Zum Erfolg von Barbara Zitterbart
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg heißt für mich, in seinem Leben etwas umsetzen zu können, was einen selbst glücklich macht. Wenn man nicht glücklich und zufrieden ist, stellt sich auch kein Erfolg ein.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, ich sehe mich als erfolgreich. Es ist uns mittlerweile gelungen, einen Anteil von 49 Prozent, den wir 1992 an die Firma Lobbe abgaben, zurückzukaufen.Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Ausschlaggebend waren mein Ehrgeiz und das Bedürfnis, etwas zu bewegen. Ganz wichtig ist meiner Meinung nach auch die Fähigkeit, mit Menschen umgehen und sie führen zu können.Ist es für Sie als Frau in der Wirtschaft schwieriger, erfolgreich zu sein? Ich denke, daß es als Frau schwieriger ist, in eine Führungsposition zu gelangen. Wenn man dann dort angekommen ist, kann es für eine Frau dann sogar bis zu einem gewissen Grad leichter sein.Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein? Meiner Meinung nach kann man nichts verkaufen, hinter dem man nicht selbst steht. So gesehen sind auf alle Fälle die eigene Person und die eigene Überzeugung besser, also Originalität.Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Für mich gab es einige Personen, von denen ich in der Vergangenheit gelernt habe. Wenn man mit Menschen zu tun hat, wird man immer von diesen etwas lernen. Als Vorbild kann ich am ehesten meinen Vater bezeichnen.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Anerkennung ist für mich, wenn man merkt, daß sich die Mitarbeiter wohlfühlen und es ihren Familien gut geht.Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst? Das Hauptproblem ist der massive Eingriff des Staates in unsere Arbeit. Wollen wir unsere Arbeit gut machen, müssen wir investieren, was oft durch neue Regelungen, die uns leider oft sehr kurzfristig vorgesetzt werden, nahezu unmöglich ist.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Ich denke, daß man mich als einen Menschen sieht, der trotz des Erfolges einfach Mensch geblieben ist.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Mitarbeiter sind ein enorm wichtiger Teil eines Unternehmens. Ich vergleiche das mit den einzelnen Rädchen einer Uhr. Alle sind dafür verantwortlich, daß letzten Endes die Zeiger die Zeit anzeigen können.Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus? Eigentlich wähle ich die Mitarbeiter fast ausschließlich nach Gefühl aus. Das Wichtigste ist, daß ein Bewerber zu uns und unserem Team paßt.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Die beste Motivation sind Information und das Einbinden der Mitarbeiter in Entscheidungen. Auch ihre Ideen werden gehört.Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Da ich den Mitbewerb als äußerst wichtig für die eigene Weiterentwicklung halte, habe ich kein Problem damit.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Das ist grundsätzlich ein schwieriges Kapitel. Ich denke, daß man immer Kompromisse machen muß, da sich beides zu hundert Prozent nicht ausgehen kann. Einmal wird der Beruf, dann wieder das Privatleben übergewichtet. Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung? Der Besuch von Seminaren oder ähnlichen Veranstaltungen hält sich in Grenzen. Für mich bedeutet aber auch die Kommunikation mit anderen Menschen laufendes Lernen.Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Wichtig erscheint mir, daß junge Leute Erfahrungen, die ihnen von der älteren Generation mitgegeben werden, mehr schätzen und darauf aufbauen sollten. Man muß nicht immer alle Erfahrungen selbst machen.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Eines meiner Ziele ist, daß ich mir im Alter von 50 Jahren drei Monate Urlaub leisten kann, um der kalten Jahreszeit auszuweichen. Das primäre Ziel ist, auch weiterhin im Sinne der Mitarbeiter und der Kunden zu arbeiten, damit jeder zufrieden sein kann.
Ihr Lebensmotto?
Ich möchte jeden Tag ohne Probleme in den Spiegel blicken können.