Zum Erfolg von Martin Exel
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Ich las die Biographie von Humphrey Bogart, der meinte, wenn Erfolg und Geld eine Bedeutung haben, dann die, daß man in der Lage ist, einem Arschloch zu sagen, daß er eines ist. Für mich bedeutet daher Erfolg innere und äußere Freiheit. Wenn ich die theoretische Freiheit habe, mir meine Zeit nach meinen Wertigkeiten einzuteilen und mir meine Kunden aussuchen kann, sehe ich diese Möglichkeiten als Erfolg an.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ich arbeite doch in einer etwas schwierigen Branche, daher muß ich sehr viel unbezahlte Zeit investieren. Dies stimmt mich nicht in die Lage, mich als äußerst erfolgreich zu sehen. Da ich jedoch über sieben Jahre kontinuierlich erfolgreich agieren konnte, sehe ich mich in meiner Tätigkeit bedingt durchaus als erfolgreich. Ich könnte finanziell noch erfolgreicher sein, da ich jedoch sehr glücklich damit bin, wie ich meinen Beruf ausübe und wie ich meine Freizeit verbringe, erachte ich mich als glücklichen Menschen.Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Ich hätte es mir eigentlich alles viel schwieriger vorgestellt, als es sich dann in der Praxis herausstellte. Ich hatte zwar keine Kunden, als ich mein Büro eröffnete, und hörte die schlimmsten Dinge über die Branche, daher dachte ich, daß ich mit größeren Schwierigkeiten zu kämpfen hätte. Tatsächlich jedoch führte ich meinen ersten Auftrag zur Zufriedenheit aller aus und kam so zu meinen nächsten Kunden. Sehr wichtig ist es auch, daß ich meinen Beruf mit einer gewissen Liebe, mit Mut und Frechheit ausübe.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Im ersten Jahr meiner Selbständigkeit wurde mir ein Viertel meiner Arbeitszeit monetär honoriert. Jetzt nach über sieben Jahren werden mir zwischen 70 und 80 Prozent bezahlt. Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein? Ich schätze Originalität. Als ich mich selbständig machte, fand ich viele Menschen vor, die es gut mit mir meinten. Seither habe ich Angst vor Menschen, die es gut mit mir meinen. Man kann nur für sich selbst seine eigene Welt verstehen lernen. Jeder Mensch ist ein Individuum, daher ist die Wahrheit immer nur für denjenigen die Wahrheit, der damit konfrontiert wird. Es gibt viele Dinge im Leben, die man lernen kann. Jedoch der Umgang mit Menschen und die Liebe zu seinem Beruf müssen in einem sein.Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche ungelöst? E gibt zu viele Baumeister und Architekten. Der Markt ist zu klein, daher werden über die Höhe der Angebote die Aufträge vermittelt, und das verschlimmert unsere Situation. Sehr schwer ist es auch, den Kunden zu vermitteln, daß die Qualität der Dienstleistung den Preis bestimmt. Manche meiner Kollegen haben aber leider so wenig Arbeit, daß sie Arbeiten zu Preisen annehmen, die unter jedem Ethos unseres Berufsstandes liegen. Seit der Einführung des Computers ins Planungswesen müssen wir noch mehr Papier verarbeiten als zuvor. Auch die Zahlungsmoral in meiner Branche sehe ich als Problem. Die Menschen schätzen nicht mehr den Wert einer genauen Planung, sondern möchten am liebsten nichts - und wenn, dann sehr spät - bezahlen. Ein großes Problem in meiner Branche sind Auftraggeber, die sich später als Betrüger herauskristallisieren. Man erkennt sie nicht, sie stellen alles höchst seriös dar, sind jedoch nach Erledigung des Auftrages nicht mehr zu fassen. Ich mußte zweimal diese bittere Erfahrung machen und konnte bisher keine Möglichkeit finden, um mich vor solchen Menschen zu schützen. Auch wenn man versucht, diese Personen rechtlich zu verfolgen, ist man komplett auf sich allein gestellt und hat keine geeigneten rechtlichen Maßnahmen zur Verfügung.Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus? Man lernt im Laufe seiner Berufstätigkeit Menschen kennen, die man aufgrund ihrer Persönlichkeit und ihres Fachwissens durch Aufträge, Kooperationsverträge oder Angestelltenverhältnisse in sein Leben integriert.
Wie ist Ihr hierarchischer Strukturkoeffizient?
Ich führe zwei sehr gute Mitarbeiter, die sehr selbstverantwortlich ihre Aufgaben erfüllen.Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens? Ich denke, daß wir sehr flexibel auf Kundenwünsche eingehen können und diese sehr schnell umsetzen können, was uns von der Konkurrenz abhebt. Wir spezialisierten uns auf kleinere bis mittlere Gewerbebetriebe und können mit unserem Know-how großes Fachwissen für diese Bereiche bereitstellen. Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Der Verdrängungswettbewerb bringt niemandem etwas, daher arbeite ich mit anderen kleinen Büros zusammen und nütze so die Stärken mehrerer Büros.