Zum Erfolg von Kiriaki Avramidou
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg heißt für mich, das zu tun, was ich möchte, mich selbst und die Menschen, mit denen ich zu tun habe, zu begeistern. Erfolg heißt für mich auch, gemeinsam mit werdenden Müttern die für sie ideale Form der Geburt zu finden.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, die positive Resonanz der von mir betreuten Frauen bestätigt mich jeden Tag, die richtige Wahl getroffen zu haben. Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Ich kenne mein Metier mit den verschiedenen Möglichkeiten, kann also umfassend beraten. Ausschlaggebend für meinen Erfolg ist eine große Sensibilität für Menschen und Situationen. Ich kann auch gut zuhören.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Mit zunehmender Erfahrung gewinne ich an Gelassenheit. Ich strahle in hektischen Situationen, die teilweise sehr emotionsgeladen sind, eine große Ruhe aus.Ist es für Sie als Frau in der Wirtschaft schwieriger, erfolgreich zu sein? Nein, im Gegenteil, ich sehe gerade in meinem Beruf einen Vorteil darin. Als Frau habe ich ein anderes Einfühlungsvermögen, als es einem Mann je möglich ist.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Kurz nach meinem Umzug nach München erkrankte meine Mentorin. Ich sprang ins kalte Wasser, vertraute auf mein Wissen, vertrat sie würdig und konnte wunderschöne Geburten begleiten.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Meine Entscheidung zur freiberuflichen Tätigkeit, also nicht als angestellte Hebamme in einer Klinik zu arbeiten, war eine meiner besten Entscheidungen.Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Ich konnte von vielen Leuten lernen. Erwähnen möchte ich Susanna Roth, die mich als Hebamme wie als Persönlichkeit überzeugt, die mir viele Aspekte aufzeigte und mich in meiner Entscheidung bestärkte.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Im Umgang mit Schwangeren und Müttern erfahre ich laufend Anerkennung, bekomme sehr viel und unmittelbar positive Rückmeldung. Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst? Die Geburtshilfe hat sich in den letzten Jahren verschoben zu sehr viel mehr Kaiserschnitten, auch auf Wunsch der Mütter. Diese Gebärkultur basiert auf einseitiger Beratung. Ich halte dies für problematisch und für ein symptomatisches Zeichen unserer Gesellschaft, die sich keine Zeit mehr nimmt, die unnötig Angst macht und kein Vertrauen mehr zuläßt in so natürliche Vorgänge wie die Geburt.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Mein Umfeld sieht in mir zunächst die starke, junge, dynamische, selbstbestimmte, manchmal harte Frau mit weichem Kern und erlebt mich als bemutternd, bereichernd und inspirierend. Mein privates Umfeld sieht in mir in erster Linie die Hebamme, und häufig werde ich vor dem eigenen Befinden nach dem der Frauen gefragt, was ich kritisch sehe, da auch ich Auszeiten brauche.Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Ich halte mich natürlich auf dem Laufenden über Entwicklungen und Trends. Ich bin sehr offen, wir Hebammen und Geburtshelfer können viel voneinander lernen, und so wie ich von anderen lernen konnte, teile auch ich mein Wissen gerne.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Sich Freiräume zu schaffen ist ganz wichtig. Ich tendiere sehr dazu, alles selbst und gleich machen zu wollen, was dann zeitlich doch ins Gewicht fällt. Ich habe das Glück, einen sehr ausgeglichenen Ehemann an meiner Seite zu wissen, der mir Dinge nahelegt, die uns beiden gut tun. Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Ich empfehle sehr, sich bestimmte Optionen im Rahmen von Praktika anzusehen. Die Entscheidung für eine freiberufliche Tätigkeit erfordert große Ehrlichkeit mit sich selbst. Es ist wichtig, authentisch zu bleiben mit dem, was man macht, und auch mit dem, was man kann.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Mein primäres Ziel ist der weitere Ausbau meiner Tätigkeit und der weiterhin erfolgreiche Umgang mit werdenden Müttern und Vätern. Dann arbeite ich daran, Beruf und Privatleben gut zu vereinbaren und bald auch ein Geburtshaus mit anschließender Wochenbettbetreuung in München zu öffnen.