jeder kann, denn: Man kann nur durch Leistung etwas erreichen.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Daß wir als Betrieb gesehen werden, der intelligente Teile erzeugt und entwickelt, ist für mich die größte Anerkennung.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Eine große Hilfe ist meine Frau. Sie kümmert sich um Buchhaltung und Zahlungsverkehr, während ich für den technischen Bereich zuständig bin. Somit ergänzen wir uns gegenseitig. Bei meinen Mitarbeitern haben wir sehr geringe Fluktuation, sie fühlen sich bei uns wohl, die Arbeit ist anspruchsvoll und nicht langweilig und sie verdienen sehr gut.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Wegen meiner eigenen Berufserfahrung entscheide ich mich eher aus dem Bauch heraus und nach einem kurzen Gespräch.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
In meinem Unternehmen gibt es sehr flexible Arbeitszeiten. Ich lasse meinen Mitarbeitern soviel Freiheit wie möglich. Wenn beispielsweise einer anruft, er hätte ein Last-minute-Urlaubsangebot oder müßte in der Landwirtschaft das gute Wetter nutzen, ist das überhaupt kein Problem. Überstunden sind freiwillig und werden selbst eingeteilt.
Wie werden Sie von Ihren Mitarbeitern gesehen?
Ich gelte als guter Kollege, ich habe ja früher selbst immer in der Werkstätte mitgearbeitet. Wir haben keine Differenzen, keinen Betriebsrat und es ist noch nie jemand wegen eines Fehlers entlassen worden.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Die Automatendreherei ist unsere wesentlichste Stärke.
Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Ich verhalte mich total fair, jeder muß leben können. Einstiegspreise haben wir nicht, unsere Kunden entscheiden sich aufgrund unserer Leistung für uns, wir bauen auf Qualität.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Ich kann Beruf und Privatleben sehr gut trennen. Früher arbeitete ich 70 bis 80 Stunden pro Woche, jetzt habe ich mehr Zeit für die Familie.
Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung?
Ich bin jetzt in der Firma nur mehr für organisatorische Arbeit zuständig, einer meiner Söhne arbeitet im Betrieb mit. Wir besuchen Fachmessen und lassen uns die Fortbildung unserer Mitarbeiter einiges kosten; bis zu 150.000 Schilling pro Mitarbeiter.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Geht nicht, gibt's (fast) nicht.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Einen Wunsch hätte ich noch: Ich möchte ein eigenes Produkt erzeugen und verkaufen, um nicht nur Lohnarbeiten ausführen zu müssen. Mein Sohn soll den Betrieb übernehmen, wenn ich in Pension gehe.