Zum Erfolg von Jochen Modl
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg liegt für mich, sowohl privat als auch im Betrieb, im Erreichen der gesteckten Ziele.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ich sehe mich als sehr erfolgreich und weiß, daß ich bei Scania Österreich einen hohen Stellenwert genieße.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Basis für meinen Erfolg sind der funktionierende Familienverband und meine Fähigkeiten, unkonventionelle Wege zu beschreiten. Ich sehe Erfolg darin, meine Kinder so zu erziehen, daß sie sich in die Gesellschaft eingliedern können. Dazu gehören Glaube, Visionen und die nötige Kraft. Menschen führen kann man nur mit Offenheit, Ehrlichkeit und Ethik, man muß Achtung vor der Würde jedes Menschen haben.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Mein höchste Priorität ist, nicht in Problemkategorien zu denken, sondern an Lösungen. Ich fordere auch meine Mitarbeiter, nachzudenken, wie man Probleme lösen kann, und verfüge selbst über ein ausgeprägt positives Denken. Ich agiere sehr konsequent, um Lösungen zu finden. Bei 90 Mitarbeitern gibt es jeden Tag genügend Probleme.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Erfolgreich empfand ich mich ab dem Zeitpunkt, als ich bemerkt habe, daß ich eine positive Ausstrahlung auf Menschen habe und diese zuhören, wenn ich spreche. Ich merkte, daß ich Menschen bewegen, führen und aktivieren konnte.
Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein?
Jemanden zu imitieren bedeutet, sich hinter eines anderen Fassade zu verstecken.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Geprägt haben mich Herr Kremen und mein früherer Chef Dipl.-Kfm. Hakan Sundström, von denen ich viel gelernt habe.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Meine Selbstzufriedenheit ist mir die größte Eigenmotivation.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Die Lkw-Branche sowie Lkw-Fahrer und Transporteure leiden unter einem schlechten Image. Viele Betriebe haben zu wenig Eigenkapital.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Ich werde als Mensch mit Visionen gesehen, der weiß, was er will.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Meine Mitarbeiter haben einen wesentlichen Anteil an meinem Erfolg. Bei mir steht Eigenverantwortung an erster Stelle, ich habe aber auch genug Fehlertoleranz.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Zeugnisse sind nicht relevant. Alle Lehrlingskandidaten dürfen schnuppern, auch zweimal oder länger. Entscheidungen fälle ich dann aus dem Bauch heraus.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Ein Mitarbeiter muß Verantwortung tragen, für das was er macht. Er soll aber keine Angst bekommen, wenn er Fehler gemacht hat. Ich motiviere die Mitarbeiter auch durch vernünftige Bezahlung, wir machen darüber hinaus jedes zweite Jahr einen mehrtägigen Betriebsausflug.
Wie werden Sie von Ihren Mitarbeitern gesehen?
Meine Mitarbeiter schätzen mich als Chef, denn ich setze viel Vertrauen in ihre Arbeitsleistung und bin auch für Spaß und gemeinsame Kaffeerunden zu haben. Ich bin sehr großzügig, aber auch sehr konsequent, wenn Feuer am Dach ist.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Wir stellen uns sehr auf die Probleme der Kunden ein und bieten keine schematischen Lösungen.
Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Wir verhalten uns absolut korrekt, es gibt keine schlechten Worte über Mitbewerber und deren Fahrzeuge. Ich treffe mich auch mit den Geschäftsführern der anderen Firmen und bespreche Branchenprobleme.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Seit 20 Jahren laufen diese Bereiche sehr eng nebeneinander. Etwa 35 Wochenenden im Jahr dienen den Kundenkontakten, ich treffe mich dabei mit Menschen, mit denen ich mich sehr gut verstehe. Meine Frau steht zu 100 Prozent hinter meiner Arbeit.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Man muß so leben, daß man sich abends in den Spiegel blicken kann und weiß, daß die Mitmenschen zufrieden mit einem waren. Beruflicher Erfolg ist Können multipliziert mit Wollen.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich möchte gesund bleiben, sportlich bleiben und gemeinsam mit meiner Frau alt werden. Beruflich bleibe ich lieber erster Mann bei Scania Oberösterreich als Zweiter bei Scania Österreich.
Ihr Lebensmotto?
Ich bedanke mich jeden Tag beim Herrgott, daß ich wieder einen Tag erleben durfte.