Zum Erfolg von Heinz-Peter Kovar
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich Zufriedenheit, und zwar nicht nur meine eigene, sondern auch die meines Umfeldes.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ich konnte bisher sehr viel erreichen, bin privat zufrieden und werde in der Branche geschätzt, daher kann ich mich durchaus als erfolgreich bezeichnen.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Ich wollte schon als Kind diesen Beruf ergreifen, obwohl es eine Phase gab, in der ich von einigen belächelt wurde, weil ich ja nur der Fischhändler war. Ausschlaggebend für meinen Erfolg ist die Freude, die ich nach wie vor an meinem Beruf empfinde. Ich engagiere mich selbst sehr intensiv. So fahre ich bis dato zwei mal pro Woche persönlich auf den Fischmarkt, um den frischesten und qualitativ hochwertigsten Fisch einzukaufen. Unsere Mayonnaise wird beispielsweise frisch hergestellt und kommt ohne Homogenisierungs- oder Verdickungsmittel aus.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Ich reagiere, sofern das möglich ist, nicht spontan auf Herausforderungen oder Probleme, sondern lasse die Situation auf mich wirken, ehe ich eine Entscheidung treffe. Entscheidungen überlege ich gern gemeinsam mit meiner Frau, viele Geschäftsideen stammen von ihr.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Von meinen Mitarbeitern erwarte ich in erster Linie Freundlichkeit, die wichtiger ist als Kompetenz, die man sich auch im nachhinein aneignen kann.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Der Standort meines Geschäftes in einer kleinen Nebengasse ist in der Zwischenzeit denkbar ungünstig, aber unsere Kunden kommen extra hierher, um frischen Fisch zu kaufen. Als meine Großmutter den Betrieb gründete, war das Gebiet dicht besiedelt und Fisch ein billiges Nahrungsmittel, heute ist Fisch nicht mehr gerade preisgünstig und wird eher aus Gründen des Genusses oder der gesunden Ernährung gekauft. Wir bieten unseren Kunden absolute Frische des Produktes und Zusatzservice - beispielsweise, indem wir den Fisch filetieren, entgräten und auf Wunsch panieren, so daß der Kunde ihn nur mehr backen muß.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Meine Familie hat unter meinem beruflichen Engagement durchaus gelitten; so war es lange nicht möglich, mehr als zwei Wochen Urlaub am Stück zu machen. Meine beiden Kinder haben mir während ihres Studiums immer im Geschäft geholfen, wollten es aber nicht übernehmen, weil sie sahen, welche privaten Opfer ich doch dafür bringen mußte. Grundsätzlich ist mir mein Privatleben sehr wichtig. Ein harmonisches Familienleben spielt eine große Rolle beim Erfolg.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Wer erst einmal seinen Weg gefunden hat, sollte ihn konsequent gehen. Ein junger Mensch soll herausfinden, wo seine Neigungen und Interessen liegen, sich dann Ziele stecken und diese verfolgen. Kein Erfolg kommt von heute auf morgen - wichtig sind Geduld und Ausdauer. Wer sich zu einer Sache entschlossen hat, soll angesichts von Schwierigkeiten nicht gleich aufgeben, sondern sich ruhig ein wenig anstrengen. Eine gute Ausbildung ist eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg, ebenso wesentlich ist Weiterbildung. Ich habe mich während und nach meiner Lehrzeit immer im Rahmen von Seminaren, etc. fortgebildet und konnte nicht nur von den Vortragenden, sondern auch von meinen Kollegen einiges lernen. Auch kann man im Rahmen von Fortbildungsangeboten seitens der Kammer Kontakte knüpfen, die irgendwann nützlich sein können. Wer einen Fehler begeht oder eine Niederlage erfährt, soll dies nicht für sich behalten. Wenn er Glück hat, kann er sich einem väterlichen Freund anvertrauen, generell spielt der Freundeskreis eine große Rolle. Ich selbst habe einige Ideen aus meinem privaten Umfeld für mein Geschäft aufgegriffen und umgesetzt. Fehler sind jedenfalls als Lernprozeß, nicht als Katastrophe zu sehen.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich bin nun 63 Jahre alt und habe heute keine besonderen beruflichen Ziele mehr, außer mein Geschäft weiterhin erfolgreich zu führen, es mit meiner Pensionierung in geordneten Verhältnissen an meine Nachfolgerin zu übergeben und gesund zu bleiben.