Zum Erfolg von Hannes Jiricek
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich, wenn der Umsatz stimmt und die jährliche Umsatzsteigerung 10 bis zwanzig Prozent beträgt. Selbstverständlich verstehe ich unter Erfolg auch, daß unsere Gäste mit dem Service zufrieden sind und ich in der Lage bin, meine Mitarbeiter gerecht und pünktlich zu entlohnen.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Wenn ich daran denke, daß 1990 an diesem Ort ein einfaches Gasthaus stand und wir uns in den letzten zehn Jahren zu einem führenden Betrieb in der Region entwickelten, sehe ich mich schon als erfolgreich.Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Ich stamme aus einer intakten Familie, habe gutes und motiviertes Personal und investiere viel Zeit und Mühe in den Betrieb.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Nach dem ersten Umbau der Gaststube mit Eingangsbereich und Restaurantbar hat sich das Gästeverhalten entscheidend verändert. Früher sperrten wir um neun Uhr abends zu - nachdem wir mit dem Umbau den Geschmack unserer Gäste getroffen haben, ist die Sperrstunde heute meist um zwei oder drei Uhr früh. Unser Konzept ist also voll aufgegangen.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Entscheidend war die Aussprache mit meinem Vater, bei der ich ihm aufgrund meiner Eindrücke aus meinen Saisonzeiten maßgebliche betriebliche Veränderungen vorschlug, um sich dem gewandelten Gästeverhalten anpassen zu können. Meine ganze Familie hat mein Vorhaben voll mitgetragen, was letztendlich zum Erfolg führte.Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein? Ich bin kein Freund von Imitation, sondern versuche immer originell zu sein. Mir gefallen auch so ausgefallene Sachen wie das Quietschentenrennen auf der Traun, das ich mit einem Freund organisiere. Im Restaurant veranstalten wir immer wieder kulinarische Themenwochen oder bieten spezielle Cocktails an der Bar sowie Parties zu den verschiedensten Anlässen.Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Die zum Erfolg notwendige Zielstrebigkeit habe ich von meinem Vater geerbt.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Die größte Anerkennung habe ich durch meine Eltern erfahren, weil sie mir das Gefühl geben, daß wir alles richtig gemacht haben. Die Akzeptanz unserer Gäste und der Nachbarschaft, aber auch die Anerkennung durch den Tourismusverband zeigen, daß unsere Arbeit geschätzt wird und wir auf dem richtigen Weg sind.Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst? Die hohen Lohnnebenkosten bedeuten in einem derart personalintensiven Gewerbe eine große Belastung. Zudem wird es immer schwieriger, gutes Personal zu bekommen. Für das Gastgewerbe muß man geboren sein, das ist nicht jedermanns Sache. Da es viele schwarze Schafe in der Branche gibt, ist auch der Ruf des Gewerbes unter Arbeitnehmern nicht der allerbeste. Zum Glück verfügen wir über hervorragendes Personal und ein sehr gutes Betriebsklima.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Da ich als Tourismusvorstand und Gemeinderat versuche, mich für die Belange der ganzen Region einzusetzen, glaube ich, daß man auch meinen persönlichen Erfolg akzeptiert. Ich komme jedenfalls mit allen gut aus.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Die Gäste spüren, wenn die Mitarbeiter zufrieden sind und fühlen sich auch nur dann wohl bei uns. Daher ist es mir sehr wichtig, daß unsere Mitarbeiter gern bei uns arbeiten. Dazu gehören regelmäßige Besprechungen, in denen alle Themen angesprochen werden, aber auch Prämien, wenn wir eine Umsatzsteigerung schaffen.
Wie werden Sie von Ihren Mitarbeitern gesehen?
Ich agiere sehr antiautoritär und überlasse meinen Mitarbeitern viel Verantwortung. Dieses Vertrauen bekomme ich hundertprozentig zurück.Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens? Wir sind bei den Öffnungs- und Essenszeiten sehr flexibel und versuchen unsere Hotelgäste mit Einheimischen zusammenbringen. Selbstverständlich wird die Qualität unserer Speisen und Dienstleistungen ganz groß geschrieben, das ist das Wichtigste.Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Ich bin meinen Mitbewerbern gegenüber sehr aufgeschlossen und pflege im allgemeinen ein gutes Verhältnis zu ihnen.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Speziell im Gastgewerbe ist es sehr schwierig, Beruf und Privatleben zu verbinden, denn man muß sehr viel Zeit in den Betrieb investieren. Mir ist es jedenfalls bisher noch nicht optimal gelungen.Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung? In dieser langfristigen Umbauphase, die noch immer nicht ganz abgeschlossen ist, bleibt mir wenig Zeit für Fortbildung. Ich besuche aber im Jahr zwei bis drei Seminare in den Bereichen Buchhaltung und Controlling.Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Wenn man im Gastgewerbe erfolgreich sein will, muß man darauf eingestellt sein, hundertzwanzig Prozent Leistung zu erbringen. Ansonsten sollte man einen anderen Beruf wählen. Die Abwechslung macht den Beruf sehr schön, man muß aber oft zwischen 80 und 100 Stunden pro Woche arbeiten.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich möchte mit 50 Jahren finanziell abgesichert sein, und vielleicht gelingt es mir auch, in den nächsten fünf Jahren zu heiraten.
Ihr Lebensmotto?
Lachen ist gesund.