Zum Erfolg von Josef Linsbichler
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Ich bin stolz darauf, für den erbrachten Einsatz durch Erfolg belohnt zu werden. Mein Ziel ist es, mit seriöser Handarbeit erfolgreich zu sein. Das bedeutet für mich, jeden Tag mit Freude bei der Arbeit zu sein und mir und meiner Familie ein sorgenfreies Leben zu ermöglichen.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, ich sehe mich als erfolgreich, denn ich habe einen florierenden Betrieb geschaffen, wobei die Lebensqualität nicht unter meinem Engagement leidet.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Ausschlaggebend waren seriöse Arbeit, die hohe Qualität unserer Produkte und außerdem die Tatsache, daß ich sehr gut mit Zahlen und finanziellen Belangen umgehen und Risiken gut abschätzen kann. Zusätzlich hatte ich in meinem Vater ein hervorragendes Vorbild und genoß durch ihn eine ausgezeichnete Ausbildung.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Mein Vater war ein großes Vorbild und sehr prägend für mich. Ein Motto von ihm lautete: „Eine gute Semmel hält jeder Inflation stand.“ Für ihn war die Qualität immer sehr wichtig und er sorgte dafür, daß ich in seinem Sinne weiterarbeite.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Fast alle unsere Mitarbeiter sind schon viele Jahre bei uns tätig. Es herrscht ein sehr freundschaftliches Arbeitsklima, außerdem sind alle meine Mitarbeiter überdurchschnittlich gut bezahlt. Zur Zeit bilde ich drei Lehrlinge aus, die im Zeugnis ausgezeichneten Erfolg vorweisen, weil ich alles daransetze, daß sie eine gute Ausbildung bekommen.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Unsere Vision ist, unseren Kunden jeden Morgen mit Produkten höchster Güte und natürlichen Geschmackes zu verschönern. Dies erreichen wir mit bestens ausgebildeten und hoch motivierten Mitarbeitern, die am Erfolg des Unternehmens aktiv beteiligt sind. Unser Brot war schon immer bekannt dafür, daß es besonders gut ist. Sehr viele Heurige in Grinzing führen unser Brot, es war immer unser besonderes Aushängeschild. Weil man diese Menge aber nicht mehr händisch herstellen kann, kauften wir vor einigen Jahren eine Sauerteigaufbereitungsanlage, wodurch wir Sauerteig auf Naturbasis produzieren können.Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Wir haben alle Firmen in unserer Größenordnung überflügelt, und zwar nicht mit Schleuderpreisen, sondern wegen unserer erstklassigen Qualität. Es werden nur beste Rohstoffe verwendet. Auch beim Feingebäck konnten wir in den letzen Jahren sehr hohe Zuwachsraten verzeichnen. Besonders stolz bin ich darauf, daß wir am Sonntag nicht aufsperren müssen, denn viele Bäcker tun das nur, weil sie damit die schlechten Geschäftsgänge unter der Woche aufbessern. Ich begegne dem Mitbewerb mit Respekt und habe nie versucht, mich irgendwo hineinzudrängen oder jemanden zu unterbieten, das ist nicht mein Stil.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Am Mittwoch Nachmittag bleibt das Geschäft geschlossen, diese Tradition existiert schon seit 40 Jahren. Da gibt es Zeit für das Familienleben und meine Frau kann private Angelegenheiten erledigen. Auch das Wochenende wird ab Samstag mittag frei gehalten.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Ich würde mich in Zeiten wie diesen hüten, zu expandieren, sondern eher auf Qualität achten. Man muß auch darauf Wert legen, Geschäftspartnern erhobenen Hauptes begegnen zu können, weil man sein Geschäft und sein Leben so weit im Griff hat, daß man von anderen respektiert wird. Dafür ist es wichtig, seriös zu arbeiten und die finanziellen Belange unter Kontrolle zu haben.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Meine Ziele bestehen darin, eine gesunde Finanzstruktur zu erhalten, mit den Filialen kontrolliert zu expandieren und neue Geschäftsfelder zu erobern. Dabei denke ich an ein Take-away bzw. Drive-In Geschäft und an den Verkauf von warmen „Ready-to-eat“ Speisen. Außerdem möchte ich spätestens im Jahr 2012 den Betrieb an meinem Sohn übergeben.
Ihr Lebensmotto?
„Leben und leben lassen“.