Zum Erfolg von Gabriele Zehetner
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet, jeden Augenblick mit Freude zu erleben und an jeder Tätigkeit, die man gerade ausführt, Spaß zu haben. Die Freiheit, das zu tun, was man gerne tut.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, weil ich weiß, daß ich Ziele, die ich mir setze, erreichen kann und bisher auch schon erreicht habe. Manchmal habe ich fast das Gefühl, die Dinge fliegen mir zu.Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Irgendwie hatte ich immer schon eine Sonderstellung, ich bin eher burschikos im Beruf, stelle mich gerne Herausforderungen und bin fasziniert von neuen Projekten. Routinearbeiten machen mich ungeduldig, sobald etwas ruhig läuft, suche ich schon wieder etwas Neues.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Ich freue mich über Neuentwicklungen und stürze mich mit voller Konzentration in die Arbeit.Ist es für Sie als Frau in der Branche schwieriger, erfolgreich zu sein? Ich habe immer schon lieber mit Männern gearbeitet, man muß durch Kompetenz überzeugen. Wenn man Charme und Persönlichkeit als Frau ausspielen kann, wird es sogar leichter. Man darf nicht zimperlich sein, nach Überwindung der anfänglichen männlichen Skepsis wird man selbstverständlich akzeptiert.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Ab der Berufsschule wurde ich immer erfolgreicher. Im eigenen Betrieb war ich nach der Lehrzeit noch immer die Tochter, durch meine erfolgreiche Tätigkeit bei Elin erhielt ich die Selbstbestätigung, auch außerhalb der vorhandene Strukturen Leistungen erbringen zu können. Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Direktor Graf von der Berufsschule Stockerau und mein Vorgesetzter bei Elin, Herr Peter Wilhelm, haben mich sehr gefördert, ich kann mich auch jederzeit an beide wenden, wenn ich Hilfe brauche. Ich profitiere noch heute von meinem damaligen Arbeitsverhältnis.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Mein Vater war gegenüber meiner Tätigkeit bei einer Fremdfirma anfangs sehr skeptisch, hat aber dann erkannt, daß neue Impulse für den Familienbetrieb Vorteile bringen und ist heute sehr stolz auf meinen Werdegang.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Ich werde als starke Frau gesehen, manchmal als zu stark. Ich muß noch lernen, mich so weit zurückzunehmen, daß der andere nicht glaubt, dominiert zu werden.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Gute und verläßliche Mitarbeiter sind das wichtigste Kapital eines Betriebes. Besonders in unserer Branche, wo man viele verschiedene Baustellen zu betreuen hat, muß man sich auf die Arbeitsgruppen verlassen können. Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus? Es gibt keine Auswahl, denn gute Elektriker sind nicht arbeitslos. Gute Mitarbeiter muß man von anderen Firmen abwerben.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Klare Richtlinien und eigenverantwortliche Bereiche sorgen für genügend Spielraum zur persönlichen Entfaltung. Man kann mit Problemen zu mir kommen, aber ich fordere Leistung ein.
Wie werden Sie von Ihren Mitarbeitern gesehen?
Langjährige Mitarbeiter unterstützen mich, die jüngeren sehen mich als kompetente Führungskraft.
Wie ist Ihr hierarchischer Strukturkoeffizient?
Mein Vater oder ich leiten das Gesamtprojekt, und es gibt Arbeitspartien von je drei Mann mit Partieführer.Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens? Unser Angebot in der Prozeßleittechnik ist gut, wir bieten von der Planung bis zur Durchführung die Gesamtabwicklung an, wobei wir manchmal auch externe Spezialisten zuziehen. Unsere Firma ist klein genug, um sehr flexibel auf Kundenwünsche eingehen zu können, und groß genug, um mitreden bzw. mit anbieten zu können.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Im Familienbetrieb ist es leichter, beides zu vereinbaren als in einer Angestelltentätigkeit.Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung? Dafür verwende ich so viel Zeit wie möglich.Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Ich rate dazu, sich nicht festzulegen und viele verschiedene Talente und Interessen zu entwickeln.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich beabsichtige, an der Fachhochschule für Technik in Hollabrunn ein zweijähriges Aufbaukolleg absolvieren und den Dipl.-Ing. FH abzulegen.
Ihr Lebensmotto?
Jeden Tag mit einem Lächeln beginnen.