Zum Erfolg von Claus Repnik
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich, mit mir selbst zufrieden sein zu können. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn die Menschen, mit denen ich zusammen arbeite, ebenso zufrieden sind. Denn letztendlich führt ein Betriebsklima, das von gegenseitiger Wertschätzung und sinngebender Tätigkeit getragen wird, zum wirtschaftlichen Erfolg.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
In meiner kleinen Welt durchaus, denn Erfolg ist relativ. Zufrieden zu sein ist mir sehr wichtig.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Ausschlaggebend war mein Bestreben und Vertrauen, Verantwortung weiterzugeben. Ich bemühe mich, das eigenverantwortliche Arbeiten der Mitarbeiter zu fördern. Das heißt natürlich auch, daß man sich auch von liebgewordenen Aufgaben verabschieden muß, um neue Herausforderungen annehmen zu können.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Als ich bereit war, mich beruflich zu verändern, und man mich trotzdem mit sehr vielen Mitteln zum Bleiben überreden wollte, hatte ich das Gefühl des Erfolges.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Ich traf 1995 für dieses Unternehmen eine essentielle Entscheidung: in einer Zeit der Vollauslastung, die jedoch mit einem Nullergebnis verbunden war, entschloß ich mich, ein Projekt durchzuführen, um die Produktion entscheidend zu steigern. Der Konzern zeigte sich skeptisch, aber heute sind wir aufgrund dieser Entscheidung sozusagen das Kronjuwel des gesamten Konzerns.
Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein?
Vor allem bei technischen Dingen ist es meistens besser, auf Vorhandenes aufzubauen und es zu optimieren. Im persönlichen Bereich gilt für mich nur Authentizität.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Dies war in erster Linie mein Vater, der mich dazu überredete, nicht die Laufbahn des Lehrers einzuschlagen, sondern die HTL zu absolvieren.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Die Wahl zum erfolgreichsten steirischen Unternehmen des Jahres 2000 ist Anerkennung für jeden Mitarbeiter und natürlich auch für mich.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
In dieser technischen Branche gibt es natürlich physikalische Grenzen, auf die man immer wieder stößt. Ansonsten gibt es kein unlösbares Problem.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Ich glaube, von meinem näheren Umfeld als erfolgreicher und kompetenter Mensch gesehen zu werden, der darüber hinaus durchaus kameradschaftlich und hilfsbereit ist.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Sie spielen die wichtigste Rolle. Meine Aufgabe ist mit einem Coach oder Trainer vergleichbar, der Ziele vorgibt und versucht, die Rahmenbedingungen für die Mannschaft so optimal wie nur möglich zu gestalten.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Fachliche Kompetenz vorausgesetzt ist mein Eindruck im persönlichen Gespräch ausschlaggebend, außerdem sollte der Bewerber in das vorhandene Team integrierbar sein. Dies stellt eines der wichtigsten Kriterien dar.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Ich fördere Teamgeist und Teamarbeit, und dazu liefere ich klare Zielvorstellungen. Erfolgsmeldungen werden sofort weitergegeben. Hierarchien und hohe Eigenverantwortung wirken ebenso motivierend. Weiters betreibe ich eine sehr transparente und ehrliche Informationspolitik gegenüber den Mitarbeitern. Schlechte, aber auch gute Nachrichten werden unzensiert weitergegeben.
Wie werden Sie von Ihren Mitarbeitern gesehen?
Alle drei Jahre wird eine umfassende Mitarbeiterbefragung durchgeführt, in der ich sehr positiv abschneide.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Da ich eine sehr verständnisvolle Familie habe, funktioniert diese Vereinbarung sehr gut, zumal mir bis auf wenige Ausnahmen das Wochenende heilig ist.
Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung?
Ich versuche ständig am Ball zu bleiben und informiere mich umfassend über neue Entwicklungen. Ich verwende für Fortbildung rund zehn Tage im Jahr, Seminare besuche ich nicht mehr.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Ich rate, dem Teamgeist innerhalb eines Unternehmens besonderen Stellenwert einzuräumen, denn dies ist meist der einzige Wettbewerbsvorteil gegenüber dem Mitbewerber, weil man alles andere kaufen kann. Als Unternehmer sollte man auch so intensiv wie möglich die Weiterentwicklung seiner Mitarbeiter fördern.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Das Unternehmen sollte kontinuierlich weiter wachsen. Wenn man wächst, ist man jung. Persönlich gesehen, sollte es mir nie schlechter gehen als heute.
Ihr Lebensmotto?
Ein berufliches Motto lautet: Die Mitarbeiter machen den Unterschied. Ein privates lautet: Umwelten sollen in Harmonie miteinander existieren können.