Zum Erfolg von Beatrix Hornschall
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Mir kommt es darauf an, mit meiner Arbeit etwas bewegen und positiv beeinflussen zu können.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, denn ich kann durch mein Engagement vieles bewirken.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Fachwissen zählt, doch ist Einsatz mit Herz und Hirn zu leisten. Identifikation mit meinen Aufgaben ist für mich unabdingbar. Mein Arbeitsbereich gestaltet sich vielseitig und herausfordernd. Kommunikation ist das Um und Auf. Arbeit mit Menschen bedingt, sich auf andere einzulassen, gut zuzuhören und ein produktives Miteinander zu schaffen. Ein freundliches Ambiente drückt unsere Serviceorientierung aus, die wir leben, auch wenn manchmal harte Entscheidungen dazugehören.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Ich betrachte Probleme als Herausforderungen und begegne ihnen mit Elan. Störungen sind erwünscht, lautet meine Devise.
Ist es für Sie als Frau in der Wirtschaft schwieriger, erfolgreich zu sein?
Die Tatsache, daß ich eine Frau bin, war zum Glück nie ein berufliches Hindernis für mich. Frauenförderung und Gleichbehandlung sind schon seit Jahren ein wichtiger Teil des Konzeptes des Magistrates der Stadt Wien.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Herr Senatsrat Dr. Hermann Wendlinger, mein ehemaliger Vorgesetzter, zwang mich am Beginn meiner Laufbahn, mich auch auf schwierige Verhandlungen einzulassen. Ich bin mit ihm mittlerweile persönlich befreundet und sehe diese Unterstützung nicht als selbstverständlich an.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Kollegen und Kolleginnen drücken mir ihre Wertschätzung täglich aus, und über diesen Luxus freue ich mich. Meine Vorgesetzten unterstützen mich nachhaltig, indem sie Ressourcen bei neuen Projekten zur Verfügung stellen.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Rassismus und Intoleranz Fremden gegenüber gibt es leider immer noch. Innerhalb des Magistrates der Stadt Wien wurde zur Bekämpfung dieser Phänomene die Stelle zur Bekämpfung von Diskriminierung eingerichtet.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
MitarbeiterInnen werden zentral ausgewählt, doch kann ich mein Interesse für Bewerber zum Ausdruck bringen. Besonders wichtig für unser Aufgabengebiet ist Freude im Umgang mit KundInnen, Fachwissen und Kreativität beim Finden von Lösungen.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Lob gehört zu meinem Arbeitsalltag dazu. Selbständiges Arbeiten wird gefördert und impliziert Zutrauen in die Fähigkeiten und das eigenständige Denken der MitarbeiterInnen.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Ich arbeite gern und mit großem Einsatz. Richtig frei bekomme ich den Kopf nur, wenn ich auf Urlaub bin.
Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung?
Management-Fortbildung wird bei uns großgeschrieben. Auch durch Projektarbeit lerne ich viel dazu; zum Beispiel führen wir gemeinsam mit dem Verein ZARA, Beratungsstelle für Diskriminierungsopfer und Herausgeber des jährlichen Rassismusrapports, ein Antidiskriminierungsprojekt durch.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Der Berufseinstieg in den öffentlichen Dienst ist derzeit durch Aufnahmestopps in manchen Ministerien schwierig. Der Wille, eine Funktion wirklich ausüben zu wollen, und eine soziale Einstellung sind Voraussetzungen, um sich bewähren zu können. Flexibilität ist gerade bei JuristInnen von Vorteil, weil man in vielen Rechtsgebieten tätig sein muß, um sich fortzubilden. Eine Karriere als FachspezialistIn ist in diesem Bereich ebenso möglich wie der Aufstieg in eine Managementposition.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Mein Ziel ist es, auch in Zukunft unseren KundInnen Service anzubieten, wenn es eine rechtlich zulässige Lösung gibt, dann finden wir sie.