Zur Karriere von Erich Scharl
Welche waren die wesentlichsten Stationen Ihrer Karriere?
Nach Abschluß der Pflichtschule absolvierte ich die Lehre zum Kfz-Mechaniker, leistete den Präsenzdienst ab und war danach zwei Jahre als Tunnelmechaniker am Arlberg tätig. Diese Tätigkeit mußte ich aus gesundheitlichen Gründen aufgeben, denn meine Stimmbänder litten unter dem feuchten Tunnelklima. Zurück in Klagenfurt machte ich den Lkw-Führerschein und war in der Folge als Fahrverkäufer für Tiefkühlkost und im Blumengroßhandel tätig. Ich wollte mich jedoch unbedingt selbständig machen, also kaufte ich mir einen Sattelschlepper und übernahm Transporte für Speditionen, hauptsächlich in den nahen Osten. Mein Bruder stieg in mein Geschäft ein und wir erweiterten unseren Fuhrpark auf drei Sattelschlepper, scheiterten jedoch schließlich, da wir sehr jung und unerfahren waren, und - das war der Hauptgrund - an der schlechten Zahlungsmoral der Speditionsfirmen. Wir finanzierten alle Streckengebühren, die in jedem Land zu entrichten waren, vor, und viele Speditionen gingen in Konkurs, bevor wir zu unserem Geld gekommen wären. Uns blieb nichts anderes übrig, als den selben Weg zu gehen und Konkurs anzumelden. Ich war in der Folge in Saudi-Arabien im Bereich Lkw-Transporte tätig, um meine Schulden in Österreich zu bezahlen. Danach arbeitete ich als Busfahrer im Fernreiseverkehr (Mittelmeerländer), ehe ich 1989 mit dem Taxifahren begann. Ich war zunächst bei einem Taxiunternehmen angestellt und gründete 1993 mein eigenes Unternehmen. 1994 erlitt ich zwei Herzinfarkte. Ich war damals einer Taxizentrale angeschlossen, und während meiner Krankheit führte mein Sohn das Geschäft weiter. Es kam zu Unstimmigkeiten, da die Zentrale meinem Sohn Funkstille auferlegte, mit der Begründung, er habe sich in meiner Abwesenheit auf unerlaubte Weise Fahrten angeeignet. Die ganze Angelegenheit eskalierte und endete vor Gericht. In der Folge arbeitete ich ohne die Zentrale weiter. Da ich alle Aufträge über Mobiltelefon annahm, waren meine Telefonkosten natürlich enorm hoch. Mit einer Firma in St. Veit, die Funk- und Telefonanlagen baute, tüftelte ich eine Funkanlage für meinen Bedarf aus, die ich heute noch verwende. Ich hatte dann auch ein drittes Taxi im Einsatz. Kurz danach erwarb ich auch noch einen achtsitzigen Kleinbus, der mit Fahrten zum Golfplatz oder Shuttlediensten gut ausgelastet war. Mit dem Erwerb eines vierten Taxis war vorläufig Schluß mit den Anschaffungen. Meine Aktivitäten riefen Neider auf den Plan und man versuchte mit allen Mitteln, mich an der regulären Beförderung von Kunden zu behindern, indem man mich zum Beispiel bei der Polizei anzeigte und bei der Gemeinde erwirken wollte, mir die Konzession für Nachtfahrten mit Bonabrechnung zu entziehen. Das hätte einen großen wirtschaftlichen Verlust bedeutet, und ich ging vor Gericht, da der Bürgermeister als Konzessionsgeber sich der Meinung meiner Konkurrenten anschloß. Das Gericht gab mir recht, und nach diesem Vorfall ließ mich auch die Konkurrenz endlich in Ruhe. Ich expandierte mein Unternehmen durch die Übernahme eines elfsitzigen Busses, den ich auf 3.200 Kilo typisieren ließ und somit als Pkw anmelden konnte. Mit dem Erwerb des Busses konnte ich vom Vorbesitzer auch dessen Kundenkreis übernehmen, was eine gute Auslastung bedeutete. Speziell für Krankentransporte schaffte ich noch einen Kombi mit Allradantrieb an, um jeden Bergbauernhof erreichen zu können. Heute führe ich mit zwölf Mitarbeitern Klagenfurts größtes Einzelunternehmen im Taxi- und Personentransportbereich.