Zum Erfolg von Rainer Köpplinger
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Wenn man in seinem Beruf Spaß hat, ist das ein Erfolg. Bereits für die Wahl der Studienrichtung war das für mich ausschlaggebend. Geld steht zwar nicht an erster Stelle, ist aber ebenfalls ein Parameter für Erfolg.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Jetzt ja. Ich hatte zwar bereits in der Wiener Städtischen Freude an meiner Tätigkeit, aufgrund der Unternehmensgröße konnte ich dort aber wenig bewegen. Da ich jedoch auch an den Erfolgen und Mißerfolgen einer Firma direkt beteiligt sein wollte, engagierte ich mich von Anfang an in dem Pensionsversicherungs-Projekt und wechselte 1991 gänzlich in das kleinere Unternehmen.Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Der Grundstock ist meine fachliche Kompetenz in der Versicherungsmathematik. Da durch die Gründung zahlreicher Pensionskassen und Beratungsfirmen die Nachfrage nach Versicherungsmathematikern sprunghaft angestiegen ist, hatte ich auch das Glück, in einem gefragten Beruf tätig zu sein.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Ich war in meinem Beruf von Anfang an glücklich. Ein großer Schritt, den ich als Bestätigung empfand, war 1988 die Ernennung zum Abteilungsleiter in der Wiener Städtischen. Daran sah ich, daß mein Einsatz gewürdigt wurde.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Der Wechsel von der Wiener Städtischen, einem Unternehmen mit 3000 Mitarbeitern, wo ich in unkündbarer Position war, in dieses Unternehmen war ein mutiger Schritt, da damals nicht absehbar war, ob Pensionskassen am Markt Erfolg haben würden.Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein? Beim jetzigen Generationenwechsel sind neue Ideen gefragt. Als Imitator ist man in seinen Handlungen, Entscheidungen und Mitarbeiterführung nicht man selbst.Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Mein Chef in der Wiener Städtischen, der jetzige Vorstandsdirektor und Vorstand der Vereinigten Pensionskasse AG, Kurt Ebner, hat mich immer fasziniert. Als fachlich guter Versicherungsmathematiker verstand er es immer, sich und das Unternehmen gut zu verkaufen. Insbesondere seine Entscheidungsfreudigkeit habe ich übernommen.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Ich merke anhand der Gespräche mit dem Vorstand und den Aktionären, weil ich auch in Entscheidungen einbezogen werde, die nicht meinem direkten Wirkungskreis zugeordnet sind, daß ich anerkannt werde. Als Anerkennung empfinde ich auch, daß man meinen Rat in Aktuarskreisen schätzt.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
In unseren Hierarchien wird jeder auch an der Leistung seiner ihm unterstellten Ebene gemessen. Um eine Abteilung erfolgreich zu führen, braucht man fachlich kompetente, einsatzfreudige und loyale Mitarbeiter – wesentlich ist der Teamgeist.Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus? Während im mathematischen Bereich vor allem das fachliche Wissen zählt, treffe ich im Verwaltungsbereich eher Bauchentscheidungen und achte darauf, wie sich jemand selbst verkauft.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Ich erwarte von meinen Mitarbeitern, daß sie ein gewisses Interesse mitbringen, motiviere durch Information, Transparenz und Einbinden in den Unternehmensprozeß. Durch gemeinschaftliche Events, wie Schiausflüge oder Grillfeste, fördere ich den Teamgeist. Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens? Die Produktpalette und die Preisgestaltung ist bei allen neun österreichischen Pensionskassen sehr ähnlich. Unsere Stärke liegt in den fachlich kompetenten Mitarbeitern, unter denen aufgrund der geringen Fluktuation ein besonders starkes Gemeinschaftsgefühl herrscht.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Diese beiden Bereiche kann ich mit Hilfe meiner Frau, die nur Teilzeit arbeitet, sehr gut verbinden. Ohne ihre Unterstützung bei den beiden Kindern könnte ich meinen beruflichen Einsatz nicht bringen.Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung? Als ich bei der Wiener Städtischen beschäftigt war, besuchte ich viele persönlichkeitsbildende Seminare, in meiner heutigen Position ist mir fachliche Weiterbildung wichtig. Dafür nehme ich mir auch jetzt noch ca. fünf Tage im Jahr Zeit; auch, um nicht betriebsblind zu werden. Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Jeder sollte das tun, was ihm Spaß macht.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Mein Ziel ist es, in meinem Job weiterhin glücklich zu sein.